Braucht ein leerer Kühlschrank mehr Energie als ein voller?

Ein leerer Kühlschrank ist nicht wirklich leer: Er ist voller Luft. Und die wird auch gekühlt – genau wie deine Lebensmittel. Wir zeigen dir, wie du bei deinem Kühlgerät Energie sparen kannst.
Aktualisiert am: 14.07.2023
Zwei Milchflaschen mit Deckel in einem offenen, von hinten beleuchteten Kühlschrank.

Der Kühlschrank ist für die meisten Haushalte unverzichtbar. Er zählt aber auch zu den größten Stromfressern. Vor allem, wenn man nicht sicher ist, wie man ihn am besten benutzt. Voll befüllen oder doch nur die Lebensmittel reingeben, die man in den nächsten 2-3 Tagen isst?

Der Mythos

Die Annahme ist weit verbreitet: Ein leerer Kühlschrank verbraucht mehr Energie als ein voller Kühlschrank.

Aber stimmt das?

Die (kurze) Antwort

In den meisten Fällen: Ja!

Die Erklärung

Ein leerer Kühlschrank ist nicht wirklich leer: Er ist voller Luft. Und die wird auch gekühlt – genau wie deine Lebensmittel. Es stimmt, Luft kühlt schneller ab als Wasser, und da Lebensmittel zu einem großen Teil aus Wasser bestehen, benötigt ein Kühlschrank kurzzeitig mehr Energie, wenn viele warme Lebensmittel hineingelegt werden.

ABER: Ein voller Kühlschrank speichert die Kälte besser als ein leerer, da Wasser die Kälte effizienter speichern kann als Luft. Die Lebensmittel im vollen Kühlschrank fungieren ähnlich wie Kühlakkus und helfen dabei, eine konstante Kälte aufrechtzuerhalten, ohne dass der Kühlschrank zusätzliche Energie aufwenden muss.

Wenn die Tür eines leeren Kühlschranks geöffnet wird, erwärmt sich die Luft darin schnell. Bei einem vollen Kühlschrank hingegen wird die Kälte in den Lebensmitteln gespeichert, was den Energieverbrauch reduziert.

Insgesamt verbraucht ein voller Kühlschrank langfristig etwas weniger Energie als ein leerer. Allerdings verbraucht ein voller Kühlschrank nach dem Befüllen mehr Energie als ein leerer, da die zusätzlichen Lebensmittel erst auf die gewünschte Temperatur gekühlt werden müssen.

Wie viel Energie durch einen gut gefüllten Kühlschrank eingespart werden kann, lässt sich nicht so einfach beantworten. Das Einsparungspotenzial hängt nämlich von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe des Kühlschranks, der Anzahl der Lebensmittel und der Häufigkeit und Dauer des Türöffnens.

Ausnahmen gibt es aber immer: Zum Beispiel, wenn der Kühlschrank für längere Zeit nicht genutzt wird, wie etwa in Ferienhäusern oder bei vorübergehender Abwesenheit. Da ist es sinnvoll, den Kühlschrank leer zu lassen und auszuschalten.

Weitere Tipps, zum richtigen Umgang mit einem Kühlschrank

  1. 1

    Eisablagerungen überprüfen!

    Überprüfe deine Geräte regelmäßig auf Eisablagerungen. Eisablagerungen an Innenwänden wirken sich nachteilig auf die Kühlwirkung aus und erhöhen auf Dauer den Stromverbrauch.

  2. 2

    Gleich wieder ins Kühle!

    Stell entnommene Lebensmittel möglichst bald in den Kühlschrank zurück.

    Haben sich die Lebensmittel erst auf Raumtemperatur erwärmt, müssen sie im Kühlschrank wieder energiefressend herunterkühlen.

  3. 3

    Abkühlen lassen!

    Stell niemals warme Speisen in den Kühler! Das wäre einerseits reinste Energieverschwendung, andererseits bringen sie zu viel Luftfeuchtigkeit ins Gerät.

  4. 4

    Im Kühlschrank auftauen!

    Taue eingefrorene Kost im Kühlschrank auf!

    Das dauert zwar länger als das Auftauen bei Raumtemperatur, aber die Tiefkühlkälte sorgt dafür, dass der Kühlschrank während des Auftauens weniger kühlen muss.

  5. 5

    Kälte nutzen!

    Nutze auch die Kälte von gerade gekauften Kühlwaren und transportiere sie vor allem im Sommer möglichst in Kühltaschen nach Hause.

  6. 6

    Kühlakkus nutzen!

    Beim Einkühlen größerer Mengen Lebensmittel helfen Kühlakkus aus dem Gefrierfach als „Unterstützung“.

  7. 7

    Auf die Größe kommt’s an!

    Wenn du dir einen neuen Kühlschrank zulegen willst, achte darauf, dass er nicht zu groß ist.

    300 l Nutzinhalt für einen 1- bis 2-Personenhaushalt sind zum Beispiel viel zu groß. Der Kühlraum wird nicht entsprechend ausgenutzt und so Energie verschwendet.

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