Das Kleine im Großen
Technik, die wir zu Hause verwenden, kommt im Großen bei der Versorgung unserer Stadt zum Einsatz. Wir klären auf, welche Technologien das sind.
Wie funktioniert das eigentlich? Viele Dinge, die den Alltag besser machen, wirken kompliziert - dabei verwenden sie Technik, die wir von daheim schon lange kennen. Sechs Beispiele, um unsere Welt besser zu verstehen. Die Stadt nutzt Fernwärme, Wärmepumpen und Windräder, um die Versorgungssicherheit zu garantieren. Dieselbe Technik verwenden wir im Alltag zu Hause:
Der Wasserkocher erzeugt Fernwärme

Die Müllverbrennungsanlage Spittelau nutzt überschüssigen Strom und Abwärme aus der Müllverbrennung zur Fernwärmeerzeugung. Ähnlich wie ein Wasserkocher, der Wasser erhitzt, nutzt die Anlage die Wärme, die bei der Müllverbrennung entsteht, um Wasser auf bis zu 155 °C zu erhitzen. Mit der Einspeisung ins Fernwärmenetz können somit 60.000 Haushalte versorgt werden
Der Kühlschrank ist eine Wärmepumpe

Wärmepumpen nutzen die Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser und bringt sie auf ein höheres Temperaturniveau, bevor es an die Haushalte verteilt wird. Der Prozess ähnelt dem eines Kühlschranks, der Wärme aus dem Inneren nach außen abgibt. Die Wärmepumpen spielen eine wichtige Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität. Alleine die Pumpe der ebs Kläranlage in Simmering wird bis 2027 mehr als 100.000 Wiener Haushalte mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgen.
Ein Ladekabel ist ein Umspannwerk

Der Strom, der aus der Steckdose kommt, ist eigentlich viel zu stark, um damit ein Handy zu laden. Darum ist in jedem Netzteil vom Ladekabel ein kleiner Trafo eingebaut, der die Spannung aus der Steckdose in die richtige Kraft für das Handy verwandelt. Bei den Umspannwerken, die in der ganzen Stadt verteilt sind, funktioniert das im Prinzip genauso. Sie wandeln die Spannung aus den großen Stromleitungen in schwächere Portionen um und verteilen sie dann im Grätzl – in haushaltsverträglichen Einheiten.
Der Gartenschlauch und die Solarthermieanlage

Liegt der Gartenschlauch zu lange in der Sonne, kann sich das Wasser darin aufheizen. Anders als bei der Photovoltaik-Anlage, wird hierbei die Sonne nicht zur Strom-, sondern zur Wärmeerzeugung genutzt. Die Sonnenstrahlen werden über die Solarthermieanlage eingespeist, in welcher Trägerflüssigkeiten erhitzt und in einen Wärmetauscher weitergeleitet werden. Auf diese Weise gelingt die Wärme der Sonne ins Haus und sorgt für heißes Duschwasser.
Der Taschenrechner mit Mini-Photovoltaik-Anlage

Seit den späten 70er-Jahren funktionieren die allermeisten Taschenrechner nicht mehr mit Batterien, sondern mit Solarzellen, die das Umgebungslicht in Strom umwandeln: Wenn Photonen auf das Photovoltaik-Modul treffen, entstehen freie Elektronen und der Strom fließt. Das vergrößerte Modell verwenden wir heute bei Photovoltaik-Anlagen: Bei kleineren auf Hausdächern genauso wie in großen, zum Beispiel am Schafflerhof.
Licht wie Strom vom Windrad

Windräder erzeugen Strom durch Rotation. Dieses Prinzip ist vergleichbar mit dem einem Fahrraddynamo, der Licht erzeugt. Die durchs Drehen erzeugte mechanische Energie wird mittels Generators in elektrische Energie umgewandelt. Durch den intensiven Ausbau kann Windkraft bis 2030 ein Viertel des Strombedarfs in Österreich decken.


