E-Ladestation für zu Hause: Das sollte beachtet werden
Wer sein E-Auto von zu Hause aus laden möchte, muss sich ein paar wichtige Fragen stellen. Welche Leistung kann mein Auto aufnehmen? Wie schnell möchte ich laden? Wie viel Platz habe ich zur Verfügung? Wieviel kW Ladeleistung benötige ich?
Besitzen Sie ein E-Auto?
Das Wichtigste in Kürze
- Für zu Hause ist eine 11 kW Wallbox ideal – sicher, effizient und akkuschonend.
- Haushaltssteckdosen sind ungeeignet – es droht Überhitzung.
- Ladezeit hängt von Akku, Ladeleistung und Fahrzeug ab.
- 3-phasiges Laden ist deutlich schneller und sicherer als 1-phasiges.
- Installation nur durch Fachbetriebe – Wien Energie bietet Komplettlösungen.
- In Wohnanlagen ist die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft nötig.
Welche Ladebox benötige ich?
Ladeboxen heißen Wallbox, weil sie an der Wand oder an einer Säule montiert werden. Der große Vorteil ist, dass man das Auto laden kann, wenn man sowieso zu Hause ist. Für den Hausgebrauch sind Ladestationen mit einer Leistung von 11 kW ausreichend.
AC-Ladestation (Normalladestation)
- Billiger als DC-Ladestationen
- Laden langsamer da Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt werden muss
- kommen im Privatbereich zum Einsatz
DC-Ladestationen (Schnellladestation)
- Höhere Ladeleistung möglich, dadurch kürzere Ladezeit
- In der Anschaffung teurer als AC-Ladestationen
- Benötigt mehr Platz
Wer zu Hause keinen Platz für eine eigene Ladestation hat, ladet einfach an einer der vielen öffentlichen Ladestationen. Das funktioniert am einfachsten über eine Ladekarte und eine App.
Warum soll ich nicht an der Haushaltssteckdose laden?
Das Aufladen des E-Autos an einer normalen Steckdose dauert nicht nur lange, sondern ist auch noch gefährlich. Einfache Schuko Steckdosen sind für den Dauerbetrieb mit voller Leistung nicht geeignet. Die Stromleitung kann überlastet werden, was zu Überhitzung und Kabelbrand führen kann. Unbedingt vermeiden!
Am besten wählt man eine Ladebox aus, die auf die Ladeleistung im Haushalt abgestimmt ist. Die Ladestation kann mit dem Elektroauto kommunizieren. So kann die maximale Stromstärke, mit der das Auto geladen werden soll, festgelegt werden.
Wie lange lädt ein Elektroauto?

Die Ladezeit eines Elektroautos kann stark variieren, und ist zum Beispiel abhängig von:
- Batteriegröße des Autos
- Kapazität der Ladestation
- Maximale Aufnahmeleistung des E-Autos
Ein E-Auto mit einer Batteriekapazität von 30 kWh benötigt zum Laden:
| Ladeart | Ladeleistung in kW | Ladezeit in Stunden |
|---|---|---|
| Steckdose | 3,7 kW | ca. 8 Stunden |
| Ladebox | 11 kW | ca. 3 Stunden |
| Ladebox | 22 kW | ca. 1,5 Stunden |
| Schnellladestation | 43/50 kW | ca. 30 Minuten für 80 % Ladung |
Es gilt: Je höher die Ladeleistung, desto kürzer die Ladezeit. Eine dauerhafte, zu hohe Ladeleistung kann die Batterieleistung negativ beeinflussen. Die optimale Ladeleistung liegt bei 11 kW.
1-phasiges oder 3-phasiges Laden?
Um das E-Auto schnell aufladen zu können, ist eine 3-phasige Steckdose mit 400 Volt Spannung und einer Absicherung von 16 Ampere empfehlenswert. Dies ermöglicht eine Ladeleistung von bis zu 11 kW, was deutlich effizienter und vor allem sicherer ist als das einphasige Laden.
Einphasiges Laden (normale Haushaltssteckdose)
- Steckdose: Eine normale Schuko-Steckdose zu Hause ist einphasig.
- Spannung und Stromstärke: 230 V und 10 Ampere.
- Ladeleistung: Die durchschnittliche Ladeleistung beträgt ca. 2,3 kW.
- Nachteil: Um ein E-Auto schneller aufzuladen, werden mindestens 3,7 kW benötigt, was mit einer einphasigen Steckdose nicht erreicht werden kann.
- Achtung: Der Dauerbetrieb kann zu Überhitzung und dadurch zu Kabelbrand führen.
Dreiphasiges Laden (Starkstromsteckdose)
- Steckdose: Eine 3-phasige Steckdose mit 400 Volt Spannung.
- Erkennung: 400 Volt Starkstromsteckdosen erkennt man an der roten Farbe.
- Spannung und Stromstärke: 400 V und 16 Ampere.
- Ladeleistung: Bei einer Absicherung mit 16 Ampere kann eine Ladeleistung von 11 kW erreicht werden.
- Anwendung: Ideal für schnelleres Laden, was die Ladezeit erheblich verkürzt.
Was kostet das Laden zu Hause?
Die Kosten für das Tanken eines E-Autos zu Hause sind abhängig vom Strompreis des Energieanbieters und der Ladedauer. Die Verrechnung des Stroms erfolgt über die Hausinstallation oder wenn gewünscht über einen eigenen Zählpunkt. Ein eigener Zählpunkt ist dann notwendig, wenn der verbrauchte Strom für Abrechnungszwecke benötigt wird.
Der Renault Zoe verbraucht z.B. im Schnitt etwa 15 bis 20 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Das entspricht in etwa drei bis vier Euro Stromkosten. Die Kraftstoffkosten für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren liegen im Durchschnitt bei etwa acht bis neun Euro pro 100 Kilometer. Somit variieren die Stromkosten je nach Auto und Verbrauch.
Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, kann sein E-Auto sogar mit dem eigenen Sonnenstrom laden. Die Fahrt mit diesem E-Auto ist so vollkommen emissionsfrei, umweltfreundlich und kostengünstig.
Was kostet die Installation einer Ladebox?

Die Kosten für eine Ladestation zu Hause hängen von mehreren Faktoren ab.
- Welche Ladeleistung soll die Ladebox erfüllen?
- Sind Zusatzfunktionen gewünscht?
- Wie leicht ist die Installation möglich?
- Soll eine Smartphone-App zur Verfügung stehen?
- Soll die Wallbox mittels WLAN oder LAN mit der PV-Anlage kommunizieren? Wenn ja, wird eine intelligente Ladestation benötigt.
- Sind neue Elektroanschlüsse, Absicherungen und Wanddurchbrüche erforderlich?
Diese Faktoren beeinflussen die Kosten. Ein Fachbetrieb kann am besten die Kosten hierfür bekannt geben.
Ladebox mieten
Anstatt eine Wallbox zu kaufen, kann man diese auch gegen eine monatliche Grundgebühr im Komplettpaket mieten. Die Grundgebühr deckt die Installation, den Betrieb und die Wartung der Box ab. Das Laden am eigenen Stellplatz wird dann nach kWh abgerechnet.
Ladebox in Mehrfamilienhäuser bzw. Wohnhausanlagen
Bei der Installation einer Ladebox in einem Mehrfamilienhaus bzw. in einer Wohnanlage müssen ein paar technische und rechtliche Dinge beachtet werden.
So muss sichergestellt werden, dass der Stromverbrauch für das Aufladen des E-Autos unmittelbar einem Fahrzeug zugeordnet werden kann. Sonst müssen die anderen Mieter*innen bzw. Hauseigentümer*innen für die angefallenen Stromkosten aufkommen.
In so einem Fall ist daher der erste Schritt die Kontaktaufnahme zum*zur Hauseigentümer*in oder zur Hausverwaltung. Denn ohne Erlaubnis der Hauseigentümer*innen ist die Anschaffung einer Ladestation in der Gemeinschaftsgarage nicht möglich.
Grundsätzlich entscheiden die Hauseigentümer*innen bzw. die Hausverwaltung nicht alleine, sondern sie berufen eine Eigentümerversammlung ein, um über die Installation zu entscheiden.
Am besten fragt man auch direkt bei den Hauseigentümer*innen oder bei der Hausverwaltung nach, ob Wien Energie bereits die nötigen Vorbereitungen für eine Installation in der Gemeinschaftsgarage getroffen hat.
Sicherheit
Zusätzlich sollte beim Hersteller erfragt werden, ob die Wallbox abgesperrt werden kann, sodass niemand anderer den Strom entnehmen kann. Darüber hinaus könnte ein Diebstahlschutz für die Wallbox in Frage kommen. Mittels Authentifizierung und personalisiertem RFID-Schlüssel bist du sicher.
Auf alle Fälle sollte darauf geachtet werden, dass eine ausreichende elektrische Schutzeinrichtung vorhanden ist. Diese erkennt Stromfehlströme und trennt die Ladebox vom Netz. So können Stromschläge und Brände vermieden werden. Die Installation einer Wallbox sollte stets durch einen Fachbetrieb erfolgen.
Fazit
Eine eigene E-Ladestation zu Hause bringt Komfort, Sicherheit und langfristig auch Kostenvorteile. Wer auf eine passende Wallbox, fachgerechte Installation und die richtige Ladeleistung achtet, ist bestens gerüstet für die Elektromobilität der Zukunft. Besonders in Kombination mit einer Photovoltaikanlage wird das Laden nicht nur günstiger, sondern auch emissionsfrei – ein echter Gewinn für Umwelt und Geldbörse.


