Klimaneutrale Quartiere in Wien – Die neue Gründerzeit
Klimaschutz in neuen Quartieren: Wo wächst Wien nachhaltig und innovativ? Wir haben uns die neuen Klimaschutz-Viertel angeschaut.
Was sind klimaneutrale Quartiere?
Insbesondere in den Städten, in welchen bereits in wenigen Jahren 60 Prozent der Weltbevölkerung leben werden, gilt es, den Klimaschutz voranzutreiben und somit der Krise entgegenzuwirken. Damit der Klimaschutz in der Stadt gelingt, Bedarf es kreativer und innovativer Lösungen. Diese werden in unseren Quartieren umgesetzt. Hier leben wir Klimaschutz nach Maß. Gemeinsam mit unseren Projektpartner*innen planen und realisieren wir nicht nur komfortable, sondern auch klimaschonende Wohnungen. Somit bleibt Wien auch in Zukunft die lebenswerteste Stadt der Welt.
Doch wie gelingt die Umsetzung eines klimaneutralen Quartiers? Ansätze hierfür sind z.B.:
Nachhaltige Energieerzeugung
Ziel ist, dass Wien die Dekarbonisierung bis 2040 schafft. Dabei setzt die Stadt Wien auf lokal erzeugte Energie wie Photovoltaik, Geothermie und nachhaltiger Fernwärme. Sowie auf nachhaltige Baumaterialien wie Holz bis hin zu Begrünung und Wassermanagement.
Die 15-Minuten-Stadt
In neuen Stadtvierteln soll der CO2-Fußabdruck so gering wie möglich ausfallen. Ein Baustein dafür liegt in kurzen Wegen. Das Prinzip: Alle wichtigen Bedürfnisse des Alltags wie Einkaufen, Bildung und Erholung können zu Fuß innerhalb von 15 Minuten erreicht werden.
Großflächige, zusammenhängende Freiflächen
Bei der Planung von neuen Quartieren müssen in Wien 11,5 Quadratmeter Grünfläche pro Bewohner*in auf Quartiersebene zur Verfügung stehen.
Diese Flächen haben mehrere Funktionen. Sie dienen der Erholung und haben wichtige klimatische Eigenschaften, weil sie Regenwasser speichern, die Umgebung kühlen, beschatten und Biodiversität erhalten.
Innovative Energieversorgung
Eine der Kernfragen und größten Hebel beim Klimaschutz ist zweifelsohne die Energieversorgung. Die Stadt hat deswegen kürzlich die Bauordnung novelliert und beispielsweise Photovoltaik bei Neubauten zum Muss erklärt. In Sachen Wärme hat sich Wien wiederum zum Ziel gesetzt, das bestehende Fernwärmenetz nachhaltig auszubauen. Und etwa auf lokal verfügbare Erdwärme zu setzen.
Die Lage Wiens ist hier glücklicherweise geologisch günstig: Erst kürzlich hat das Forschungsprojekt GeoTief herausgefunden, dass Erdwärme im großen Stil vorhanden ist. Bei der Planung neuer Quartiere werden seitens der Stadt im Vorfeld maßgeschneiderte Energiekonzepte, die auf lokal verfügbaren und nachhaltigen Ressourcen beruhen, ausgearbeitet. Es wird beispielsweise darauf geachtet, ob es im Quartier Abwärme gibt, die sich nutzen lässt.
Zum Einsatz kommen Energiegemeinschaften, E-Mobilität, Fernkälte, Fernwärme, Abwärmenutzung, Photovoltaik und Tiefensonden.
Die Klimaquartiere im Überblick
Wien wächst derzeit an allen Ecken und Enden. Man könnte sogar sagen: Die Stadt erlebt eine neue Gründerzeit. Im Jahr 2021 wurden laut Bauträgerdatenbank Exploreal 17.400 Wohnungen in Wien fertiggestellt, 2022 waren es fast 20.000 – ein absoluter Rekordwert für das Wien der Nachkriegszeit. Doch es ist keine gewöhnliche Gründerzeit, wie sie Wien Anfang des 20. Jahrhunderts schon einmal erlebte, sondern eine im Zeichen des Klimaschutzes: eine grüne Gründerzeit.
Quer durch Wien erprobt die Stadt derzeit innovative Ansätze beim Bau von neuen Gebäuden. Unsere interaktive Karte zeigt, wo und wie Wien größer wird.
Village im Dritten: Quartierlösung

Was die Energieversorgung betrifft, hat das Village im Dritten Vorbildcharakter für ganz Europa. Bis 2026 wird ein fast CO2-neutraler Stadtteil entstehen, der bauplatzübergreifend geplant wurde. So viel Energie wie möglich soll aus lokal vorhandenen, erneuerbaren Ressourcen kommen.
Wien Energie wird im Rahmen einer Projektgesellschaft auf allen Dächern, wo dies möglich ist, Photovoltaikanlagen errichten. Rund 500 Tiefensonden ermöglichen die Nutzung von Erdwärme und die Speicherung von Abwärme. 80 Prozent der Heizung wird damit regional produziert. Die Tiefensonden bieten außerdem die Möglichkeit zur Abkühlung der Wohnungen – so lassen sich urbane Hitzeinseln vorbeugen.
Und was in Zukunft wichtig sein wird, um die großen Fragen zu lösen: Kooperation. So ist im Village im Dritten eine Energiegemeinschaft zum Teilen von Strom geplant.
Energiekonzept
- Fernwärme
- Abwärmenutzung
- Photovoltaik
- Tiefensonden
- Energiegemeinschaft
- E-Mobilität
Seestadt Aspern: Nachhaltiges Wohnen am Wasser

Bis in die 2030er Jahre entsteht in der Seestadt Aspern eines der größten Stadtentwicklungsgebiete Europas. 25.000 Menschen werden künftig hier wohnen, 20.000 ihren Arbeitsplatz haben. Derzeit wird das Quartier "Seeterrassen" nördlich des Sees entwickelt.
Parallel zum Bau läuft in Aspern Smart City Research (ASCR) Forschung zur Energiezukunft: wie Gebäude ihren Energieverbrauch optimieren.
Energiekonzept
- Fernwärme
- Abwärmenutzung
- Photovoltaik
- Tiefensonden
- Solarthermie und Grundwassernutzung
- E-Mobilität
Nordbahnhof: Klimaschutz-Quartier

Wo früher Frachten verladen wurden, werden bis 2026 rund 10.000 Menschen ein neues Zuhause finden. Rund um das naturbelassene Areal "Freie Mitte", wo Lebensraum für die strenggeschützte Wechselkröte geschaffen wurde, entstehen derzeit unter anderem sechs Hochhäuser mit bis zu 95 Metern Höhe.
Energiekonzept
- Fernkälte
- Fernwärme
- Abwärmenutzung
- Photovoltaik
- E-Mobilität
Wolfganggasse

Inmitten des 31.000 Quadratmeter großen historischen Areals der Badner Bahn in Meidling entsteht bis kommenden Herbst ein Vorzeigestadtteil für neues soziales Wohnen.
Das neue Klimaschutz Quartier zwischen Eichenstraße, Gaudenzdorfer Gürtel und Wolfganggasse trägt den Projektnamen "Wolfganggasse". Errichtet werden 800 geförderte Wohnungen, darunter ein neuer Gemeindebau, Wohnungsangebote für Alleinerziehende, ein Lehrlingswohnheim, eine Unterkunft für Menschen in Not und ein Pflegewohnhaus.
Die ehemalige Remise der Bahn wird zum Grätzlzentrum mit Kultur- und Gastroangeboten. Der neue Stadtteil ist eines der Projekte der IBA_Wien 2022.
Energiekonzept
- Fernwärme
- Abwärmenutzung
- Photovoltaik (Mehrparteienhaus)
- Tiefensonden
- E-Mobilität
- Rückeinspeisung von Abwärme
Atzgersdorf

"Kuku 23" nennt sich das neue Quartier, das rund um die ehemalige Sargfabrik in Atzgersdorf in Liesing bis 2023 gebaut wird. Der Name ist Programm, denn Kunst und Kultur stehen im Mittelpunkt des Stadtteils. In der als Kulturzentrum revitalisierten Sargfabrik entstehen auf 3.500 Quadratmetern Wohnateliers, Musik- und Tanzschulen, Werkstätten und eine Backstube.
Das Wohnquartier mit rund 1.000 Wohnungen wird von den Bauträgern Heimbau und Atzgersdorf & Hetzendorf errichtet.
Energiekonzept
- Fernwärme
- Abwärmenutzung
- Photovoltaik
- E-Mobilität
St. Marx

Gleich drei Wohntürme zwischen 105 und 128 Metern Höhe werden derzeit in St. Marx von vier Bauträgern errichtet. Rund 1.200 Wohnungen werden ab 2023 in den Wolkenkratzern gebaut. Die Häuser haben eine gemeinsame Sockelzone, die Wohnen, Arbeiten und Einkaufen verbindet.
Auch auf Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung wird großes Augenmerk gelegt: So gibt es im Hochhaus "The One", das von den Bauträgern Neues Leben und WBV-GPA errichtet wird, einen Swimmingpool, Kinderspielräume, ein Fitnessstudio und eine Laufstrecke.
Energieversorgung
- Fernwärme
- dezentralen Kälteanlage
- E-Mobilität
Berresgasse
Nahe dem Badeteich Hirschstetten entsteht ein neuer Stadtteil wo vor allem vielfältige Grün- und Freiflächen geplant sind.
Energiekonzept
- Tiefensonden
- Fernwärme
- Photovoltaik
- E-Mobilität
Wildgarten
Am Rosenhügel entsteht ein Quartier, wo Nachbarschaft, Natur, intelligente Mobilität und saubere Energie im Mittelpunkt stehen.
Energiekonzept
- Fernwärme
- E-Mobilität
Viola Park
Zwischen Laaer Wald und der Generali Arena werden bis 2024 800 frei finanzierte und gemeinnützige Wohnungen errichtet.
Die Nutzung der lokalen Ressourcen ist in Planung.
Neues Landgut
Beim Hauptbahnhof entsteht auf einem Hektar großen Gebiet ein neues Stadtviertel samt Bildungscampus für 1.300 Kinder.
Energiekonzept
- Fernwärme
- Abwärmenutzung
- Photovoltaik
- Tiefensonden
- E-Mobilität
An der Schanze
"An der Schanze" entsteht im Donaufeld, hier soll vor allem die Stadtwildnis erhalten bleiben.
Energiekonzept
- Abwärmenutzung
- Photovoltaik
- E-Mobilität
Körner Kaserne
In Breitensee wird das stillgelegte, vier Hektar große Kasernenareal zu einem Wohnquartier.
Energiekonzept
- Fernwärme
- Photovoltaik
- E-Mobilität


