Die Wiener „Ganslspitze“: Woher kommt der Begriff?

Haben Sie schon mal von der Ganslspitze gehört? Wir werden einen Blick in die 50er- und 60er-Jahre werfen und Ihnen erklären, was damit gemeint ist.
Aktualisiert am: 19.02.2023
Gebratene Ente, garniert mit Rosmarin und umgeben von Orangenhälften in einer Metallauflaufform.

Geschichte der "Ganslspitze"

In den 50er- und 60er-Jahren wurde das Gas hauptsächlich zum Kochen und zur Warmwasserbereitung verwendet. Kennzeichnend für diese Periode war die sogenannte Ganslspitze. Jeweils am 24. Dezember zwischen 11 und 12 Uhr, wenn die Wiener*innen ihren Festtagsbraten zubereiten, verzeichneten die Gaswerke ihre höchste stündliche Abgabe des gesamten Jahres.

  1. Was ist Stadtgas?

    Unter „Gas“ verstand man damals übrigens Stadtgas, eine Mischung aus Kohlen-, Generator- und Wassergas. Dieses musste jedoch in einem aufwendigen Produktionsprozess aus Kohle hergestellt werden.

Vom Stadtgas zum Erdgas

Ende der 60er-Jahre kam es zum Durchbruch der Gasheizungen. Die Gasabgabe war nunmehr von der Temperatur abhängig. Aufgrund der immer umweltfreundlicheren und komfortableren Gasheizungen stieg der Gasverbrauch in Wien stetig an.

Diese Entwicklung ging sogar so weit, dass Anträge auf neue Gasheizungen abgelehnt werden mussten, um die Versorgung der bestehenden Kund*innen zu sichern. Erst durch die Umstellung von der Stadtgas- auf die Erdgasversorgung konnte dieser Engpass behoben werden.

Gibt es die "Ganslspitze" heute noch?

Nein, die klassische "Ganslspitze" gibt es heute nicht mehr. Dies liegt vor allem an der Zunahme der elektrischen Herde.

An den Weihnachtsfeiertagen wird in den Wiener Haushalten aber doppelt so viel Strom verbraucht als an normalen Wintertagen, dies wird auch "Feiertagseffekt" genannt.

Über unseren online Energiesparcheck finden Sie übrigens die Stromfresser im eigenen Haushalt.

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