Energiesparen in der Küche

In der Küche lässt sich mit ein paar Tipps sehr gut Strom sparen. Immerhin betreffen 30 Prozent des gesamten Energieverbrauchs im Haushalt die Küche. 
Aktualisiert am: 18.08.2023
Person mixt in einer Küche grüne Soße. Auf dem Tisch liegen Kräuter, Zitrone und Käse.

Kleinere Küchengeräte nutzen

Energiesparen in der Küche ist sehr einfach, wenn z.B. auf kleinere Küchengeräte zurückgegriffen wird. Größere Küchengeräte benötigen auch mehr Strom. Die "kleineren" Alternativen verbrauchen bis zu 40 Prozent weniger Energie.

  • Frühstückssemmel im Toaster aufbacken anstatt im Backrohr
  • Handmixer anstatt der Küchenmaschine verwenden
  • Nudelwasser im Wasserkocher erhitzen
  • Eier im Eierkocher anstatt auf dem Herd kochen
  • Teewasser in der Mikrowelle anstatt am Herd oder im Wasserkocher aufwärmen
  • Schnellkochtöpfe verwenden

Mit diesen paar Tipps wird weniger Strom verbraucht. Wer den Stromverbrauch von einzelnen Geräten genau wissen will, kann mit einem Strommessgerät nachmessen.

Küchengeräte sauber halten

Mikrowelle wird mit einem Wettex gereinigt.

Verschmutzte und verkalkte Küchengeräte verbrauchen viel mehr Energie als saubere. Daher sollten sie gut geputzt werden.

Eisschicht entfernen

Das Gefrierfach sollte frei von Eis sein. Eine Eisschicht von einem Zentimeter im Gefrierfach kann den Stromverbrauch um bis zu 15 Prozent erhöhen. Deshalb sollte das Gefrierfach regelmäßig, am besten ein- bis zweimal im Jahr, abgetaut und gründlich gereinigt werden!

Backrohr und Mikrowelle säubern

Essensreste im Backrohr oder in der Mikrowelle werden mit erhitzt, das braucht Energie. Essensreste daher am besten mit einem feuchten Tuch entfernen.

Entkalken

Wasserkocher und Kaffeemaschine können viel Strom verbrauchen, wenn sie nicht oft entkalkt werden. Verkalkte Leitungen erhöhen den Stromverbrauch. Die Kaffeemaschine muss z.B. stärker heizen, um den Kaffee zuzubereiten. Auch der Wasserkocher verbraucht mehr Energie, wenn sich eine Kalksicht gebildet hat.

Wie oft die Geräte entkalkt gehören, hängt von der Wasserhärte ab. Bei sehr harten Wasser (über 26 °dH) sollte alle 4 Wochen entkalkt werden. Bei weichem Wasser (unter 3 °dH) reicht eine halbjährliche Entkalkung.

Moderne Geräte zeigen übrigens an, wenn sie entkalkt werden müssen. Der Geschirrspüler muss nicht entkalkt werden. Es genügt, Regeneriersalz oder spezielle Geschirrspültabs zu verwenden, die gleichzeitig entkalken.

Topfgröße und Deckel

Frau kocht Teewasser am Herd

Pfannen und Töpfe sollten stets in der richtigen Größe ausgewählt werden. Bleibt um den Topfboden ein 1 cm Rand frei, gehen schon 30 Prozent an Energie verloren!

Deckel auf den Topf - oder doch nicht? Wenn beim Kochen der Deckel auf dem Topf bleibt, bildet sich Feuchtigkeit. Wer Eier, Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Suppe kocht, kann den Deckel auf dem Topf lassen. Die Feuchtigkeit stört beim Kochen dieser Lebensmittel nicht.

Die Maßnahme reduziert den Energiebedarf um ein Drittel. Daher immer darauf achten, den passenden Deckel zu verwenden.

Das richtige Geschirr für den Herd

Ansicht von oben: Eingeschalteter Herdes.

Bei Töpfen und Pfannen sollte auf eine optimale Übertragung der Wärme geachtet werden. Dies hängt vor allem auch davon ab, welcher Herd verwendet wird. Nicht jeder Topf ist für jede Herdplatte geeignet. Darüber hinaus hilft die Nutzung von Restwärme, Energie zu sparen.

Gasherd

Für einen Gasherd sind am besten Töpfe aus Gusseisen, Aluminium, Edelstahl, Kupfer, Eisen oder keramikbeschichtetes Geschirr geeignet.

Teflonbeschichtetes Kochgeschirr ist weniger geeignet, da die Beschichtung die hohen Temperaturen von über 250 °C nicht aushält.

Induktionsherd

Induktionsherde sind sehr energiesparend, da sie mit einem elektromagnetischen Feld arbeiten. Die Herdplatten selbst werden nicht heiß, die Wärme wird direkt im Topfboden erzeugt.

Hierfür wird aber spezielles Kochgeschirr aus Stahl, Metall oder Gusseisen benötigt. Töpfe und Pfannen müssen einen ferromagnetischen Boden haben.

Ob der Topf geeignet ist, kann ganz leicht mit einem Magneten getestet werden. Bleibt dieser am Boden haften, ist das Kochgeschirr geeignet. Der Boden muss ganz auf dem Kochfeld aufliegen.

Edelstahl, Kupfer und Aluminiumtöpfe sind aufgrund des geringen elektrischen Widerstands mit Induktion nicht nutzbar. Es gibt aber spezielle Edelstahltöpfe, die mit Induktion genutzt werden können.

Elektroherd

Ein Elektroherd mit gusseisernen Platten erwärmt sich nur sehr langsam und ist sehr ineffizient. Im Vergleich zu einem Induktionsherd hat ein Elektroherd einen sehr hohen Stromverbrauch, fast doppelt so hoch.

Alle Töpfe und Pfannen sind für einen Elektroherd geeignet.

Glaskeramik bzw. Ceran-Glaskeramik-Kochfeld

Bei einem Glaskeramikherd wird zuerst das Kochfeld und dann der Topf erhitzt. Da die Platten heiß werden, können sich übergelaufene Speisen auch leicht einbrennen. Die Restwärme lässt sich bei einem Glaskeramikherd dafür sehr gut nutzen.

Wer einen Gasherd gegen einen Glaskeramikherd austauscht, sollte darauf achten, dass das Kochgeschirr gut aufliegt. Durch die Hitze des Gasofens kann sich der Boden des Kochgeschirrs nämlich verziehen.

Töpfe aus Aluminium oder Kupfer sind nicht geeignet, sie hinterlassen Spuren auf dem Kochfeld. 

Durchlauferhitzer

Wasserhahn ist in der Küche aufgedreht.

In vielen Küchen wird das Warmwasser mit einem Durchlauferhitzer erzeugt. Durchlauferhitzer speichern kein Warmwasser, wodurch keine Wärmeverluste entstehen. Für die Erwärmung des Wassers wird aber sehr viel Strom benötigt.

Elektrischer Durchlauferhitzer

Ein elektrischer Durchlauferhitzer ist einem hydraulischen vorzuziehen. Beim elektrischen Durchlauferhitzer kann die Temperatur stufenlos eingestellt werden. D.h. Aus dem Wasserhahn kommt genau die Temperatur, die man haben möchte, Kaltwasser muss nicht extra dazugemischt werden.

Der Erhitzer reagiert auf die durchfließende Wassermenge. Dadurch verbraucht dieser bis zu 30 Prozent weniger Energie.

Hydraulischer Durchlauferhitzer

Der hydraulische Durchlauferhitzer erhitzt das Kaltwasser immer gleich stark. Die Temperatur kann nicht geändert werden. Das Warmwasser wird nur durch den Kaltwasserzufluss gesteuert, was zu Temperaturschwankungen führt.

Der hydraulische Durchlauferhitzer benötigt einen konstanten Wasserdruck von mindestens 8 Liter. Wenn z.B. geduscht und zeitgleich Warmwasser in der Küche benötigt wird, kann die Wassertemperatur nicht gehalten werden.

Wer den Durchlauferhitzer mehrere Stunden nicht benötigt, sollte ihn für den Zeitraum ausschalten.

LED-Lampen verwenden

Jemand hält in einem Geschäft eine LED-Lampe in der Hand.

Gerade in der Küche befinden sich oft viele Lampen. Beleuchtung über der Kochfläche, unter den Küchenkästchen oder beim Esstisch. Bei der Beleuchtung sollte darauf geachtet werden, LED-Lampen zu verwenden, da sie sparsamer sind.

Neue Geräte anschaffen

Eine weiße Miele-Waschmaschine mit einem Energieeffizienzlabel oben drauf.

Bei Geräten, die 10 Jahre oder älter sind, ist es sinnvoll, den Energieverbrauch mit einem Strommessgerät oder Smart Meter zu überprüfen. Durch die Weiterentwicklung der Geräte sind oft wesentlich energieeffizientere Modelle auf dem Markt, die weniger Energie verbrauchen. Vor einer Neuanschaffung sollte immer berechnet werden, ob sich eine Neuanschaffung wirklich rechnet, denn auch die Produktion neuer Geräte verbraucht Energie.

Beim Kauf neuer Geräte sollte das Energielabel im Auge behalten werden. Ab März 2021 gibt es neue Label, ältere Geräte beziehen sich noch auf die alten Energieklassen. Das Energielabel gibt an, wie viel Watt das Gerät hat und wie viel Strom es verbraucht. In der Küche sollte der Kühlschrank nicht neben dem Backofen stehen. Denn durch die Hitze des Backofens verbraucht der Kühlschrank mehr Energie.

Energie sparen kann man auch, wenn man die Lebensmittel im Kühlschrank richtig einräumt. Auch beim Backofen gibt es mehr Tipps als Ober- und Unterhitze zu vermeiden. Geschirrspülen von Hand verbraucht noch mehr Energie und ist nicht notwendig. Normal verschmutztes Geschirr kann bei niedriger Temperatur in der Spülmaschine gewaschen werden.

Wer in den Urlaub fährt, kann Energie sparen, indem er zum Beispiel das Gefrierfach abtaut. Mit unserem online-Energiesparcheck findet jeder seine Stromfresser im Haushalt.

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