Kaffeezubereitung: Wie energieintensiv ist eine Tasse Kaffee wirklich?
Je nach Zubereitungsmethode kann eine Tasse so viel Energie verbrauchen wie dutzende Smartphone-Ladungen. In unserem Vergleich zeigen wir, welche Methoden besonders effizient sind
Kaffee gehört für viele zum Alltag. Ob in der Früh zum Aufwachen oder als kleiner Energiebringer am Nachmittag. Woran die meisten aber nicht denken: Kaffee kochen kostet auch Energie!
Beim Stromverbrauch gibt es große Unterschiede, je nachdem, wie der Kaffee zubereitet wird. French Press, Kapselmaschine, Mokkakanne oder Cold Brew. Es gibt so viele Methoden, und jede bringt ihre eigene Energiebilanz mit sich.
In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie viel Strom für die Kaffeezubereitung mit verschiedenen Methoden verbraucht wird. Wir vergleichen den Verbrauch pro Tasse. Das sind natürlich sehr kleine Werte. Um ein besseres Gefühl dafür zu haben, wie hoch der Verbrauch ist, rechnen wir ihn in Handyladungen um. Eine einzige Tasse Kaffee kann je nach Zubereitungsart so viel Strom verbrauchen wie Dutzende Smartphone-Ladungen.
Kaffeezubereitung im Stromvergleich
Der Stromverbrauch von Kaffeemaschinen und Zubereitungsmethoden hängt natürlich immer von mehreren Faktoren ab. Vom konkreten Gerät beziehungsweise dessen Leistung, von der genutzten Menge und von der Effizienz beim Erhitzen.
Die maximale Leistungsaufnahme (in Watt) wird beim Kaffee kochen nicht durchgehend genutzt. Aufheizphasen, Stand-by-Verluste oder individuell abweichende Geräteeigenschaften können zu höheren oder niedrigeren Werten führen, als in unseren Beispielen angegeben.
Die folgenden Werte verstehen sich daher als Durchschnittswerte pro Tasse, für typische Geräte und typische Nutzung. Die Reihenfolge zeigt den Stromverbrauch von hoch zu niedrig.
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Mokkakanne (Herdkanne)
Die Mokkakanne, auch Herdkanne genannt, wird auf dem Herd erhitzt. Je nach Gerät liegt die Leistungsaufnahme der Herdplatte bei etwa 800 Watt. Für die Zubereitung einer Tasse Kaffee benötigt die Mokkakanne rund 5 Minuten.
Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Stromverbrauch von etwa 0,67 Wh pro Tasse. Das entspricht rund 44 Handyladungen.
Warum so viel? Die Mokkakanne erhitzt das Wasser direkt im Gefäß, wobei viel Energie durch die Herdplatte verloren gehen kann. Besonders auf Glaskeramikplatten ist der Energieverbrauch hoch. Effizienter funktioniert die Zubereitung mit Induktions- oder Gasherden.
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Kaffeevollautomat
Kaffeevollautomaten kombinieren Mahlwerk, Brühgruppe und oft auch Milchaufschäumer in einem Gerät. Die maximale Leistungsaufnahme liegt je nach Modell zwischen 1.400 und 1.600 Watt.
Für die Zubereitung einer Tasse Kaffee oder Espresso benötigt der Automat etwa 30 bis 60 Sekunden. Der durchschnittliche Stromverbrauch liegt bei rund 0,6 bis 0,8 Wh pro Tasse. Das entspricht etwa 40 bis 53 Handyladungen.
Neben dem eigentlichen Brühvorgang benötigt auch das Aufheizen und Reinigen Energie. Wird der Automat dauerhaft eingeschaltet oder nicht regelmäßig entkalkt, kann sich der Energieverbrauch zusätzlich erhöhen.
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Kapselmaschine
Kapselmaschinen erreichen während der Aufheizphase kurzfristig eine maximale Leistungsaufnahme von rund 1.200 Watt. Die Zubereitungszeit pro Tasse beträgt meist nur rund 40 Sekunden.
Da die Maschine nicht durchgehend volle Leistung zieht, liegt der tatsächliche Stromverbrauch bei etwa 0,53 Wh pro Tasse. Das entspricht rund 35 Handyladungen.
Der Energiebedarf entsteht vor allem durch das schnelle Erhitzen kleiner Wassermengen unter Druck. Bleibt die Maschine im Stand-by-Modus eingeschaltet, erhöht sich der Gesamtverbrauch zusätzlich.
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Siebträgermaschine
Siebträgermaschinen verbrauchen zwischen 1.200 und 1.500 Watt pro Stunde. Für eine Tasse Espresso sind etwa 30 Sekunden Brühzeit notwendig, was einen Stromverbrauch von rund 0,5 Wh pro Tasse ergibt. Das entspricht etwa 33 Handyladungen.
Siebträgermaschinen erhitzen Wasser und halten den hohen Druck aufrecht. Die Kombination aus Hitze und Druck macht diese Methode energieintensiv. Wird die Maschine dauerhaft betrieben oder bleibt eingeschaltet, steigt der Energieverbrauch nochmal erheblich.
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French Press
Die French Press selbst benötigt keinen Strom, nur das Wasser muss erhitzt werden. Dafür nimmt man am besten einen Wasserkocher. Moderne Wasserkocher arbeiten deutlich effizienter als Herdplatten und senken so den Energieverbrauch zusätzlich.
Wenn wir einen Wasserkocher mit 800W nehmen und er 3 Minuten braucht, um das Wasser zu erhitzen, ergibt das einen Stromverbrauch von ca. 3 bis 5 Wh pro Tasse. Das entspricht rund 27 Handyladungen.
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Filterkaffeemaschine
Filterkaffeemaschinen verbrauchen etwa 1.000 Watt und benötigen ca. 6 Minuten für die Zubereitung von 10 Tassen Kaffee. Das ergibt einen Energieverbrauch von rund 1 Wh pro Tasse, was etwa 20 Handyladungen entspricht.
Die Maschine brüht größere Mengen Kaffee auf einmal. Je mehr Tassen gleichzeitig zubereitet werden, desto effizienter wird der Energieverbrauch pro Tasse.
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Cold Brew
Cold Brew kommt ganz ohne Strom aus. Der Kaffee zieht über mehrere Stunden in kaltem Wasser, ganz ohne Hitze, Druck oder elektrisches Gerät. Eine Tasse Cold Brew entspricht damit 0 Handyladungen. Diese Zubereitung nutzt Zeit statt Strom und ist damit die beste Methode für energiesparende Kaffeezubereitung.
Strom sparen beim Kaffeezubereiten – Praktische Tipps

Neben der Wahl der Zubereitungsmethode lässt sich auch mit einfachen Maßnahmen im Alltag Energie sparen. Die wichtigsten Tipps im Überblick:
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Energiesparendes Gerät wählen
Bereits beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Energieeffizienz. Verschiedene Modelle unterscheiden sich teils deutlich im Stromverbrauch. -
Stand-by vermeiden
Ein großer Teil des Energieverbrauchs entsteht, wenn die Maschine im Stand-by-Modus bleibt. Am besten wird sie nach dem Gebrauch ganz ausgeschaltet. -
Automatische Abschaltfunktion nutzen
Viele Geräte verfügen über Timer oder kurze Abschaltzeiten. Eine möglichst geringe Betriebsdauer verhindert unnötigen Verbrauch, auch bei Warmhalteplatten. -
Thermoskanne statt Warmhalteplatte
Filtermaschinen halten Kaffee oft über Stunden auf einer Warmhalteplatte warm. Energiesparender ist es, den Kaffee direkt in eine Thermoskanne umzufüllen. -
Nur so viel Wasser erhitzen wie nötig
Ob Wasserkocher oder Vollautomat: erhitzt werden sollte nur die tatsächlich benötigte Wassermenge. Jede zusätzliche Menge erhöht den Stromverbrauch. -
Mehrere Häferl hintereinander brühen
Werden mehrere Kaffees direkt nacheinander zubereitet, muss das Gerät weniger oft aufheizen. Dadurch sinkt der Energiebedarf pro Tasse. -
Regelmäßig reinigen und entkalken
Kalkablagerungen führen zu längeren Aufheizzeiten und damit zu höherem Stromverbrauch. Eine regelmäßige Reinigung sorgt für effizienten Betrieb und verlängert die Lebensdauer der Maschine. -
Multifunktion nutzen
Viele Vollautomaten verfügen über eine Dampfdüse, die auch heißes Wasser liefert. Damit lässt sich beispielsweise Tee energiesparender zubereiten als auf dem Herd oder mit einem separaten Wasserkocher. -
Kapseln richtig entsorgen
Kapselsysteme sind zwar oft stromsparend im Betrieb, verursachen aber Verpackungsmüll. Recyclingstellen oder kompostierbare Pads verbessern die Umweltbilanz. -
Altgeräte korrekt entsorgen
Nicht mehr genutzte Maschinen sollten an Sammelstellen oder im Fachhandel abgegeben werden. Die fachgerechte Entsorgung ermöglicht das Recycling wertvoller Rohstoffe.


