Alle Infos zu Verdunstungsröhrchen und Fernwärme-Verbrauch im Sommer
Bei der Fernwärme-Ablesung wird ein Verbrauch festgestellt, obwohl du gar nicht geheizt hast? Das kann durchaus sein! Wir erklären dir, was die Gründe dafür sind und wie der Fernwärme-Verbrauch berechnet wird.
Wie wird der Fernwärme-Verbrauch gemessen?
Zur Messung des Fernwärme-Verbrauchs können verschiedene Methoden angewendet werden. Eine davon ist die Verwendung von Heizkostenverteilern in Form von „Verdunstungsröhrchen“ auf den Heizkörpern. Das ist ein übliches und genormtes Messverfahren, das vom Heizkostenabrechnungsgesetz geregelt wird.
Dabei werden an den Heizkörpern kleine Röhrchen mit Messflüssigkeit montiert. Je nach Temperatur verdunstet die Messflüssigkeit schneller oder langsamer.
Alternative Messmethoden

Neben klassischen Verdunstungsröhrchen gibt es auch elektronische Heizkostenverteiler, mit denen eine Fernablesung des Wärmeverbrauchs möglich ist. In Neubauten sind diese fernablesbaren Geräte verpflichtend – Verdunstungsröhrchen kommen dort nicht mehr zum Einsatz.
Bei bestehenden Anlagen ist eine Umstellung prinzipiell jederzeit möglich, allerdings nur für ein gesamtes Haus. Denn laut ÖNORM müssen alle Wohnungen einer zusammenhängenden Wohnhausanlage dasselbe Heizkostenverteilsystem verwenden. Für die Umrüstung von Verdunstungsröhrchen auf fernablesbare Heizkostenverteiler ist in der Regel die Hausverwaltung verantwortlich.
Verdunstungsröhrchen nicht mehr zulässig? Das gilt in Österreich
Verdunstungsröhrchen sind in Österreich weiterhin im Einsatz, ihre Verwendung ist jedoch eingeschränkt. In Neubauten bzw. bei neuen Installationen werden sie nicht mehr verwendet. Hier ist die Ausstattung mit fernablesbaren Geräten vorgeschrieben, also mit elektronischen Heizkostenverteilern.
Für bestehende Anlagen sieht das Gesetz vor, dass eine Umstellung dort erfolgen soll, wo sie technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Eine pauschale Verpflichtung zur Umstellung bis zu einem bestimmten Datum gibt es aber nicht. Für die Umstellung ist grundsätzlich die Hausverwaltung verantwortlich.
Wie setzt sich der Preis für Fernwärme zusammen?
An eine Wohnhausanlage wird je nach Bedarf eine gewissen Menge Wärme geliefert, die wird mit einem Großmengenzähler gemessen. An den Verdunstungsröhrchen, die an den Heizkörpern angebracht sind, wird der verbrauchte Anteil an der gelieferten Gesamtwärmemenge einmal im Jahr abgelesen.
Der Gesamtverbrauch des Wohnhauses wird entsprechend dem Ableseergebnis der Heizkörper in den einzelnen Wohnungen auf diese aufgeteilt. In einem besonders heißen Sommer weisen die Heizkostenverteiler (Verdunstungsröhrchen) möglicherweise eine höhere Anzeige auf, ohne dass jedoch Brennstoff verbraucht worden ist.
Der Sommeranzeige stehen keinerlei Verbrauchskosten gegenüber, da die Heizung gar nicht in Betrieb war. Falls die Messflüssigkeit vor Ende des Sommers auf unter Null fällt wende dich bitte unbedingt an die Ablesefirmen. Unabhängig vom Verbrauch kommen beim Fernwärmepreis auch noch Grundkosten dazu.
Verbraucht ein ausgeschalteter Heizkörper Wärme?
Ja, ein Verbrauch kann auch dann angezeigt werden, wenn der Heizkörper gar nicht aufgedreht ist. Dafür kann es verschiedene Gründe geben:
Kaltverdunstung
Dabei handelt es sich um die Verdunstung der Messflüssigkeit, ohne dass der Heizkörper aufgedreht wurde. Gründe dafür sind zum Beispiel Sonneneinstrahlung oder hohe sommerliche Temperaturen.
Um diesen Effekt auszugleichen, wird der Flüssigkeitsstand in den Röhrchen über die Nulllinie hinaus befüllt. Durch dieses Mehr an Messflüssigkeit ist der Effekt der Kaltverdunstung kaum spürbar. Kaltverdunstung gibt es übrigens bei allen Heizkostenverteilern.
Falls die Messflüssigkeit vor Ende des Sommers auf unter Null fällt wende dich bitte unbedingt an die Ablesefirmen.
Frostschutzsicherung
Die Schneeflocke auf den Temperaturreglern der Heizkörper bedeutet nicht, dass die Heizkörper komplett abgedreht sind, sondern, dass der Heizkörper bei sehr niedrigen Temperaturen automatisch in Betrieb gesetzt wird.
Diese Sicherheitsvorkehrung verhindert, dass das Wasser in den Heizungsrohren gefriert und dadurch Rohre, Heizflächen oder Armaturen platzen.
Heizkörper in Fensternähe
Befindet sich der Heizkörper in Fensternähe, wird die Einschalttemperatur beim Lüften schnell unterschritten. Dadurch wird oft unbemerkt geheizt, damit die Raumtemperatur stabil gehalten wird.
Externe Erwärmung des Heizkörpers
Stehen andere Wärmequellen wie z.B. Waschmaschinen, Herde oder Elektroheizungen zu nahe am Heizkörper? Dann kann dieser warm werden und die Flüssigkeit in den Messröhrchen sinken – das zeigt wiederum erhöhten Verbrauch an.
Tipps zum Senken des Wärmebedarfs
Richtiges Heizen ist Einstellungssache
Die Wohlfühltemperatur bewegt sich bei den meisten Menschen zwischen 20 und 22 Grad Celsius.
Wer die Raumtemperatur nur um 1 Grad Celsius senkt, spart 6 Prozent Heizenergie. Diese geringfügige Anpassung zeigt, wie wichtig die richtige Einstellung beim Heizen ist.
Raumthermostate richtig platzieren
Raumthermostate müssen so platziert sein, dass sie nicht von Sonne beschienen oder durch die Abwärme anderer Geräte beeinflusst werden. Thermostate an den Heizkörpern schrauben den Energieverbrauch nach unten und erhöhen den Komfort.
Heizungsregler mit integriert Uhr
Sie ermöglichen ein individuelles und energiesparendes Heizen. In Zeiten, wo die Wohnung nicht genutzt wird, kann die Raumtemperatur um mindestens 3 Grad Celsius abgesenkt werden.
Richtig und sinnvoll lüften
Tipps heizen und lüftenEs macht einen großen Unterschied, ob man immer wieder das Fenster kippt oder stoßlüftet. Durch dauerhaft gekippte Fenster entweicht im Winter mehr Wärme, als frische Luft hereinkommt.
Das wirkt sich massiv auf die Heizkosten aus und bringt kaum Frischluft. Als Faustregel gilt, zweimal am Vormittag und zweimal am Nachmittag lüften. So gibt es immer genug frische Luft im Raum und ein optimales Raumklima.


