Was ist ein FI-Schalter und welche Funktion hat er?
Der Fehlerstromschutzschalter, besser bekannt als FI-Schalter, ist vielen von uns zwar ein Begriff, doch was er bewirkt und wieso er so wichtig ist, wissen die wenigsten. Tatsächlich ist der Schalter eine unerlässliche Sicherheitseinrichtung im Haushalt und kann im Ernstfall sogar Leben retten.
Das Wichtigste in Kürze
- Regelmäßig testen – z. B. zur Zeitumstellung – und bei Problemen Fachpersonal rufen.
- Der FI-Schalter schützt vor Stromschlägen und Bränden – er erkennt Fehlerströme und schaltet blitzschnell ab.
- Er gehört zur Grundausstattung jedes Haushalts und ist seit 1980 in Österreich Pflicht.
- Unterschied zu Sicherungen: FI schützt Menschen, Sicherungen schützen Leitungen.
- Typ A ist Standard im Haushalt – ältere Typ-AC-Schalter sollten ersetzt werden.
Was ist ein FI-Schalter?
Der FI-Schalter schützt vor Überlastung der Stromleitungen bei Fehlfunktionen von Haushaltsgeräten und vor lebensbedrohlichen Stromschlägen. Das “F” steht für Fehler, während sich das “I” auf das Formelzeichen der Stromstärke bezieht.
Seit 1980 besteht in Österreich eine Pflicht für die Montage von FI-Schaltern. Zu finden ist der Schalter übrigens, zusammen mit den Sicherungsschaltern, im Stromkasten.
Tipp: Die Zeitumstellung, im März und Oktober, ist der ideale Zeitpunkt, um wichtige Sicherheitseinrichtung im Haushalt zu überprüfen. Die Tage können als Fixtermin in den Kalender eingetragen werden um die Fehlerstromschutzschalter, besser bekannt als FI-Schalter, zu testen.
Wie funktioniert ein FI-Schalter?
Der Schalter erkennt Fehlerstrom – beispielsweise, wenn Strom durch einen Menschen in den Boden geleitet wird – innerhalb einiger Mikrosekunden und schaltet sofort den Stromkreis ab. So verhindert der FI-Schalter Stromunfälle in Niederspannungsnetzen wie im Haushalt.
Der vorrangige Zweck des FI-Schalters ist nicht der Schutz der Leitung vor einem Kurzschluss, sondern der Personen- und Brandschutz.
Das Prinzip ist einfach: Strom in intakten Stromkreisen fließt stets mit der gleichen Stärke. Greift jemand aus Versehen in diesen Stromkreis ein und fließt somit mehr Strom zurück, erkennt der FI-Schalter diese Unregelmäßigkeit und greift ein. Der Mechanismus unterbricht den Stromkreis selbstständig innerhalb kürzester Zeit.
Wo findet man den FI-Schalter?
Der FI-Schalter ist im Sicherungskasten zu finden, wo er sich deutlich von den anderen Schaltern differenziert: Entweder er hebt sich durch eine andere Farbe ab oder weist einen merklichen Abstand zu den anderen Schaltern auf. Oftmals tritt er zusammen mit einem Testknopf auf.
Was ist der Unterschied zu normalen Sicherungen?
Neben dem FI-Schalter befinden sich noch weitere Sicherungen im Sicherungskasten, sogenannte Leitungsschutzschalter. Diese lösen erst bei höheren Stromstärken aus und vermeiden so Kabelbrände. Der Schutz von Personen ist somit dem FI-Schalter überlassen.
Welcher FI-Schalter ist der richtige?
Tatsächlich gibt es, je nach Anwendungsbereich, verschiedene Typen von FI-Schaltern.
Fehlerstromschutzschalter Typ A
Für private Haushalte ist es wichtig, einen Fehlerstromschutzschalter Typ A zu verwenden. Dieser löst sich bereits bei 30 mA (=Milliampere) aus. Diese Schalter erfassen sowohl pulsierende Gleichfehlerströme als auch rein sinusförmige Wechselströme.
FI-Schalter Typ AC
Die älteren FI-Schalter Typ AC sollten ausgetauscht werden, da neue Haushaltsgeräte unter Umständen deren Auslösung verzögern können.
FI-Schutzschalter Typ F
FI-Schutzschalter Typ F schützen Personen vor elektrischen Schlägen bei Fehlerströmen von ausgewiesenen Gerätschaften wie Waschmaschinen oder Heizungs- und Wärmepumpen.
Diese und ähnliche Haushaltsgeräte sind in der Lage, Fehlerströme durch Mischfrequenzen zu erzeugen und benötigen deshalb spezielle Schutzeinrichtungen. Im Vergleich zu Typ A weisen FI-Schutzschalter vom Typ F zudem eine erhöhte Stoßstromfestigkeit Eingesetzt werden die Schalter in öffentlichen Gebäuden, aber genauso in Privathaushalten oder Büros.
FI-Schalter Typ B
FI-Schalter Typ B sind hingegen in der Lage, glatte Gleichfehlerströme zu erkennen. Diese Art von Schalter wird meist für betriebliche Anlagen genutzt, welche glatte Gleichfehlerströme erzeugen können.
Was tun, wenn sich der FI-Schalter nicht zurückstellen lässt?

Hat sich der FI-Schalter ausgelöst, ist das erstmal ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass ein Fehlerstrom erkannt und die Gefahr rechtzeitig gebannt wurde. Doch besonders im Winter, wenn es bereits früh dunkel wird, ist ein Stromausfall äußerst unangenehm.
Der FI-Schalter sollte also schnell wieder zurückgestellt werden, um die Stromversorgung zu den Haushaltsgeräten wiederherzustellen. Wir haben die wichtigsten Handlungsempfehlungen nach einem Stromausfall zusammengefasst. Doch zurück zum FI-Schalter: Sollte er sich nicht zurückstellen lassen, bedeutet das, dass es immer noch einen Fehlerstrom gibt. Um den fehlerhaften Stromkreis und das Elektrogerät, das ihn ausgelöst hat, zu finden, kann folgendes ausprobiert werden:
- Zuerst sollten alle Leitungsschutzschalter im Stromkasten deaktiviert werden, also nach unten geklappt, und der FI-Schalter nach oben geklappt.
- Danach alle Leitungsschutzschalter der Reihe nach wieder aktivieren, also nach oben klappen.
- Fällt der FI-Schalter wieder nach unten, nachdem einer der Leitungsschalter nach oben geklappt wurde, wurde der fehlerhafte Stromkreis gefunden. Eine Sicherung ist für einen bestimmten Bereich im Haushalt zuständig, zum Beispiel für Wohnzimmer, Küche, das Licht am Gang, usw. Im Verteilerkasten sollte unter dem Leitungsschalter bzw. der Sicherung mit dem Fehlerstrom dabei stehen, zu welchem Bereich er gehört.
- Dann alle Elektrogeräte im Bereich des Fehlerstrom abstecken und den FI-Schalter und den Leitungsschalter wieder nach oben klappen. Die Geräte nacheinander wieder einstecken und wenn bei einem der Geräte der FI-Schalter auslöst, also nach unten fällt, wurde das fehlerhafte Gerät identifiziert!
Wenn aber kein fehlerhaftes Gerät gefunden wird und sich der FI-Schalter nicht zurückstellen lässt, muss ein*e Elektrotechniker*in verständigt werden. Dauert der Stromausfall länger an, sollten die Lebensmittel im Kühlschrank kontrolliert werden.
Ist der FI-Schalter funktionstüchtig?
Da der FI-Schalter eine so wichtige Funktion erfüllt, ist es ratsam, ihn regelmäßig auf Herz und Nieren zu prüfen. Das klingt nun komplizierter als es ist: Dazu wird einfach der Stromkasten geöffnet und der Testknopf betätigt. Über einen internen Prüfwiderstand wird ein Fehlerstrom simuliert, welcher den FI-Schutzschalter auslöst und ausschaltet.
Ist der Strom nach Betätigung des Prüfknopfs weg, ist alles gut! Im Zweifelsfall sollte jedoch rasch ein Experte zurate gezogen werden.
Fazit
Der FI-Schalter ist ein stiller Held im Stromkasten – er schützt zuverlässig vor lebensgefährlichen Stromunfällen. Wer ihn regelmäßig testet und bei Auslösungen richtig reagiert, sorgt für mehr Sicherheit im eigenen Zuhause. Mit dem richtigen Wissen lässt sich im Ernstfall schnell handeln – und im besten Fall sogar Schlimmeres verhindern. Ein kleiner Knopf mit großer Wirkung!


