Handy-Akku richtig laden: Warum 80% optimal sind

Die durchschnittliche Lebensdauer eines Handy-Akkus beträgt 2 Jahre. Wir haben Tipps für eine längere Lebensdauer zusammengestellt. 
Aktualisiert am: 27.02.2025
Frau in einem gelben Oberteil entspannt auf einer Couch, trägt Kopfhörer und schaut auf ein Smartphone.

Das Wichtigste in Kürze

  • Optimaler Ladebereich: Zwischen 20 % und 80 % laden – das schont den Akku.
  • Nicht über Nacht laden: Dauerladen belastet den Akku unnötig.
  • Extreme vermeiden: Weder vollständig entladen noch auf 100 % laden.
  • Temperatur beachten: Ideal sind 5–25 °C – Hitze und Kälte schaden dem Akku.
  • Sparsamer Umgang: GPS, WLAN & Apps nur bei Bedarf aktivieren.
  • Ladefunktionen nutzen: Viele Geräte bieten Akku-Schonfunktionen in den Einstellungen.
  • Umweltaspekt: Längere Akkulebensdauer = weniger Elektroschrot

Die 80%-Regel beim Aufladen

Die heutigen Smartphones verwenden moderne Lithium-Ionen-Akkus, die empfindlich auf den Ladezustand reagieren. Ein vollständiges Laden auf 100 Prozent oder ein vollständiges Entladen können die Lebensdauer des Smartphone Akkus verkürzen. 

  • Ein Ladezustand zwischen 20 und 80 Prozent schont den Akku und verlängert seine Lebensdauer.
  • Am besten sollte das Handy bei einer Restladung von zwischen 30 und 40 Prozent aufgeladen werden.

Verbraucht ein angestecktes Handy Strom, auch wenn es bereits vollgeladen ist?

Ein angeschlossenes Mobiltelefon verbraucht auch nach dem vollständigen Aufladen noch Strom. Obwohl der Ladevorgang gestoppt ist, fließt weiterhin Energie, um den aktuellen Ladestand zu halten und Hintergrundprozesse zu unterstützen. Dies kann zu einer leichten Erwärmung führen und den Akku langfristig belasten.

Den Smartphone Akku über Nacht zu laden, ist keine gute Idee. Er verliert immer wieder einige Prozent, die sofort wieder nachgeladen werden. D.h. ein "Dauerladen" entsteht. Am besten ist es, das Handy über Nacht in den Flugmodus zu schalten, so wird kaum Akkuleistung verbraucht und der Wecker funktioniert trotzdem.

Außerdem sollte vermieden werden, den Akku immer nur kurz für ein paar Minuten zu laden. Jeder Ladevorgang belastet den Akku.

Das Schnellladen wird auch bei den Handyherstellern immer beliebter. Viele Handys sind heute schon mit dieser Funktion ausgestattet, so kann der Akku in einer halben Stunde um bis zu 70% aufgeladen werden.

Das Netzteil sollte übrigens auch nicht dauerhaft an der Steckdose hängen. Auch wenn kein Handy angeschlossen ist, verbraucht der Transformator etwas Strom. 

Der Mythos des Memory-Effekts bei Handy-Akkus

Schon einmal vom Memory Effekt beim Laden gehört? Der Memory-Effekt bei Handyakkus beschreibt ein Phänomen, bei dem der Akku scheinbar an Kapazität verliert, wenn er wiederholt nur teilweise entladen und dann wieder aufgeladen wird. 

Dieses Problem tritt allerdings nur bei Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) und in geringerem Maße bei Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) auf. Moderne Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) und Lithium-Polymer-Akkus (Li-Po), die heute in den meisten Smartphones verwendet werden, sind nicht betroffen.

Also nein, Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus haben keinen Memory-Effekt. Sie profitieren sogar von Teilladezyklen und sollten nicht regelmäßig vollständig entladen werden, da dies ihre Lebensdauer verkürzen kann.

Lebensdauer verlängern

Durch das Vermeiden von extremen Ladezuständen wird der Verschleiß des Akkus reduziert und damit seine Lebensdauer verlängert.

Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) in Smartphones sollten nie vollständig auf Null entladen werden. Die Elektroden des Akkus werden sowohl beim vollständigen Aufladen auf 100 %, als auch beim vollständigen Entladen stark beansprucht. Bei einer Tiefentladung sinkt die Spannung sogar unter die Entladeschlussspannung, der Akku wird dauerhaft geschädigt. 

Die Lebensdauer der Batterie verringert sich somit deutlich. 

Überhitzung und Unterkühlung vermeiden

Ein Handy-Akku mag es weder zu heiß noch zu kalt. Bei zu hoher Temperatur oder zu niedrigen Temperaturen leidet die Akkuleistung. Optimal sind Temperaturen zwischen 5 und 25 Grad Celsius. Bei Minusgraden lässt die Akkuleistung deutlich nach.

  • Im Winter sollte das Smartphone daher am besten in der Jackeninnentasche getragen werden.
  • Im Sommer am besten im Rucksack oder in der Tasche. 

Das Akku Aufladen auf maximal 80 Prozent reduziert zudem die Wärmeentwicklung während des Ladevorgangs, was den Akku zusätzlich schont. 

GPS, WLAN und Apps

Wenn WLAN oder GPS nicht benötigt werden, am besten ausschalten:

  • Über WLAN wird sonst ständig ein Netz gesucht.
  • GPS ist sehr energieintensiv, da Mobilfunksignale zur Positionsbestimmung genutzt werden. 
  • Apps, die einen hohen Energieverbrauch haben, sollten deaktiviert werden, wenn sie nicht benötigt werden. Denn viele Apps laufen im Hintergrund und verbrauchen somit viel Energie. 
  • Bei OLED-Displays hilft der Dark-Mode dabei, Energie zu sparen. 

Auf Updates achten 

Auf dem Smartphone sollte immer die neueste Version installiert sein. Updates verbessern oft die Akkuleistung oder die Akkulaufzeit. 

Umweltfreundlichere Nutzung von Smartphones

Die größte Umweltbelastung entsteht bei der Herstellung eines modernen Smartphones. Je länger ein Gerät genutzt wird, desto besser für die Umwelt.

  • Handy länger behalten: Ein Smartphone sollte idealerweise 4-5 Jahre genutzt werden.
  • Reparieren statt neu kaufen: Defekte Displays oder Akkus können oft kostengünstig ausgetauscht werden.
  •  Gebrauchte Geräte kaufen: Gebrauchte und generalüberholte Handys sind eine nachhaltige Alternative zum Neukauf.

Ein langlebiger Akku bedeutet weniger Elektroschrott und weniger Ressourcenverbrauch, was der Umwelt zugute kommt.

Gibt es auch Nachteile beim Laden bis 80%?

Drei Smartphones werden auf einem braunen Teppich aufgeladen und an eine Steckdosenleiste angeschlossen.

Folgend haben wir die Nachteile aufgelistet:

Geringere Nutzungsdauer

Die verfügbare Nutzungszeit pro Ladung ist geringer, da nicht die volle Kapazität der Batterie genutzt wird. Wenn der Akku zwischen 20 und 80 Prozent geladen wird, fehlen im täglichen Gebrauch 40 % der Gesamtkapazität. 

Das bedeutet, dass das Handy häufiger aufgeladen werden muss. Wenn man längere Zeit keinen Zugang zu einer Ladestation hat oder von einem vollständig geladenem Akku abhängig ist, kann das problematisch sein.

Aktiv auf Ladezeiten achten

Viele Smartphone-Hersteller bieten mittlerweile Funktionen, die das Handy nur zu 80 Prozent aufladen lassen. Am besten schaut man in den Informationen und Akku-Einstellungen nach. Gibt es dafür keine Funktion, muss man den Ladevorgang im Auge behalten, was im Alltag eher schwierig ist.

Praktische Tipps für eine längere Akku-Lebensdauer

Praktische Tipps mit denen die Lebensdauer von Akkus verlängert werden können:

  1. Handyakku schonen beim iPhone 

    Für iPhone-Nutzer*innen bietet die Funktion „Optimiertes Laden“ Unterstützung. Diese lernt das Ladeverhalten der Nutzer*innen und verzögert das vollständige Aufladen über 80 Prozent hinaus, bis es benötigt wird.

    Die Einstellung findet sich unter Einstellungen -> Batterie -> Batteriezustand & Ladevorgang. Dort das Menü „Optimiertes Laden der Batterie“ aktivieren.

  2. Akku schonen bei Android-Smartphones

    Wie das Menü zum Einstellen der maximalen Ladeleistung heißt, hängt vom Hersteller ab. Am besten sucht man in den Einstellungen nach „Akkuschutz“, „Intelligentes Laden“ oder „Akkugesundheit“.

    • Bei Samsung Galaxy Handys unter Einstellungen -> Akku und Gerätewartung -> Akku -> Weitere Akkueinstellungen.
    • Google Pixel Handys bieten kein Menü zur Ladeoptimierung, da die Spannung ab 80 % automatisch reduziert wird.

Fazit: Lohnt sich die Begrenzung auf 80%?

Die Begrenzung des Ladezustands auf 80% hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Während die Lebensdauer des Akkus verlängert und eine Überhitzung vermieden werden können, müssen die Nutzer*innen eine kürzere Akkulaufzeit und einen höheren Aufwand beim Laden in Kauf nehmen.

Es ist daher wichtig, die eigenen Nutzungsgewohnheiten abzuwägen und zu entscheiden, ob diese Methode für den individuellen Gebrauch sinnvoll ist.

Kurz zusammengefasst:

  • Handyakkus nicht vollständig entladen oder voll aufladen.
  • Nicht über Nacht laden
  • Tiefentladung unbedingt vermeiden 
  • Handy-Akku nicht dauerhaft in kalter oder heißen Umgebung laden und betreiben
  • Keine minderwertigen Handy-Akkus oder Ladegeräte verwenden
Handy-Akku richtig laden » Vor- & Nachteile vom Laden bis 80 %