Honig vom Bürger*innen Solarkraftwerk

1 Million Bienen haben beim Bürger*innen Solarkraftwerk ein neues Zuhause bekommen. Aber warum genau ist das Gelände des Bürger*innen Solarkraftwerks so geeignet für Bienen? Wir haben bei Stadtimker Felix Munk nachgefragt.
Aktualisiert am: 23.05.2016
Zwei Imker in Schutzkleidung präsentieren stolz eine Honigwabe unter dem sonnigen Himmel.

Wien Energie hat sich bereit erklärt, Bienen ein neues Zuhause beim Bürger*innen Solarkraftwerk in Liesing zu geben. Warum eignet sich gerade dieser Standort so gut für die Bienen?

Stadtimker Felix Munk: Wir haben dort die Möglichkeit, nicht nur den Honigbienen ein Zuhause zu geben, sondern auch den Wildbienen und Schmetterlingen. Genau diese Mischung macht es aus, dass es allen gut geht. Das Gelände verfügt über eine sehr gute Vielfalt an Pflanzen, Blumen und Gräsern. Diese Flora bietet eine optimale Umgebung, wo sich unsere Bienen wohlfühlen.

Darüber hinaus ist es natürlich toll, wenn neben den Pflanzen, die hier wachsen, auch noch Energie erzeugt werden kann. Und das auf ganz natürliche Art und Weise, nämlich aus der Kraft der Sonne. Schön, dass sich Natur und Technik nicht im Weg stehen – und das auch noch mitten in einer Großstadt.

Warum ist es so wichtig, Bienen zu schützen und das Aussterben mit Maßnahmen dieser Art zu verhindern?

Stadtimker Felix Munk: Es gibt alleine in Österreich 700 Bienenarten. Von diesen stehen 80 Prozent auf der Roten Liste bzw. sind vom Aussterben bedroht. Nur wenn es durch viele Aktionen dieser Art gelingt, möglichst viele Arten zu erhalten, werden wir auch eine gesunde und natürliche Pflanzenvielfalt bewahren können.

Bienen sind also richtige Energiebündel – wo nehmen sie eigentlich ihre Energie her, um so viel Arbeit zu leisten?

Stadtimker Felix Munk: Auch die Bienen und Schmetterlinge leben von der Sonnenenergie, nur ist ihre Sonnenenergie in Blüten in Form von Nektar und Pollen gespeichert. Bienen haben so für das Problem der Energiespeicherung eine Lösung gefunden, da sind sie uns Menschen also eine Nasenlänge voraus.

Was schützt Bienen auch in Zukunft? Und was kann ökologische Stromerzeugung dazu beitragen?

Stadtimker Felix Munk: Flächen wie die der Solarkraftwerke haben die Möglichkeit, Bienen eine Pflanzenvielfalt zu bieten, die sie brauchen, um gesund zu bleiben. Dies alleine ist schon sehr wichtig, um Bienen, Schmetterlingen und anderen blütenbestäubenden Insekten ein Überleben zu sichern. Daher begrüßen wir Projekte wie das von Wien Energie und hoffen auf weitere dieser Art.

Wien Energie Mitarbeiter*innen beobachten zwei Imker, die auf einem Feld Bienenrahmen untersuchen.
Felix Munk erklärt Bienenstock

Jetzt noch zum süßen Teil – was macht den Honig von diesem Standort so einzigartig?

Stadtimker Felix Munk: Jeder Honig schmeckt anders. Beim Solarkraftwerk gib es viele Kräuter und andere Blühpflanzen, so etwas merkt jeder auch am Honiggeschmack. Der Honig vom Gelände des Solarkraftwerks ist daher auch eine ganz spezielle Köstlichkeit.

Was kann man eigentlich als Privatperson tun, um Bienen zu schützen?

Stadtimker Felix Munk: Lassen Sie es zu, dass auch etwas wächst, was nicht nur schön ist, eine Distel ist für Bienen sehr wichtig, ebenso Karden u. v. a. Je mehr Samen wir verbreiten, desto besser. So kann jeder schon einen kleinen Beitrag leisten, um Bienen zu schützen.

Vielen Dank für das Interview, Herr Munk!
(Das Interview wurde im Jahr 2016 durchgeführt)

Bienen: Wusstest du das?

  • 1 Biene wiegt 0,1 Gramm.
  • Für 1 kg Honig müssen etwa 3 kg Nektar eingetragen werden.
  • Dafür sind 100.000 Ausflüge erforderlich.
  • 4–14.000.000 Blüten müssen besucht werden.
  • Die Flugstrecke aller Bienen reicht dazu 6 Mal um die Erde.

 Wir wissen also jetzt, dass Bienen wichtig für das Ökosystem sind. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien definitiv auch. Darum setzen wir uns als Wien Energie auch das Ziel, bis 2030 den Ausbau erneuerbarer Energie auf 40 Prozent zu steigern. Sei auch du ein Teil davon und beteilige dich an einem unserer nächsten Kraftwerke. Jetzt zum Newsletter anmelden.

Honig aus dem Solarkraftwerk » Wiener Stadtimker im Interview