Im Wildwasser der Donau

Kajak und Rafting mitten in Wien? Auch das gibt es, und zwar im Wildwasserkanal auf der Donauinsel. Aber wie beginnt man am besten? Fünf Tipps von National-Kanuten Mario Leitner.
Aktualisiert am: 28.07.2023
Zwei Kajakfahrer navigieren in einem Slalomkurs durch raues Wildwasser in der Vienna Watersports Arena auf der Donauinsel. Beide tragen Schutzausrüstung und sind hochkonzentriert.

Wilde Rafting-Action mitten in Wien

Zum Rafting muss es nicht immer an die Enns oder die Salza gehen. Auch wenn das ein bisschen schräg klingt, aber wer Abenteuer in wilden Gewässern sucht, muss dazu nicht mal die Stadt verlassen. Nämlich genau dort, wo die meisten Menschen normalerweise gemütlich mit dem Tretboot übers Wasser schippern, geht es nebenan wild her.

Gleich in der Nähe der Steinspornbrücke befindet sich nämlich die Vienna Watersports Arena, die mit 250 Metern Länge landesweit größte künstliche Wildwasserstrecke.

Drei Pumpen spülen hier bis zu zwölf Kubikmeter Wasser pro Sekunde (das sind ca. 100 volle Badewannen) in den Parkour, sorgen so für konstantes Wildwasser in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Es gibt verschiedene Höhen, wilde und weniger wilde Passagen und eine Menge eingebaute Hindernisse. Sehr praktisch! Bei der Vienna Watersports Arena gibt es sogar einen Lift, der die Sportler*innen ganz einfach zum Anfang des Kanals zurückbefördert.

5 Wildwasser-Tipps eines Profis

Wellen, Tore und Hindernisse: Die Vienna Watersports Arena ist für Profis und Einsteiger geeignet. © Bild: Isabel Frahndl
Bild: Isabel Frahndl
  1. Ausrüstung

    Schwimmwesten sind Pflicht, das gilt für Anfänger*innen genauso wie für Profisportler*innen. Dasselbe gilt für den Helm – egal, in welcher Wildwasserstufe man unterwegs ist. Der Rest hängt tatsächlich von der Gegebenheit ab.

    Anfänger*innen sollten aber auf jeden Fall einen Auftriebskörper im Boot haben, damit es nicht gleich untergeht, wenn man einmal raus muss oder rausfällt.

  2. Beobachten

    Es ist ganz normal, dass man am Anfang Schwierigkeiten hat, das Wasser richtig einzuschätzen. Wer nur im See schwimmen geht, weiß einfach nicht, wie sich bewegendes Wasser verhält, wie es sich anfühlt, durch Wellen oder Kehrwasser zu fahren.

    Viel üben und genaues Beobachten des Wassers hilft, die nötige Sicherheit zu bekommen. Dann sieht man in den Wellen auch keine Gefahr mehr, sondern eine Herausforderung.

  3. Ziele setzen

    Es muss zu Beginn nicht allzu wild sein.

    Anfänger*innen starten besser im Flachwasser, feilen dort an ihrer Technik, machen sich mit der Strömung vertraut und tasten sich dann langsam an das Fahren in schnell fließendem Gewässer mit Strömung heran. Man sollte sich kleine Ziele stecken, also:

    Einmal geradeaus fahren. Oder durch die Rafting-Bahn zu kommen, ohne rauszufallen. Wenn das mal sitzt, geht es schnell weiter.

  4. Technik ist wichtiger als Adrenalin

    Kanufahren lernen ist mit viel Training verbunden – körperlich, aber auch technisch. Ins Wildwasser sollte man also erst gehen, wenn man schon ein gewisses Niveau erreicht hat. Dort ist nämlich die Gefahr groß, unter Wasser zu geraten und dort auch zu bleiben, wenn man Techniken wie die Eskimorolle noch nicht beherrscht.

    Und was man auch nie vergessen darf: Die Steine im Fluss können nicht nur das Boot beschädigen, sondern auch einen selbst. Also besser nicht überschätzen und, wenn man draußen ist, an die Profis halten, die das Gewässer gut kennen.

  5. Und trotzdem: Hab Mut!

    Auch wenn Sicherheit immer vor geht, zum Kanufahren gehört die nötige Überwindung, um sich richtig in die Wellen legen zu können und dabei die Balance nicht zu verlieren. Das Wasser sollte man nie als Feind sehen und in der Übungssituation kann eigentlich nur passieren, dass man aus dem Boot fällt und schwimmen muss.

    Der Umgang mit Wasser ist im normalen Leben nicht so präsent, aber wenn man es probiert, tun sich viele aufregende Möglichkeiten auf.

    Deswegen: Mutig sein, überwinden, sich steigern und unglaublichen Spaß damit haben.

Kanu-Profi Mario Leitner im Interview

Mario Leitner, 1997 geboren, hat in seiner Kindheit in Kärnten viele Sportarten ausprobiert und wäre beinahe Snowboardprofi geworden. Mit 15 entscheidet er sich, seine ganze Energie in den Kanusport zu stecken und fährt seitdem für das österreichische Nationalteam. In seiner Freizeit holt er sich sein Adrenalin auf Wildwasserstrecken und teilt die unglaublichen Bilder auf seiner Instagram-Seite. 

Sein nächstes Ziel: Eine Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Wir wünschen ihm alles Gute!

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(Das Interview wurde im Jahr 2020 durchgeführt.)

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