Licht ein- und ausschalten: Energiesparend oder höherer Stromverbrauch?
Ab welcher Abwesenheit sollte das Licht ausgeschaltet werden? Gibt es Unterschiede zwischen Glühbirnen, Halogenlampen, Energiesparlampen und LED? Wir klären auf.
Schaltest du immer das Licht aus, wenn du einen Raum verlässt?
Das Wichtigste in Kürze
- LED-Lampen verbrauchen beim Einschalten kaum Strom – Ausschalten lohnt sich immer.
- Glühbirnen & Halogenlampen verbrauchen beim Einschalten kurzfristig mehr Strom – ab 3 Minuten Abwesenheit ausschalten.
- Energiesparlampen: Ausschalten ab ca. 5 Minuten sinnvoll.
- Leuchtstoffröhren: Ausschalten ab 10 Minuten Abwesenheit empfohlen.
- LEDs sind schaltfest – häufiges Ein- und Ausschalten verkürzt ihre Lebensdauer nicht.
- Bewegungsmelder & Tageslichtsensoren helfen, unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden.
- Rebound-Effekt vermeiden: Geringer Verbrauch ist kein Freibrief für längeres Brennenlassen.
Stromverbrauch beim Ein- und Ausschalten: Leuchtmittel im Vergleich

Ob eine Lampe ausgeschaltet werden sollte, hängt von der Art der Lampe und der Dauer der Abwesenheit ab. Einige Leuchtmittel verbrauchen gerade beim Einschalten sehr viel Strom, sodass ein ständiges Ein- und Ausschalten den Energieverbrauch erhöht.
Der Verkauf von Glühlampen, Halogenlampen und Energiesparlampen mit Vorschaltgerät ist in der EU inzwischen weitgehend verboten. Da sie aber immer noch in Gebrauch sind, wollen wir die verschiedenen Leuchtmittel kurz erläutern.
Glühbirne
Die klassische Glühlampe ist birnen- oder kerzenförmig, das Glas befindet sich auf einem Metallsockel. In der Birne befindet sich der Wolframdraht, der für die Lichterzeugung verantwortlich ist.
Glühlampen verbrauchen beim Einschalten für ca. 50 Millisekunden bis zum 15-fachen der normalen Leistung. Bei Abwesenheit von mehr als 3 Minuten sollte die Glühbirne ausgeschaltet werden.
Halogenlampe
Halogenlampen haben eine Lebensdauer von ca. 2.000 bis 4.000 Stunden. Es gibt sie in Spot- oder Birnenform. Im Glaskolben befindet sich ein Halogengas, das dafür sorgt, dass sich der Glühdraht nicht so schnell verbraucht.
Eine Halogenlampe verbraucht beim Einschalten so viel Strom, wie sie in 3 Minuten Brenndauer verbraucht. Bei Abwesenheit von mehr als 3 Minuten kann sie ausgeschaltet werden.
Energiesparlampe
Energiesparlampen haben eine Lebensdauer von ca. 10.000 Stunden. Man erkennt sie an der „gefalteten Röhre“ oder „Wendelröhre“ in der Lampe. Sie bestehen aus einem eingebauten Vorschaltgerät und einem Schraubsockel.
Energiesparlampen verbrauchen beim Einschalten so viel Strom wie in 5 Minuten Brenndauer.
Leuchtstoffröhren
Leuchtstoffröhren findet man oft noch in Garagen oder Kellern. Sie verbrauchen beim Einschalten sehr viel Energie. Häufiges Ein- und Ausschalten verkürzt zudem die Lebensdauer.
Bei Abwesenheit von mehr als 10 Minuten sollte die Leuchtstoffröhre ausgeschaltet werden.
LED Lampe
Warum du LED verwenden solltestLED-Lampen enthalten keinen Glühfaden, sondern Leuchtdioden. Eine LED-Lampe benötigt das 100-fache der angegebenen Nennleistung, um eine Hundertstelsekunde lang zu leuchten. Das entspricht etwa einer Sekunde Betrieb, d.h. Ausschalten lohnt sich bei LED-Lampen immer.
Die Lebensdauer von LED-Lampen liegt zwischen 15.000 und 100.000 Stunden.
Beeinflusst ständiges Ein- und Ausschalten die Lebensdauer?

Auf der Verpackung von Lampen sind die Lebensdauer in Stunden und/oder die Schaltzyklen angegeben. Ein Schaltzyklus bezeichnet dabei das einmalige Ein- und Ausschalten der Lampe. Die Anzahl der Schaltzyklen entspricht in etwa der Lebensdauer in Stunden.
Eine Lampe ist aber nach Erreichen der Schaltzyklen nicht automatisch kaputt, sie funktionieren meistens länger, die Leuchtkraft lässt aber nach. Bei LED-Lampen wird die Lebensdauer durch mehr Schaltzyklen nicht beeinflusst.
Darüber hinaus vermeiden Bewegungsmelder oder Tageslichtsensoren unnötigen Lichtverbrauch. Tageslichtsensoren schalten das Licht aus, wenn es hell genug ist.
Glühbirnen
Die klassische Glühlampe hat eine Lebensdauer von ca. 1.000 Stunden. Glühlampen reagieren sehr empfindlich auf häufiges Ein- und Ausschalten. Das erhöht den Stromverbrauch und verkürzt die Lebensdauer der Glühlampe.
Halogenlampe
Halogenlampen haben mit ca. 2.000 Stunden eine längere Lebensdauer als Glühlampen. Sie reagieren jedoch sehr empfindlich auf häufiges Ein- und Ausschalten.
Energiesparlampe
Die erste Generation der Energiesparlampen war sehr schaltempfindlich. Beim Einschalten wurden sehr kurze Stromspitzen erzeugt und die volle Helligkeit wurde nicht sofort erreicht. Durch die extrem kurze Spitze hatte dies aber weniger mit dem Stromverbrauch als mit der Lebensdauer der Lampen zu tun.
Moderne Energiesparlampen sind weniger anfällig für häufiges Schalten und haben ca. 30.000 Schaltzyklen.
Leuchtstoffröhre
Auch Leuchtstoffröhren reagieren empfindlich auf häufiges Ein- und Ausschalten. Beim Einschalten wird eine hohe Spannung benötigt, was die Lebensdauer der Röhren verkürzt. Moderne Leuchtstoffröhren sind jedoch weniger anfällig für häufiges Schalten.
LED
LED-Lampen reagieren nicht empfindlich auf das Ein- und Ausschalten. Je nach Qualität halten sie durchaus 20.000 bis 100.000 Schaltzyklen aus.
Auf LED umsteigen und Energie sparen

LED-Lampen verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Energie als Glühlampen und 70 Prozent weniger als Halogenlampen. Der Austausch bestehender Lampen spart nicht nur Energie, sondern auch Geld. Denn auch wenn sie in der Anschaffung teurer sind, rentieren sie sich, weil sie eine viel höhere Lebensdauer haben. Auf der Verpackung der LED-Lampen sind die Energieeffizienzklasse und die Lebensdauer angegeben.
Mit LED-Lampen, die über Smart Home gesteuert werden können, lässt sich noch mehr Energie sparen.
Wo kann ich meine alten Lampen entsorgen?
Glühlampen und Halogenlampen können über den Restmüll entsorgt werden. Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren und LED-Lampen gehören dagegen nicht in den Restmüll. Sie enthalten wichtige Stoffe, die im Sinne der Ressourcenschonung in der Kreislaufwirtschaft wiederverwertet werden können. Sie müssen über die Problemstoffsammlung entsorgt werden.
Energiesparlampen enthalten Quecksilber und müssen daher über den Sondermüll entsorgt werden.
Kann ich LEDs länger brennen lassen?
Es ist richtig, dass die neuen Energiesparlampen - hauptsächlich LEDs - aufgrund ihrer geringen Leistung nur ein Fünftel des Stroms einer Glühlampe verbrauchen.
Umgekehrt könnte man sagen, dass die Lampe fünfmal so lange brennen könnte, um den gleichen Stromverbrauch zu erreichen. Im Sinne des Energiesparens ist es aber natürlich nicht sinnvoll, die Lampen extra länger brennen zu lassen.
Rebound Effekt
Es ist nicht Sinn und Zweck der LED, den Verbrauchsvorteil durch eine längere Brenndauer oder – wie es bei LEDs immer häufiger der Fall ist – durch eine viel größere Anzahl von Lampen wieder aufzuheben.
In diesem Fall spricht man vom Rebound-Effekt. Dieser beschreibt, dass die ursprüngliche Einsparung durch ein verändertes Nutzerverhalten wieder aufgehoben wird.
Fazit: Licht ausschalten oder brennen lassen
Das Ein- und Ausschalten von Lampen beeinflusst den Stromverbrauch und die Lebensdauer je nach Lampentyp unterschiedlich. Glühbirnen und Halogenlampen sind empfindlich gegenüber häufigem Schalten und verbrauchen beim Einschalten viel Strom, was ihre Lebensdauer verkürzt.
Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren sind ebenfalls schaltempfindlich, aber moderne Versionen sind robuster.
LED-Lampen hingegen sind unempfindlich gegenüber häufigem Schalten und verbrauchen insgesamt weniger Energie. Daher lohnt es sich, auf LED-Lampen umzusteigen, um Energie zu sparen und die Lebensdauer der Beleuchtung zu verlängern.
