Klimaschutzquartier Village im Dritten

Gemeinsam mit der Austrian Real Estate realisiert Wien Energie auf dem Gelände der Aspanggründe ein innovatives Klimaschutzquartier, das VILLAGE IM DRITTEN. Das klimafreundliche Gesamtkonzept für Wärme-, Kälte- und Stromversorgung setzt europaweit neue Maßstäbe.
Aktualisiert am: 29.08.2023
Auf der Baustelle im Village im Dritten herrscht geschäftiges Treiben mit Maschinen und Kieshaufen, vor der Kulisse malerischer Wohnhäuser und üppiger Bäume.

Der Klimaschutz entscheidet sich in der Stadt! Deshalb arbeiten wir stets an innovativen Lösungen, die es uns ermöglichen, eine klimaneutrale Stadt der Zukunft zu gestalten. Denn nur so kann uns der Weg raus aus Gas gelingen. Mit dem VILLAGE IM DRITTEN entsteht ein nachhaltiges Vorzeigeprojekt.

Rund 2.000 Wohnungen, Gewerbeflächen und Nahversorgungs- sowie Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen werden hier in den kommenden Jahren errichtet. Im Fokus des Energiekonzepts steht die Nutzung von lokal vorhandenen, erneuerbaren und klimafreundlichen Ressourcen: So viel Energie wie möglich soll direkt vor Ort produziert und auch verbraucht werden.

Ganzheitliches Energiekonzept

Diagramm, das die geothermische Heizung eines Gebäudes im Winter und die Kühlung im Sommer mit beschrifteten Komponenten und Prozessen zeigt.
Grafik Anergienetz Village im Dritten.

Das neue Stadtviertel entsteht bis 2027 auf einem über elf Hektar großen Areal. Durch die Kombination von Erdwärmesonden, Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen werden so viele lokale und erneuerbare Energiequellen wie möglich genutzt. Außerdem wird für die zukünftigen Bewohner*innen des VILLAGE eine intelligente, baufeldübergreifende Energiegemeinschaft realisiert. Das ist gut für die Umwelt und für die Mieter*innen, die von geringeren Energiekosten profitieren.

Wärme aus dem VILLAGE IM DRITTEN für das VILLAGE IM DRITTEN

Für die Heizung der Wohnungen kommen Flächenheizsysteme, wie zum Beispiel Fußbodenheizungen zum Einsatz. Diese Systeme benötigen nur niedrige Vorlauftemperaturen, damit können die Wärmepumpen noch effizienter betrieben werden. Die Flächenheizungen werden abhängig von der Außentemperatur mit maximal 37°C betrieben.

Im Sommer wird die überschüssige Wärme aus dem Gebäude geführt und mittels Sonden unter den Gebäuden im Erdreich gespeichert. Während des Winters wird diese Wärme wieder aus dem Boden geholt und mittels Wärmepumpe für die Heizung verwendet. Ein Großteil der Heizenergie kann damit aus lokalen Ressourcen gewonnen werden. Zusätzlich wird die Abwärme, welche den Gebäuden im Sommer entzogen wird, direkt mittels Wärmepumpe für die Produktion des Warmwassers für das Quartier verwendet.

Ähnliche Abwärmesysteme, die lokale Ressourcen nutzen, kommen beispielsweise bereits in der Therme Oberlaa oder der Waffelfabrik von Manner zum Einsatz. Abwärme ist aber nicht unsere einzige klimafreundliche Wärme-Lösung! Wir haben zahlreiche weitere Projekte zum Thema "Raus aus Gas".

Größtes Erdsondenfeld Österreichs

Bohrung Tiefensonden
Unter einem bewölkten Himmel steht eine Baustelle mit schweren Maschinen und riesigen Kränen, eingebettet zwischen Gebäuden und Feldwegen im Village im Dritten.
Bohrer für Tiefensonden
Nahaufnahme von Baumaschinen auf der Baustelle Village im Dritten.
Plakat Village im Dritten
Baustelle Village im Dritten
Bohrung Tiefensonden
Unter einem bewölkten Himmel steht eine Baustelle mit schweren Maschinen und riesigen Kränen, eingebettet zwischen Gebäuden und Feldwegen im Village im Dritten.
Bohrer für Tiefensonden
Nahaufnahme von Baumaschinen auf der Baustelle Village im Dritten.
Plakat Village im Dritten
Baustelle Village im Dritten

Das Herzstück des Energiekonzepts besteht aus dem größten Erdsondenfeld Österreichs. Die Bohrungen für die 500 Erdwärmesonden, welche dieses bilden, haben zu Beginn des Jahres 2023 gestartet. Ein Viertel der Sonden ist bereits gesetzt und die Umsetzung des Energiesystems nimmt Form an. Die Erdwärmesonden reichen 150 Meter in die Tiefe und ermöglichen die Nutzung des Erdreichs zum Heizen bzw. Temperieren. Das heißt, sie dienen dem moderaten Abkühlen der Wohnungen sowie der Kühlung der Gewerbeflächen.

Die Sonden werden über Leitungen zum größten Anergienetz Österreichs zusammengeschlossen, welches die Erdwärme zu sämtlichen Gebäuden im Quartier transportiert. Konkret heißt das, dass die Erdwärme mit 5 °C bis 19 °C über die Sonden in die hauseigenen Wärmepumpen gelangt, welche die Temperatur weiter erhöhen. Der Strom für die Wärmepumpen kommt dabei unter anderem direkt von den Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude. Alle Gebäude sind außerdem auch an das Fernwärme- und Stromnetz angebunden, um die Versorgungssicherheit auch an sonnenarmen oder sehr kalten Tagen zu garantieren.

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln der Umweltförderung des BMK.

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