Waschmaschine mit Warmwasseranschluss – Lohnt sich das?
Wie lässt sich beim Wäsche waschen Geld sparen? Lohnt sich ein Warmwasseranschluss? Wann sollte eine Waschmaschine ausgetauscht werden?
Verwenden Sie beim Geschirrspüler und der Waschmaschine das ECO-Programm?
Das Wichtigste in Kürze:
- Energieersparnis durch Warmwasseranschluss: Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss nutzen vorhandenes, vorerhitztes Wasser – das spart Strom, insbesondere bei Solarthermie oder Wärmepumpe.
- Nicht jede Maschine ist geeignet: Für den Warmwasserbetrieb sind spezielle Geräte mit zwei Wasseranschlüssen notwendig. Ein falscher Anschluss kann Schäden verursachen.
- Installation durch Fachbetrieb empfohlen: Der Einbau erfordert passende Anschlüsse, Temperaturbegrenzung und einen Rückflussverhinderer – idealerweise vom Fachmann durchgeführt.
- Lohnt sich nicht in jedem Haushalt: Bei Gasthermen ist der Unterschied gering, bei Elektroboilern sogar oft teurer als herkömmliches Waschen.
- Alternative Stromspartipps: Auch ohne Warmwasseranschluss lässt sich mit Eco-Programmen, niedrigen Temperaturen und voller Beladung Strom sparen.
Eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss kann den Energieverbrauch deutlich senken. Besonders dann, wenn Warmwasser umweltfreundlich erzeugt wird. Etwa mit einer Solaranlage oder Wärmepumpe.
Doch nicht jede Maschine eignet sich dafür, und auch die Installation muss stimmen. In diesem Beitrag erklären wir:
- wie ein Warmwasseranschluss bei der Waschmaschine funktioniert
- welche Vor- und Nachteile es gibt
- worauf beim Kauf und Anschluss geachtet werden sollte
Was bedeutet „Waschmaschine mit Warmwasseranschluss?“

Eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss kann direkt an die Warmwasserleitung angeschlossen werden. Das Gerät nutzt dann das bereits erwärmte Wasser aus dem Boiler, der Solaranlage oder der Wärmepumpe. Dadurch muss die Waschmaschine das Wasser nicht mehr selbst erhitzen, was Strom spart. Herkömmliche Modelle ohne Warmwasseranschluss können das nicht.
Wie funktioniert die Warmwasserzufuhr bei Waschmaschinen?
Eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss besitzt zwei separate Zuläufe: einen für Kalt- und einen für Warmwasser. Das Gerät wählt je nach Programm automatisch die passende Mischung. So wird das Wasser nicht mehr im Gerät elektrisch aufgeheizt, sondern kommt direkt erwärmt aus der Hausinstallation. Das spart Strom! Vor allem dann, wenn Warmwasser günstig über Solarthermie oder eine Wärmepumpe erzeugt wird.
Unterschied zu herkömmlichen Waschmaschinen
Standard-Waschmaschinen besitzen in der Regel nur einen Kaltwasseranschluss. Das benötigte Warmwasser wird also erst im Gerät elektrisch aufgeheizt und genau das verursacht den größten Teil des Stromverbrauchs beim Waschen.
Vorteile einer Waschmaschine mit Warmwasseranschluss
Eine Warmwasserzufuhr bringt mehrere Vorteile, besonders wenn Warmwasser effizient erzeugt wird.
-
Energieeinsparung
Da das Wasser bereits erhitzt in die Maschine fließt, reduziert sich der Stromverbrauch. -
Kürzere Waschzeiten
Die Maschine muss das Wasser nicht erst aufheizen, der Waschgang kann dadurch schneller starten. -
Umweltfreundlicher
Wird Warmwasser durch Solarthermie oder Wärmepumpe erzeugt, sinkt der CO₂-Ausstoß pro Waschgang. -
Niedrige Betriebskosten bei eigener Warmwassererzeugung
Besitzer*innen einer Solaranlage oder Wärmepumpe profitieren besonders, da das Warmwasser quasi „gratis“ erzeugt wird.
Gibt es auch Nachteile?
Trotz vieler Vorteile gibt es einige Punkte zu beachten.
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Höhere Anschaffungskosten
Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss sind oft rund 10 % teurer als Modelle ohne Warmwasseroption. -
Installation und Anschlüsse
Nicht jeder Haushalt verfügt über einen Warmwasseranschluss am gewünschten Standort. Ein Fachbetrieb sollte prüfen, ob ein Nachrüsten möglich ist. -
Kompatibilität
Nicht jede Waschmaschine ist für Warmwasser geeignet. Wird eine gewöhnliche Waschmaschine direkt an Warmwasser angeschlossen, kann es zu Schäden an Kleidung und Gerät kommen, wenn zu heißes Wasser einströmt. -
Geringere Modell-Auswahl
Der Markt für solche Waschmaschinen ist begrenzt, es stehen weniger Modelle zur Auswahl.
Waschmaschine mit Warmwasser oder Kaltwasser: Was ist besser?

Ob sich ein Warmwasseranschluss lohnt, hängt stark von der Art der Warmwassererzeugung ab.
Wenn man eine Wärmepumpe oder Solaranlage hat, ist eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss eine gute Idee. Da das warme Wasser selbst produziert wird, fallen kaum zusätzliche Kosten an.
Bei einer Gastherme, die das Warmwasser bedarfsorientiert bereitstellt, werden die Unterschiede in der Erhitzung des Wassers in der Gastherme bzw. in der Waschmaschine kaum spürbar sein. Es wird also keine großen Ersparnisse geben.
Wenn das Warmwasser jedoch mit einem Elektroboiler erzeugt wird, sieht die Sache anders aus. Da das Erhitzen von Wasser mit Strom vergleichsweise teuer ist, entstehen hier höhere Kosten als beim Aufheizen durch die Waschmaschine selbst. In diesem Fall bringt ein Warmwasseranschluss in der Regel keine Ersparnis. Oft ist er sogar teurer als der herkömmliche Kaltwasserbetrieb.
Gibt es Alternativen zum Warmwasseranschluss?
Es gibt technische Lösungen, mit denen sich Warmwasser auch bei Waschmaschinen ohne eigenen Anschluss nutzen lässt. Diese sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Die Installation sollte übrigens immer mit einem Fachbetrieb abgestimmt werden!
Vorschaltgerät
Ein Vorschaltgerät mischt kaltes und heißes Wasser so, dass die Waschmaschine kaum noch Energie zum Aufheizen benötigt. Die Geräte funktionieren zuverlässig, sind jedoch vergleichsweise teuer und kosten oft mehrere hundert Euro. Zusätzlich müssen sie fachgerecht installiert werden. Ein Einbau in Eigenregie ist nicht zu empfehlen.
Thermostatischer Mischer
Thermostatische Mischer sind deutlich günstiger und bereits für unter 50 Euro erhältlich. Die gewünschte Temperatur wird händisch eingestellt und lässt sich bis zu etwa 55 °C regulieren. Allerdings muss die Einstellung vor jedem Waschgang kontrolliert werden, um Schäden an Textilien und der Maschine zu vermeiden.
Mischarmatur
Eine Mischarmatur ist die günstigste Lösung. Für jeden Waschgang muss jedoch manuell von Kalt- auf Warmwasser umgestellt und anschließend wieder zurückgedreht werden. Wird vergessen, den Hebel nach dem Waschen wieder auf Kaltwasser zu stellen, läuft der nächste Waschgang automatisch mit hoher Temperatur. Das kann schnell teuer werden und unter Umständen sogar die Wäsche beschädigen.
Worauf sollte beim Kauf geachtet werden?
Effiziente Warmwassererzeugung prüfen
Bevor ein Warmwasseranschluss installiert wird, sollte geprüft werden, wie das Warmwasser im Haushalt erzeugt wird.
- Bei Solarthermie oder Wärmepumpe lohnt sich der Anschluss in der Regel.
- Bei Gasthermen sind die Unterschiede gering.
- Bei Elektroboilern ist Warmwasser oft teurer als die elektrische Erhitzung in der Waschmaschine.
Diese Abklärung entscheidet darüber, ob sich der Aufwand überhaupt rechnet!
Geeignetes Waschmaschinenmodell auswählen
Nicht jede Waschmaschine darf an den Warmwasseranschluss angeschlossen werden. Das Gerät muss ausdrücklich für Warmwasserbetrieb geeignet sein und über einen separaten Warmwasserzulauf verfügen. Modelle ohne entsprechende Steuerung können durch zu hohe Temperaturen beschädigt werden, ebenso wie die Wäsche.
Installation: So gelingt der Anschluss ans Warmwassernetz
Der Anschluss einer Waschmaschine an das Warmwassersystem sollte durch einen Fachbetrieb erfolgen. Der Einbau umfasst:
- Anschluss der Warm- und Kaltwasserleitungen
- Einbau eines Rückflussverhinderers
- Prüfung aller Dichtungen
- Einstellen der Temperaturbegrenzung
- Kurzer Testlauf, um Durchfluss und Temperatur zu kontrollieren
Erst wenn alle Schritte korrekt durchgeführt wurden, sollte die Maschine regulär in Betrieb genommen werden. Bei der Installation sind folgende Punkte besonders wichtig:
Temperaturbegrenzung einhalten
Damit weder Maschine noch Textilien Schaden nehmen, darf die Warmwassertemperatur nicht über 55 °C liegen. Höhere Temperaturen können Bauteile angreifen, Dichtungen beschädigen oder Wäsche eingehen lassen. Viele Warmwassergeräte ermöglichen eine feste Begrenzung. Diese sollte ein Fachbetrieb einstellen.
Warm- und Kaltwasseranschlüsse prüfen
Ein Warmwasserzulauf muss separat vorhanden sein, idealerweise neben dem Kaltwasseranschluss. Zusätzlich wichtig: Ein Rückflussverhinderer muss eingebaut werden, damit kein heißes Wasser in die Kaltwasserleitung zurückgedrückt wird.
Richtige Mischtemperaturen sicherstellen
Damit die Waschmaschine die eingestellte Waschtemperatur erreicht, muss die Warmwasserleitung so reguliert werden, dass das einlaufende Wasser weder zu heiß noch zu kalt ist. Einige Modelle steuern dies automatisch, bei anderen übernimmt das die vorgelagerte Installation. Falsche Mischtemperaturen können zu schlechten Waschergebnissen oder Gewebeschäden führen.
Hinweise zu Risiken
- Falsch eingestellte Temperaturen können Wäsche beschädigen.
- Ohne Temperaturbegrenzung kann die Maschine überhitzen oder undicht werden.
- Unsachgemäßer Einbau kann zu Wasserschäden führen.
- Wird ein Gerät verwendet, das nicht für Warmwasser ausgelegt ist, kann die Elektronik Schaden nehmen.
Tipps zum Geld sparen beim Wäschewaschen

Bei den meisten ist die Waschmaschine im Haushalt ein richtiger Stromfresser. Ca. 9 Prozent des Jahresstromverbrauchs fallen in Österreich auf die Waschmaschine. Natürlich ist der Stromverbrauch von verschiedenen Faktoren abhängig:
- Wie oft die Waschmaschine verwendet wird
- Wie alt das Elektrogerät ist
- Welches Energielabel und somit welchen Energieverbrauch die Waschmaschine hat
- Wie hoch die Waschtemperatur eingestellt wird
Ob die eigene Waschmaschine ein Stromfresser ist, oder nicht findet man am besten mit einem Strommessgerät heraus. Damit kann man den Verbrauch mit verschiedenen Einstellungen vergleichen, zum Beispiel mit dem ECO-Programm oder einer niedrigeren Waschtemperatur.
Auch unabhängig vom Warmwasseranschluss gibt es Möglichkeiten, beim Waschen Strom zu sparen. Diese Tipps helfen:
Stromverbrauch mit Eco-Programm senken
Waschmaschinen verbrauchen den meisten Strom für das Erhitzen des Warmwassers und nicht für das Drehen der Trommel. Wenn ein Eco-Programm ausgewählt wird, wird das Warmwasser nicht so schnell bzw. auch nicht so stark aufgeheizt, was Strom spart. Die Wäsche wird dafür länger gewaschen.
Waschtemperatur reduzieren
Waschen mit niedrigen Temperaturen verbraucht deutlich weniger Energie als mit hohen. Beispiel: 30 °C benötigen rund 0,3 kWh, 90 °C dagegen 1,8 kWh. Für Kleidung, die nur verschwitzt und nicht stark verschmutzt ist, ist das völlig ausreichend!
Waschmaschine voll beladen
Nur volle Maschinen starten, das spart Strom und Wasser.
Fazit: Wann lohnt sich eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss wirklich?
Eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss lohnt sich besonders dann, wenn Warmwasser günstig erzeugt wird, etwa mit Solarthermie oder Wärmepumpe. Bei Gas- oder Elektroboilern fällt der Vorteil gering oder sogar negativ aus.
Wer effizient waschen möchte und passende Warmwasserquellen hat, kann mit einem Warmwasseranschluss Strom sparen, die Umwelt schonen und Waschzeiten verkürzen.


