Wasserkraftwerk Nussdorf: Ökostrom vom schönsten Kraftwerk Wiens
Der meiste Strom, der in Österreich erzeugt wird, kommt aus Wasserkraft. Mit dem wohl schönsten und sogar unter Denkmalschutz stehenden Wasserkraftwerk versorgen wir 10.000 Wiener Haushalte.
Rund zwei Drittel des in Österreich erzeugten Strom stammt aus Wasserkraft. Das wohl schönste Wasserkraftwerk Wiens ist das Kleinwasserkraftwerk in Nußdorf. Es befindet sich direkt unter der denkmalgeschützten Schemerlbrücke und versorgt rund 10.000 Wiener Haushalte mit Ökostrom.
Vom Stadttor zum Wasserkraftwerk

Als die Galeriebahn und Abwasserkanäle entlang des Donaukanals gebaut wurden, war eine Wehr- und Schleusenanlage notwendig, um den Wasserstand zu regulieren.
1894 wurde Otto Wagner mit der Planung einer solchen Anlage beauftragt, während des Planungsprozesses legte der Jugendstil-Meister rund 1.500 Vorschläge auf den Tisch. Das Stilelement, das sofort ins Auge sticht, sind die beiden Löwenstatuen aus Bronze an den Außenseiten der Brücke.
Sie gelten als Willkommensgruß an alle Reisenden, die sich von Richtung Norden nach Wien begeben. Heute hüten die bronzenen Riesen nicht mehr nur die Wehr- und Schleusenanlage, sondern ebenso ein denkmalgeschütztes Wasserkraftwerk.
Die beiden Bronze-Löwen gaben der "Schemerlbrücke" den wohl geläufigeren Spitznamen "Löwenbrücke".
Ungenützte Wasserkraft
Durch den Bau des Donaukraftwerks Freudenau von 1992 stieg der Wasserspiegel beim Wehr Nußdorf um 4,6 Meter an. So dachte man frühzeitig darüber nach, unter der Schemerlbrücke in Nußdorf ein Kleinwasserkraftwerk zu errichten. In den späten 1990er Jahren waren die staatlichen Förderungen jedoch nicht hoch genug und der Bau hätte sich nicht rentiert.
Anfang der 2000er Jahre war es dann endlich soweit und das neue Fördersystem, sowie die Ökostrom-Regulierung von 2002 führten zu einem Planungsbeginn. Das Kleinwasserkraftwerk Nußdorf wurde von 2004 bis 2005 gebaut.
Fischwanderhilfe für den Artenschutz
3,6 Meter Höhe Unterschied liegen zwischen dem Kleinwasserkraftwerk Nußdorf und dem Donaukanal. Durch die Anlage und die Kraftwerksmauern ist eine Barriere zwischen Donau und Donaukanal entstanden. 2017 ist eine Fischwanderhilfe installiert worden, damit der natürliche Lebensraum wieder näher zusammenwachsen kann.

Insgesamt 320 Meter lang ist die Fischwanderhilfe. Sie besteht außerdem aus 37 Wanderbecken, die den Flussbewohnern helfen den Höhenunterschied zu überwinden. Außerdem ermöglicht es die neue Treppe stromaufwärts zu schwimmen und dort zu laichen.
Die Technik hinter der Wasserkraft
Turbinen und Generatoren
Zwölf Hydro-Matrixturbinen mit Laufraddurchmessern von je 1,32 m und einer mittleren Rohfallhöhe von 3,8 Metern haben eine Leistung von 4,75 MW. Je nach Jahreszeit ist an den Donaukanal eine Dotationswassermenge zwischen 80 und 225 Kubikmeter pro Sekunde abzugeben.
Wehranlage
Das Kraftwerk hat keine eigenständige Wehranlage, sondern verfügt als „überströmtes Kraftwerk“ über Klappen, die auf dem Hohlkörper aufgesetzt sind. Bei Niederwasser sind diese Klappen aufgestellt, wodurch der Wehrkörper sichtbar ist. Bei Normal- und Hochwasser werden die Klappen umgelegt und der Wehrkörper dadurch vollständig überströmt.
Damit versorgt das Kleinkraftwerk rund 10.000 Wiener Haushalte mit sauberem Strom aus Wasserkraft.
Noch mehr Wasserkraft?
Hier gibt es noch mehr über Wasserkraft und über das älteste Wasserkraftwerk Wiens in Opponitz.












