Verbrauchen ausgeschaltete Geräte Strom? – Strom sparen durch Stecker ziehen

Manche Elektrogeräte verbrauchen auch nach dem Ausschalten Strom, wenn sie mit dem Stromnetz verbunden sind. Wir erklären, warum das passiert und welche Geräte Sie abstecken können.
Aktualisiert am: 26.03.2025
Strommessgerät steckt an einer Steckdose und zeigt den Stromverbrauch an.

Schon einmal den Stromverbrauch gemessen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Manche Elektrogeräte verbrauchen auch nach dem Ausschalten Strom, wenn sie mit dem Stromnetz verbunden sind.
  • Verantwortlich dafür ist der Transformator im Netzteil.
  • Geräte im Standby-Modus können zwischen 1 und 20 Watt verbrauchen, moderne Geräte oft unter 0,5 Watt.
  • Um Strom zu sparen, sollten Geräte wie Ladekabel, Computer, Föhn und Spielkonsolen nach dem Gebrauch ausgesteckt werden.
  • Einige Geräte wie WLAN-Router und OLED-Fernseher sollten jedoch angesteckt bleiben, um ihre Funktionen nicht zu beeinträchtigen.
  • Mehrfachsteckdosen und smarte Steckdosen können helfen, den Stromverbrauch zu reduzieren.

Geräte mit Standby-Stromverbrauch

Warum verbrauchen Elektrogeräte Energie, obwohl sie ausgeschaltet sind? Verantwortlich dafür ist der Transformator im Netzteil. Dieser wandelt den Strom weiterhin in Energie um, auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist.

Die meisten Geräte brauchen im Standby-Modus zwischen 1 und 20 Watt. Sehr moderne Geräte, insbesondere TV-Geräte, haben mittlerweile unter 0,5 Watt Standby-Leistung. Wie viel Strom verbraucht wird, kann mit einem Strommessgerät – einem sogenannten EMU (Energy Monitoring Unit) herausgefunden werden. So kann auch verglichen werden, wie viel Strom im Gebrauch verbraucht wird, und wie viel, wenn das Netzteil einfach so an der Steckdose hängt.

Generell gilt zwar: Je kleiner und leichter die Ladegeräte, desto geringer ihre Standby-Leistungsaufnahme. Dies zu überprüfen und nachzumessen, kann aber nicht schaden. Im Service Treff Spittelau kann man sich ein EMU-Gerät ausborgen.

Wie erkennt man, ob ein Elektrogerät nach dem Ausschalten noch Strom verbraucht?

  • Eine „Bereitschaftsanzeige“ (rote oder grüne Leuchtdiode) leuchtet
  • Ein Brummton des Transformators ist wahrnehmbar
  • Das Gerät bzw. das Netzteil bleibt spürbar warm
  • Die Uhrzeit wird angezeigt

Wie viel Strom ein Gerät im Standby-Modus verbraucht hängt auch vom Alter des Geräts ab. Für Geräte, die nach 2013 in den Handel gekommen sind, gelten strenge Vorgaben der EU. Geräte ohne Informations- oder Statusanzeige dürfen seit 2013 maximal 0,5 Watt im Standby-Modus verbrauchen. Die Regelungen gelten für Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Elektrospielzeug und Sportgeräte. Von der Regelung ausgenommen wurden Notebooks und Computer.

Für Elektrogeräte mit einer Informationsanzeige – beispielsweise für die Uhrzeit – gilt dagegen ein Maximum von einem Watt. Für HiNA-Geräte (High Network Availability) wurde der Grenzwert mit 8 Watt festgesetzt. Unter HiNA-Geräte fallen Geräte, die ständig mit dem Netzwerk verbunden sein müssen wie z.B. Router, Netzwerkkomponenten.

Diese Geräte sollten ausgesteckt werden

Frau trocknet lockiges Haar mit einem Föhn und lächelt in einem gemütlichen Raum mit Pflanzen auf einem Regal im Hintergrund.

Ein Gerät sollte nur dann eingesteckt werden, wenn es auch tatsächlich benötigt wird. Das spart nicht nur Strom, sondern vermeidet auch eine etwaige Brandgefahr. Durch das Abstecken wird darüber hinaus der Elektrosmog im Haushalt verringert.

  • Ladekabeln sollten immer abgesteckt werden. Sie verbrauchen nämlich auch Energie, wenn sie das Gerät nicht laden.
  • Computer sollten stets nach der Verwendung ausgesteckt werden.
  • Der Föhn sollte niemals angesteckt bleiben. Auch wenn dieser nicht verwendet wird, kann es zu einem Kurzschluss kommen.
  • Elektrische Rasierer, Zahnbürste, Glätteisen sollten nur angesteckt werden, wenn sie auch verwendet oder geladen werden. Unsere Tipps fürs Stromsparen im Badezimmer.
  • Handy Ladegeräte sollten immer ausgesteckt werden. Es kann nämlich zur Überhitzung und in weiterer Folge zum Brand kommen.
  • Spielekonsolen laufen häufig in einem permanenten Standby-Modus, um Inhalte im Hintergrund herunterladen zu können. Das verbraucht Strom. Am besten also ausstecken.
  • Küchengeräte wie z.B. Toaster, Wasserkocher, Brotbackmaschine und Co. sollten nur bei Bedarf eingesteckt werden.

Die größten heimlichen Stromfresser sind übrigens Fernseher, Videorekorder und Hi-Fi-Anlagen sowie Wasserheizgeräte in Espressomaschinen.

Diese Geräte sollten stecken bleiben

Hand, die eine Fernbedienung hält und auf einen unscharfen Fernsehbildschirm zeigt, auf dem verschiedene bunte Apps angezeigt werden.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Manche Elektrogeräte sollten lieber angesteckt bleiben, da sie beim Ausschalten ihre Einstellungen vergessen und unter Umständen neu programmiert werden müssen.

  • WLAN-Router: Es kommt darauf an, welche Geräte mit dem WLAN verbunden sind. Smart-Home Geräte können dann nämlich nicht mehr über das Internet gesteuert werden. Manche Router müssen nach einem Neustart auch neu eingestellt werden, was wiederum Zeit und Energie benötigt.
  • OLED-Fernseher können bei ständigem Ein- und Ausstecken beschädigt werden. Dies liegt daran, dass OLED-Fernseher ihre Pixel im Hintergrund aktualisieren. Wird der Vorgang unterbrochen, kann es zu Beschädigungen wie zum Beispiel dem Einbrennen von Pixel kommen. Dies führt zu einer Beeinträchtigung der Bildqualität.
  • Tintenstahldrucker kalibrieren sich beim Starten neu. Die ständige Kalibrierung und der Reinigungsvorgang des Druckkopfes kostet Strom und darüber hinaus wird Tinte verbraucht.

Bei Unwetter heißt es aber trotzdem "Stecker raus", um Überspannungsschäden an Elektrogeräten zu vermeiden.

Steckerziehen mit wenig Aufwand – Tipps & Tricks

Viele Elektrogeräte verbrauchen auch im ausgeschalteten Zustand noch Strom, solange sie am Netz hängen. Mit einer Mehrfachsteckdose mit Schalter oder einer smarten Steckdose kann sichergestellt werden, dass kein unnötiger Stromverbrauch stattfindet:

  1. Mehrfachsteckdosen: bequem und zeitsparend

    Mehrfachsteckdosen sind sehr praktisch. Durch das Umlegen des Kippschalters werden alle angeschlossenen Geräte vom Netz getrennt. Es muss nicht jeder Stecker einzeln herausgezogen werden.

  2. Smarte Steckdose: Intelligente Steuerung

    Mit smarten Steckdosen können Elektrogeräte programmiert werden. Es gibt schon viele smarte Küchengeräte wie z.B. Waschmaschinen, Geschirrspüler oder auch die Kaffeemaschine. Sie schaltet sich dann zu einer bestimmten Zeit ein- und/oder aus bzw. wird zu einer bestimmten Uhrzeit der Kaffee zubereitet.

Fazit

Ob Fernseher, Kaffeemaschine oder Ladegerät – viele Geräte verbrauchen auch im Standby-Modus Strom. Wer regelmäßig den Stecker zieht oder auf intelligente Steckdosen setzt, spart nicht nur Energie, sondern auch bares Geld. Besonders bei längerer Abwesenheit lohnt sich das Abschalten aller nicht benötigten Geräte. Ein bewusster Umgang mit Strom beginnt im Kleinen – und zahlt sich langfristig aus. Denn jede eingesparte Kilowattstunde ist ein Gewinn für Umwelt und Geldbörse.

Wir haben Energiespartipps für das ganze Jahr und beantworten die Frage, ob permanentes Licht ein- und ausschalten Verschwendung ist. Mit unserem online Energiesparcheck findet jeder seine Stromfresser im Haushalt.

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