Stromverbrauch messen – so funktioniert’s!
Zurzeit lohnt es sich doppelt, den eigenen Stromverbrauch genauer unter die Lupe zu nehmen und zu versuchen, Energie zu sparen. Das ist gut für die Umwelt und fürs Konto! Hier erklären wir euch, wie ihr euren Stromverbrauch messen könnt.
Schon einmal den Stromverbrauch gemessen?
Wieso ist es sinnvoll, Strom zu messen?
Beim Strom messen wird die elektrische Stromstärke einer Schaltung ermittelt, also wie viel Strom durch die Leitung fließt, wenn ein bestimmtes Gerät verwendet wird. Diese Messung ist besonders nützlich, um defekte Elektrogeräte und Stromfresser im Haushalt zu identifizieren.
Hat man Geräte gefunden, die nicht mehr gut funktionieren und viel Strom ziehen, kann man die reparieren oder austauschen. Dadurch wird der Stromverbrauch gesenkt und man spart langfristig Geld. Außerdem kann durch das Messen des Stromverbrauchs eine Überlastung der Stromleitung vermieden werden, wodurch auch das Ausfallen überlasteter Elektrogeräte verhindert wird.
Um den Stromverbrauch zu senken, ist es also praktisch zu wissen, welche Geräte bei im Haushalt die echten Stromfresser sind. Der Kaffeeautomat, der gefühlt zwanzig Mal am Tag benutzt wird? Der Kühlschrank, der tatsächlich 24/7 im Dauereinsatz ist oder doch Playstation und Fernseher, die am Abend oft stundenlang laufen?
Um herauszufinden, welche Geräte am meisten Strom verbrauchen und welche lieber ausschaltet werden sollte, um Stromkosten zu sparen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Das kann man zum Beispiel mit einem Strommessgerät, einem Smart Meter oder einer WLAN-Steckdose messen, mit Apps kontrollieren oder auch selbst ausrechnen. Auch mit unserem online Energiesparcheck kann man Stromfresser im Haushalt entdecken.
Wie funktioniert ein Strommessgerät?
Mit einem Strommessgerät kann man messen, wie viele Kilowattstunden (kWh) Strom ein Elektrogerät aktuell verbraucht. Den Stecker eines Elektrogeräts, zum Beispiel ein Handyladekabel, in das Strommessgerät und dann das Strommessgerät einfach in die Steckdose stecken. So kann gemessen werden, wie viel jedes einzelne Elektrogerät im Haushalt verbraucht.
In der Regel funktioniert diese Methode mit allen Elektrogeräten, die über eine Steckdose ans Stromnetz angeschlossen werden. So ein Strommessgerät bekommt man in jedem Elektrofachgeschäft, es kostet circa 20 Euro. Wien Energie Kund*innen können sich aber auch eines im Service Treff Spittelau ausborgen und für ein paar Tage mitnehmen, natürlich gratis!
Tipps zur richtigen Verwendung eines Strommessgeräts
Unterschiedliche Arten von Haushaltsgeräten werden unterschiedlich oft benutzt. Während der Kühlschrank zum Beispiel den ganzen Tag lang läuft, wird die Mikrowelle nur hin und wieder eingeschalten. Den Stromverbrauch dieser Geräte sollte man deshalb auch auf unterschiedliche Art und Weise messen.
Bei Waschmaschinen oder Geschirrspülern hängt der Stromverbrauch davon ab, welches Programm ihr gewählt habt. Deswegen sollte das Strommessgerät für mehrere Waschgänge mit unterschiedlichen Programme angesteckt werden. Durch das Testen verschiedener Temperaturen bei der Waschmaschine kann man zum Beispiel erkennen, wie viel Energie bei einem Waschgang mit niedrigerer Temperatur eingespart werden kann, während die Kleidung trotzdem sauber wird.
Um den Stromverbrauch des Kühlschranks genau zu messen, ist es ratsam, ein Strommessgerät für 24 Stunden anzuschließen, da er morgens und abends öfter geöffnet wird als tagsüber, wenn die Meisten in der Arbeit, auf der Uni oder sonst wo sind. Wenn die Kühlschranktür öfter und lange geöffnet bleibt, verbraucht der Kühlschrank kurzzeitig mehr Energie, um die Lebensmittel und die Luft im Inneren zu kühlen. Außerdem läuft das Gerät ja den ganzen Tag über.
Fernseher haben in der Regel einen konstanten Stromverbrauch, daher ist es ausreichend, den Verbrauch für maximal eine Stunde zu messen. Bei Computern hingegen kann der Verbrauch je nach Ausstattung und Nutzung stark variieren. Gaming-Computer mit leistungsstarker Hardware verbrauchen mehr Strom als Computer, die hauptsächlich zum Surfen im Internet und für Office-Anwendungen genutzt werden.
Verbrauch checken mit Smart Meter

Ein Smart Meter ist ein elektronischer Stromzähler. Er misst den Stromverbrauch im Haushalt und sendet die Daten über das Stromnetz an die Wiener Netze. Diese Daten kann man sich dann selbst im Internet im Smart Meter-Webportal anschauen. So kann man mitverfolgen, wie sich der Stromverbrauch verändert.
Wenn der alte Kühlschrank also durch einen neueren und effizienteren austauscht wird oder einen Tag lang die Ladekabel aller Standby-Geräte aus der Steckdose gezogen werden, kann man im Webportal nachschauen, wie sehr sich der Verbrauch im Vergleich zum Vortag verringert hat. Der Stromverbrauch wird vom Smart Meter aufgezeichnet und dann im Portal übersichtlich in Kurven oder Balken dargestellt, damit leichter nachvollziehbar ist, wann am meisten verbraucht wird. Noch keinen Smart Meter zuhause? Per Mail kann der Austausch des alten Stromzählers angefordert werden.
WLAN-Steckdose als Stromverbrauchszähler

WLAN-Steckdosen werden hauptsächlich dafür verwendet, um Geräte über Apps fernzusteuern. Viele von ihnen können aber auch den aktuellen Stromverbrauch messen und anzeigen. Das hilft dabei, Stromfresser zu finden. Erstmal identifiziert, können sie durch neue Geräte ausgetauscht oder vom Stromnetz getrennt werden. Dadurch werden Strom und natürlich Geld gespart. WLAN-Steckdosen sind für 10 bis 60 Euro zu haben.
Apps verwenden, um den Stromverbrauch zu kontrollieren

Auch Stromspar-Apps können dabei helfen, den Stromverbrauch im Auge zu behalten und das Bewusstsein für einen effizienten Energieverbrauch zu schärfen. Von diesen Apps gibt es einige, für Apple und Android-Geräte! Man muss einfach nur Informationen wie den Energieverbrauch in Watt und die Betriebszeiten eines Haushaltsgeräts eingeben und schon können Verbrauch und Kostenentwicklung leicht verfolgt werden.
Achtung: Solche Apps erfassen den Verbrauch nicht automatisch. Sie unterstützen aber beim Dokumentieren des Verbrauchs. Durch den Vergleich über längere Zeiträume erhält man ein gutes Gespür dafür, welches Nutzungsverhalten einen niedrigeren Stromverbrauch fördert.
Verbrauch ohne Hilfsmittel berechnen

Wie viel Strom die Geräte in eurem Haushalt verbrauchen, kann man auch ganz ohne Hilfsmittel berechnen. Obwohl, ein Taschenrechner wäre vielleicht von Vorteil. Den Stromverbrauch der Elektrogeräte berechnet man so: Die Watt-Zahl des Geräts mit den Stunden multiplizieren, die es benutzt wird.
Das Ergebnis wird dann durch 1.000 geteilt. So errechnet man den Stromverbrauch in Kilowattstunden für den Zeitraum, in denen das Gerät verwendet wird.
Drei zusätzliche Tipps zur genauen Messung des Stromverbrauchs

- Bei Geräten, die nur eine bestimmte Zeit lang eingeschalten sind, reicht es aus, den Stromverbrauch während der Laufzeit des Geräts zu messen. Also zum Beispiel nur so lange, wie die Waschmaschine für den Waschgang braucht, denn danach wird sie ja wieder für längere Zeit ausgeschalten. Bei Geräten, die länger eingeschalten sind, ist die Messung des Stromverbrauchs über mehrere Tage oder eine Woche hinweg interessant. Denn meistens werden sie am Wochenende und unter der Woche unterschiedlich oft benutzt.
- Wenn der Stromverbrauch der Elektrogeräte im Haushalt überprüft wird, sollte auch der Verbrauch der Geräte im Standby-Modus gemessen werden. Vor allem Fernseher und Computer werden oft nicht ganz ausgeschalten und vom Netz getrennt. Auch im Standby-Modus verbrauchen sie einige Watt pro Stunde. Dieser Verbrauch kann leicht vermieden werden: die Kabel an einer Steckerleiste anstecken, statt direkt in eine Steckdose. Die Steckerleiste kann einfach ausgeschalten werden, wenn die Geräte nicht mehr verwendet werden.
- Nicht jedes Gerät verbraucht immer gleich viel Strom. Wie viel Strom die eigene Waschmaschine oder der Geschirrspüler verbrauchen, hängt nämlich stark vom Programm ab. Es lohnt sich, verschiedene Spül- oder Waschprogramme auszuprobieren und zu schauen, bei welchem am meisten Energie gespart wird.


