Lohnt sich eine Photovoltaikanlage für mich?
In den vergangenen Jahren sind die Anschaffungskosten für Photovoltaikanlagen immer weiter gefallen. Der Umstieg auf Solarstrom bietet daher nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile.
Die Nutzung von Sonnenenergie wird für viele Haushalte immer attraktiver. Mit Photovoltaikanlagen kann man Strom umweltfreundlich und kostensparend selbst erzeugen. Doch rechnet sich eine PV-Anlage wirklich?
In diesem Beitrag werden die wichtigsten Aspekte beleuchtet. Von den Vorteilen über die Kosten bis hin zu Fördermöglichkeiten und Tipps zur optimalen Nutzung.
Was ist Photovoltaik?
Photovoltaik ist die Technologie, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandelt. Dies geschieht durch Solarzellen, die das Sonnenlicht einfangen und es in Gleichstrom umwandeln. Der Gleichstrom wird dann vom Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt, damit der produzierte Strom im Haushalt genutzt werden kann.
Photovoltaikanlagen nutzen also die Energie der Sonne zur Stromerzeugung. Sie zählen zu den erneuerbaren Energiequellen und sind zentral für unser Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden.
Vorteile von Photovoltaik
Photovoltaikanlagen bieten eine Vielzahl von Vorteilen, sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht. Hier haben wir vier Vorteile rausgepickt. Das sind aber längst nicht alle!
Ökologische Vorteile
Photovoltaikanlagen sind emissionsfrei und tragen erheblich zur Reduktion von Treibhausgasen bei. Sie nutzen die unerschöpfliche Energie der Sonne, was sie zu einer umweltfreundlichen Alternative zu fossilen Brennstoffen macht.
Kostenlose Energiequelle
Die Sonne liefert täglich eine enorme Menge an Energie, und das kostenlos! Auch im Winter kann Sonnenenergie genutzt werden, um Strom zu erzeugen, was die Energiekosten langfristig senkt.
Lange Lebensdauer
Photovoltaikanlagen haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren. Mit minimaler Wartung können sie auch nach Jahrzehnten noch effizient Energie produzieren, was sie zu einer langfristigen Investition macht.
Platzersparnis
Photovoltaikanlagen können auf Dächern oder am Balkon installiert werden, wodurch sie keinen zusätzlichen Platz beanspruchen.
Potenzial und Möglichkeiten von PV-Anlagen für Privatpersonen
Photovoltaik ist die am häufigsten genutzte Technologie, mit der private Haushalte ihren eigenen Strom erzeugen. Bei vielen PV-Anlagen-Besitzer*innen befinden sich die Module auf dem Hausdach. Neben den klassischen Dachinstallationen gibt es auch noch weitere innovative Lösungen.
Eine dieser Lösungen sind etwa Carport-Photovoltaikanlagen. Die lohnen sich doppelt, denn man kann damit nicht nur Strom erzeugen, sondern auch Fahrzeuge vor Witterungseinflüssen schützen.
Auch Gartenhäuser und Garagen können mit PV-Modulen ausgestattet werden, um zusätzlichen Strom zu gewinnen.
Man muss aber kein Haus mit großem Garten besitzen, um selbst Sonnenstrom zu erzeugen! Mieter*innen oder Wohnungsbesitzer*innen können sich zum Beispiel Balkonkraftwerke anschaffen.
Diese kleinen, modularen Systeme können einfach an Balkongeländern oder Fassaden montiert werden. Sie liefern genug Energie, um Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen zu betreiben.
Für alle jene, die keine Möglichkeit haben, eine eigene Anlage zu installieren, gibt es Bürger*innensolarkraftwerke.
Sonnenstrom für Mieter*innen: Photovoltaik im Wohnhaus nutzen
Neben individuellen Klein-Lösungen wie Balkonkraftwerken können Personen, die in Wohnungen leben, jetzt aber auch Sonnenstrom am Dach produzieren. Eine von Wien Energie errichtete gemeinschaftliche Photovoltaikanlage macht das möglich. Und das ganz ohne eigene Investition oder technischen Aufwand.
Das Modell funktioniert so: Wien Energie installiert und betreibt eine PV-Anlage auf dem Dach des Wohnhauses. Der erzeugte Sonnenstrom wird den teilnehmenden Haushalten über den Tarif Sonne DIREKT zur Verfügung gestellt. Bis zu 40 Prozent des Strombedarfs lassen sich so günstig und klimafreundlich abdecken. Dabei ist es egal, ob die Bewohner*innen Wien Energie-Kund*innen sind oder einen anderen Stromanbieter haben. Die Abrechnung erfolgt separat, Netzkosten für den Sonnenstrom fallen nicht an.
Die Teilnahme ist freiwillig und unabhängig vom aktuellen Stromanbieter. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eigentümer*innen des Mehrparteienhauses, zum Beispiel eine Genossenschaft, dem Bau der Anlage zustimmen. Mieter*innen können diesen Prozess unterstützen, indem sie das Thema etwa bei einer Hausversammlung oder in einem Gespräch mit der Hausverwaltung ansprechen.
Ein besonderer Vorteil: Auch für Eigentümerinnen entstehen keine Investitionskosten. Planung, Bau und Wartung übernimmt vollständig Wien Energie. Und für die Bereitstellung der Dachfläche gibt es sogar eine jährliche Pachtvergütung. So profitieren alle: Bewohner*innen, Eigentümer*innen und das Klima.
Wie hoch sind die Kosten einer Photovoltaikanlage?
Die Kosten für eine Photovoltaikanlage variieren je nach Größe und Leistung. Eine Anlage mit einer Leistung von 5-Kilowatt-Peak (kWp) bekommt man inkl. Installation ab ca. 7.000 Euro. Für 10-kWp-Anlagen bewegt man sich in einem Preissegment ab 12.000 Euro.
Neben der Größe der Anlage, haben aber auch andere Faktoren Einfluss auf die Installationskosten. Zum Beispiel die Art des Daches und die Qualität der PV-Anlage-Komponenten.
Möchte man sich noch einen Speicher anschaffen, um auch nachts den selbstproduzierten Strom nutzen zu können, kommen dafür auch noch Kosten hinzu. Aktuell liegt man bei ca. 800 Euro pro Kilowattstunde.
Jetzt aber die spannende Frage: Wann hat man sein Geld wieder raus?
Wann sich eine Photovoltaikanlage finanziell rentiert, hängt von mehreren Faktoren ab: dem Stromertrag, den Anschaffungskosten, dem Eigenverbrauchsanteil und der Entwicklung der Strompreise.
In der Regel amortisiert sich eine Anlage nach 9 bis 12 Jahren. Das bedeutet, dass die anfängliche Investition nach dieser Zeit durch die Einsparungen bei der Stromrechnung ausgeglichen ist. Nach der Amortisationszeit profitiert man von nahezu kostenfreiem Strom.
Berechnung des Strombedarfs und des Einsparpotenzials
Wie viel man mit einer Photovoltaikanlage wirklich einsparen kann, hängt stark vom eigenen Stromverbrauch und Nutzerverhalten ab.
Ein durchschnittlicher Haushalt in Österreich verbraucht rund 3.500 bis 4.000 kWh Strom pro Jahr. Der durchschnittliche Verbrauch in Städten ist etwas niedriger. Er liegt bei etwa 2.000 kWh pro Jahr. Das liegt daran, dass es in den Städten weniger Einfamilienhäuser und dafür viel mehr Wohnungen gibt.
Wie hoch der eigene Stromverbrauch ist, sieht man auf der Jahresabrechnung, die man auch im Meine Wien Energie-Kund*innenportal findet!
Eine 5 kWp-Anlage erzeugt im Durchschnitt etwa 4.500 kWh jährlich. Das entspricht also nahezu dem Strombedarf eines typischen Haushalts in Österreich.
Erzeugt die Anlage aber mehr Strom, als im Haushalt verbraucht wird, hat man einen Stromüberschuss. Dieser überschüssige Strom, den man nicht selbst braucht, kann ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.
Dafür wird eine Einspeisevergütung gezahlt. Diese zusätzlichen Einnahmen tragen dazu bei, die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage zu erhöhen und die Amortisationszeit weiter zu verkürzen.
Optimierung des Eigenverbrauchs und der Autarkie
Je höher der Eigenverbrauch, desto schneller rechnet sich die Installation einer eigenen PV-Anlage. Denn der Strom, der direkt von der eigenen Photovoltaikanlage kommt, ist deutlich günstiger als der Strom aus dem Netz.
Autarkie beschreibt die Fähigkeit, den eigenen Strombedarf möglichst unabhängig vom öffentlichen Netz zu decken. Ein hoher Autarkiegrad wird also erreicht, wenn der erzeugte Solarstrom optimal genutzt und gespeichert wird.
Der Autarkiegrad kann durch den Einsatz eines Stromspeichers bei der PV-Anlage gesteigert werden. Ohne Speicher können etwa 30 % des erzeugten Stroms direkt genutzt werden. Mit Speicher steigt dieser Anteil auf rund 70 %.
Die Kombination der Photovoltaikanlage mit Stromspeichern, aber auch anderen Technologien wie Wärmepumpen, ist besonders effektiv. Diese Systeme speichern überschüssigen Solarstrom und machen ihn für Zeiten verfügbar, in denen die Anlage selbst keinen Strom produziert, wie abends oder nachts.
Auch praktische Tools wie die Strom-Unabhängigkeitssimulation „SUSI“ helfen, den Eigenverbrauch zu optimieren. Mit wenigen Angaben zu Stromverbrauch und Haustechnik lassen sich der Autarkiegrad und der Anteil des Eigenverbrauchs berechnen. Solche Simulationen zeigen, wie verschiedene Kombinationen aus Photovoltaik, Speicher und Haustechnik das System effizienter machen.
Fördermöglichkeiten und Unterstützung für PV-Anlagen
Von 2024 bis März 2025 hat beim Kauf einer PV-Anlage österreichweit der Nullsteuersatz gegolten. Das heißt, dass die Umsatzsteuer nicht verrechnet wurde. Diese Förderung hat für den Kauf und die Installation von PV-Anlagen mit einer Leistung bis 35 kWp gegolten sowie deren Zubehör und Speicher, wenn diese gemeinsam angeschafft werden.
Aufgrund der Budgetsanierungsmaßnahmen der Regierung gilt diese Förderung seit März 2025 nicht mehr. Der Nullsteuersatz kommt bis 31. Dezember 2025 nur mehr dann zur Anwendung, wenn der Kauf vor dem 7. März 2025 abgeschlossen wurde.
Weitere Infos zu Fördermaßnahmen findet man auf der Website des Bundes oder über den SonnenKlar Förderkompass. Außerdem empfehlen wir, bei der eigenen Gemeinde nachzufragen, da diese oft noch zusätzliche Förderungen anbieten.
Fazit: Lohnt sich eine PV-Anlage für mich?
Ob sich eine Photovoltaikanlage lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Von der Größe der Anlage, dem eigenen Stromverbrauch und natürlich den individuellen Gegebenheiten.
Aber eines steht fest: Die Vorteile sprechen für sich. Photovoltaikanlagen senken langfristig die Energiekosten, erhöhen die Unabhängigkeit vom Stromnetz und tragen aktiv zum Klimaschutz bei.
Mit Förderungen und moderner Technik wie Stromspeichern amortisieren sich die Anlagen oft schon nach 9 bis 12 Jahren. Das macht sie sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich zu einer klugen Wahl.
Wer sich noch unsicher ist, kann mit unseren Energiespartipps auch ohne PV etwas fürs Geldbörserl tun!


