Spittelau: Wiens Turm mit der goldenen Kugel

Was ist eigentlich in der goldenen Kugel der Spittelau? Jeder kennt das Hundertwasser-Bauwerk, unser Wahrzeichen – aber eben nur von Außen. Die wohl schönste Müllverbrennungsanlage der Welt zeichnet sich durch die charakteristische goldene Kugel aus. Wir haben uns das Ganze mal genauer angeschaut und waren im Innersten.
Aktualisiert am: 02.08.2023
Die goldene Kugel auf dem Turm der Müllverbrennungsanlage Spittelau.

So kennen wir die Spittelau-Kugel: Auf rund 100 Metern Höhe, um genau zu sein sind es 92 Meter, strahlt sie rund um die Uhr über Wien. Während sie tagsüber in Gold über den Alsergrund wacht, könnte sie bei Nacht in unterschiedlichen Farben den Himmel erleuchten. Grund dafür sind verbaute LED-Module, die zentral, direkt im Inneren der Kugel, gesteuert werden. Intern einigte man sich darauf, die Farbpalette auf die Farbe Weiß zu beschränken, denn so leuchtet die Kugel am hellsten.

Neugestaltung im Hundertwasser-Design

Im Jahr 1987 brach ein Großbrand der Müllverbrennungsanlage Spittelau aus. Im Rahmen des Wiederaufbaus wurde die Anlage vom Künstler und Umweltaktivisten Friedensreich Hundertwasser im für ihn typischen Stil neugestaltet. Am 125 Meter hohen Schlot ließ er dabei eine goldene Kugel anbringen. Die berühmte Hundertwasser-Fassade unserer „Spitt“ ist mittlerweile zu einem Wahrzeichen der Stadt Wien geworden und alle Wiener*innen kennen sie, aber was befindet sich in dieser Kugel? Ein Restaurant, das sich dreht, wie im Donauturm? Die eigentliche Kommandobrücke von Wien?

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Ganz falsch: Die Kugel dient als Emissionswarte zur Messung. Alle Emissionen, die aus dem Kamin herauskommen, wie zum Beispiel Staub, Schwefel und Wasserstoff, werden dort gemessen und erfasst. Im Nachhinein werden sie auf der Wien Energie Webseite veröffentlicht.

Arbeitsplatz in der Spittelau-Kugel.

Die goldenen Wächter - Mitarbeiter*innen in 100 Meter Höhe

Es gibt in der zweistöckigen güldenen Schönheit auch einen Arbeitsplatz. Der dient vor allem dazu, die Messgeräte in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

Die LED-Schaltzentrale hinter der Beleuchtung unserer goldenen Kugel.
Wie sich unschwer an der handschriftlichen Notiz erkennen lässt, man einigte sich auf die Farbe Weiß.
Die LED-Schaltzentrale hinter der Beleuchtung unserer goldenen Kugel.
Die LED-Schaltzentrale hinter der Beleuchtung unserer goldenen Kugel.

Ins Innere der Kugel kommt man übrigens per Lift, ganz auf die Spitze geht's dann nur noch sportlich. Wer einen 360 Grad Blick über Wien genießen will, der muss auf die Aussichtsplattform der Spittelau - und dafür muss man nicht nur schwindelfrei, sondern auch sportlich sein, denn die letzten 30 Meter Höhe müssen per Leiter erklommen werden.

Im Zuge der #Wienochnichtgesehen Serie des Besser-STADTleben Magazins haben wir diese Challenge auf uns genommen und sind geklettert.

Die unscheinbare Tür zur Spitze der Spittelau.
Mitarbeiter schaut durch Luke aus der Spittelau-Kugel raus.
Kleines Fenster durch das man aus der Spittelau-Kugel hinausschauen kann.
Ausblick von der Spitze der Spittelau.
Mitarbeiter im Inneren der Müllverbrennungsanlage Spittelau.
Die unscheinbare Tür zur Spitze der Spittelau.
Mitarbeiter schaut durch Luke aus der Spittelau-Kugel raus.
Kleines Fenster durch das man aus der Spittelau-Kugel hinausschauen kann.
Ausblick von der Spitze der Spittelau.
Mitarbeiter im Inneren der Müllverbrennungsanlage Spittelau.
Die unscheinbare Tür zur Spitze der Spittelau.
Mitarbeiter schaut durch Luke aus der Spittelau-Kugel raus.
Kleines Fenster durch das man aus der Spittelau-Kugel hinausschauen kann.
Ausblick von der Spitze der Spittelau.
Mitarbeiter im Inneren der Müllverbrennungsanlage Spittelau.

Versorger der Herzen

Als eine unserer drei thermischen Abfallbehandlungsanlagen versorgt die Spittelau durch das Verbrennen von Hausmüll jedes Jahr über 60.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Fernwärme und knapp 50.000 Haushalte mit Strom.

Gut für Mensch und Umwelt

Besonders typisch für die Kunst von Friedensreich Hundertwasser war sein starker Naturbezug. Unebene Böden, ungerade Linien, flachwurzelnde Bäume und Sträucher - all das findet man auf den Kunstwerken von Meister Hundertwasser. Ob in seiner privaten Wohnung über dem Kunsthaus Wien oder im Areal der Müllverbrennungsanlage, überall ist die Verbundenheit zur Natur durch begrünte Dächer, Fenstervorsprünge und Fassaden deutlich erkennbar.

Auch Tiere gehören zu einem funktionierenden Ökosystem, aus diesem Grund entschied er sich, Nistplätze für Falken in die Fassade der Spittelau einzubauen. Jedes Jahr nisten dort mehrere Falkenfamilien.

Schon gewusst?! Die Spittelau gibt' auch als Schneekugel zu kaufen. Außerdem ist sie in der zweitgrößten Modellbahnanlage "Königreich der Eisenbahnen" im Wiener Prater zu besichtigen.

Wiens Turm mit goldener Kugel » Ein Blick hinter die Kulissen