Energy Dogs – Roboterhunde unterstützen im Kraftwerksbetrieb

Mit inzwischen fünf Energy Dogs setzt Wien Energie auf modernste Robotik im Kraftwerksbetrieb. Die intelligenten Roboterhunde übernehmen regelmäßige Inspektionen, erkennen Auffälligkeiten in Echtzeit und tragen so wesentlich zu Arbeitssicherheit, Effizienz und Digitalisierung bei.
Aktualisiert am: 04.02.2026
Mehrere Roboterhunde mit orangefarbenen Akzenten im Kraftwerk Simmering.

Fünf sogenannte „Energy Dogs“ unterstützen Wien Energie inzwischen im Kraftwerksbetrieb an mehreren Standorten. Die vierbeinigen Hightech-Assistenten vom Typ Boston Dynamics Spot führen autonom Inspektionsrundgänge durch, erfassen Messdaten und melden Auffälligkeiten in Echtzeit an das Betriebspersonal.

Ziel ist es, Mitarbeiter*innen bei Routinetätigkeiten im operativen Betrieb zu unterstützen und die Arbeitssicherheit weiter zu erhöhen. Neben dem Robo-Rudel setzt Wien Energie in den Kraftwerken auch Drohnen zur Inspektion von Anlagen oder zur Unterstützung bei Störungsbehebungen ein.

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Was ist ein Energy Dog?

Der „Energy Dog“ ist ein hochmobiler Industrieroboter, der knapp einen Meter groß, 43 kg schwer und auf vier Beinen unterwegs ist. Er läuft bis zu 1,5 Meter pro Sekunde und kann dank modernster Sensorik und Spezialkameras auch unwegsames Gelände wie Gitterböden und Stiegen bewältigen. Er kann entgegenkommenden Menschen ausweichen und sogar selbständig wieder aufstehen, falls er mal stolpert. Das passiert allerdings äußerst selten.

Acht Mitarbeiter*innen aus allen vier Schichten trainieren die Energy Dogs, indem sie ihre Routen definieren und sie mit Wissen füttern. Damit geben sie ihre Erfahrung direkt an die digitalen Assistenzsysteme weiter. Durch den Einsatz der Energy Dogs wird dieses Wissen digitalisiert und Fachexpertise langfristig gesichert. Gerade im Hinblick auf den bevorstehenden Generationenwechsel im Anlagenbetrieb ist das von großer Bedeutung.

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Funktionen und Aufgabe des Energy Dogs

Ein leuchtend orange gestrichener Energy Dog steht auf einem gepflasterten Weg vor unserem Kraftwerk unter einem bewölkten Himmel.

Damit Kraftwerke zuverlässig und sicher funktionieren – das Kraftwerk Simmering produziert Strom für 800.000 Haushalte und Fernwärme für 300.000 Haushalte – müssen in Rundgängen alle Anlagen penibel kontrolliert werden. Etwa indem Füllstände, Kesseldruck und Temperaturen gemessen werden.

Früher wurden alle diese Aufgaben von Wien Energie-Mitarbeiter*innen alleine durchgeführt Heute unterstützen die Energy Dogs unsere Kolleg*innen im operativen Betrieb des Kraftwerks. Für diese Rundgänge sind sie perfekt ausgestattet:

  • Thermalkamera (Temperaturerkennung)
  • Akustiksensor für Geräuschanomalien
  • Multigasmesser für Ammoniak sowie reduzierende & oxidierende Gase
  • 17 integrierten Kameras, inklusive 360°-Rundumsicht

Wie läuft ein Rundgang ab?

Die Energy Dogs führen ihre Rundgänge autonom entlang vordefinierter Routen durch. Währenddessen erfassen sie kontinuierlich Daten, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden, um Unregelmäßigkeiten automatisch zu erkennen.

Ein Rundgang im Kraftwerk Simmering dauert zum Beispiel rund 90 Minuten, anschließend lädt der Roboter etwa zwei Stunden. Erkennt er während seiner Inspektionstour Abweichungen, werden diese in Echtzeit an das Betriebsteam gemeldet. Über die integrierte Kamera können die zuständigen Mitarbeiter*innen direkt sehen, wo Handlungsbedarf besteht und gezielt reagieren.

Mit jedem Rundgang wächst der Datenbestand, der für KI‑gestützte Modelle genutzt wird und langfristig zu effizienteren Betriebsabläufen beiträgt.

  1. Barrierefreiheit

    Es muss natürlich gewährleistet sein, dass Türen sich automatisch öffnen und überall ein stabiles Internet vorhanden ist, damit der Roboterhund seine Runden machen kann.

Vorteile der Energy Dogs

  1. Früherkennung von Störungen

    Dank Thermalkamera, Akustiksensoren und Multigasmessung erkennen die Roboter Anomalien frühzeitig und melden sie automatisch.

  2. Entlastung bei Routinetätigkeiten:

    Durch autonome Rundgänge übernehmen sie regelmäßige Kontrollaufgaben und geben den Betriebsteams Zeit für komplexere Tätigkeiten.

  3. Erhöhte Arbeitssicherheit

    In heiklen Situationen können die Energy Dogs betroffene Bereiche zuerst inspizieren. Das ermöglicht sichere Ferndiagnosen und sorgt dafür, dass sich Mitarbeiter*innen nicht in Gefahrenbereiche begeben müssen.

  4. Sicherung von Know-How:

    Mit den Energy Dogs wird bestehende Expertise aus dem Anlagenbetrieb in digitale Systeme überführt und nachhaltig gesichert.

Seit wann gibt es den Energy Dog?

Ein oranger Roboterhund, der "Energy Dog" steht in einer Industrieumgebung mit großen Metallrohren auf dem Boden.

Seit 2021 dreht unser erster Energy Dog seine Runden im größten Kraftwerk des Landes, im Kraftwerk Simmering. Anfangs in einem Pilotprojekt, ab 2023 war er europaweit der erste Roboterhund im Regelbetrieb eines Kraftwerks. Seit seinem Einsatz im Regelbetrieb ist er bei seinen rund 4.000 Rundgängen zu je 90 Minuten bis Anfang 2026 bereits etwa 1.600 Kilometer gelaufen – und damit umgerechnet weiter als von Wien nach Paris!

Mittlerweile haben wir unser Team um ein ganzes Robo-Rudel erweitert: Vier neue Energy Dogs werden aktuell vom Wien Energie Drohnen- und Robotikteam für ihren Einsatz trainiert. Ab 2027 werden sie in den Kraftwerken Simmering und Donaustadt sowie der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig zum Einsatz kommen.

Die Roboter wurden vom US-Technologieunternehmen Boston Dynamics entwickelt und für die Implementierung wird auf das Start-Up Smart Inspection zurückgegriffen, welches aus einer Wien Energie #Innovation Challenge entstanden ist. Das „Hunde“-Modell „Spot“ wird bereits weltweit in der Bau- und Energiewirtschaft sowie in der produzierenden Industrie eingesetzt.

  1. Namensfindung

    Ihren Namen erhielten die Roboter übrigens durch ein Voting unter der operativen Schichtmannschaft. Einen Spitznamen gibt es auch: E.D.

Roboterhund vs. Mensch: Das sind die Unterschiede

Ein Mann mit Schutzhelm geht neben einem orangen vierbeinigen Roboter durchs Kraftwerk Simmering.

Was unterscheidet die Roboterhunde von ihren menschlichen Kolleg*innen? Hier der ultimative Check in zwölf Punkten, was der Energy Dog kann und wie sich seine Arbeit im Vergleich zum Menschen unterscheidet – oder eben nicht.

1. Schritte pro Tag                  

SchrittzahlEnergy DogMensch
Vergleich10.00010.000

Ein Mensch sollte pro Tag idealerweise 10.000 Schritte zurücklegen. Soviel wird auch der Energy Dog im Kraftwerk auf seinen täglichen Rundgängen bald absolvieren können.

2. Größe

HöheEnergy DogMensch
Vergleich120 cm inclusive Kamera Payload173 cm (Durchschnittsgröße lt. ncdrisc)
Ohne "Kopf" wäre der Energy Dog deutlich kompakter: ~60 cm misst seine Höhe, sodass er beim Gehen locker überall hinkommt. Wenn er schläft, sind es überhaupt nur 20cm. Aber für unsere speziellen Anforderungen benötigt er eine Thermo-Kamera und den Rundumblick.

3. Hirn-Kapazität

DatenspeicherEnergy DogMensch
Vergleich1 Terabyte   zwischen 1.000 Gigabyte und 2.000 Terabyte
Beim Energy Dog ist es ganz eindeutig, wieviel Daten er speichern kann: Es sind ein Terabyte. Wenn er die Daten an die Cloud schickt, sind es wesentlich mehr. Viel komplizierter ist es, die Datenspeicherkapazität des Menschen zu benennen. Weil das menschliche Gehirn ganz anders arbeitet als ein Computer, hat die Hirnforschung darauf bislang keine eindeutige Antwort – diesbezügliche Schätzungen schwanken stark.

4. Auf der Waage

GewichtEnergy DogMensch
Vergleich42 kg82 kg
Der Kopf-änhliche Aufbau des Energy Dogs alleine wiegt schon mal ~8kg, also rund 20 Prozent seines Gesamtgewichts. Das ist in Relation zur Gewichtsverteilung eines Menschen doppelt so viel (der Kopf macht beim Menschen maximal 10 Prozent aus). Damit ist der Roboterhund dann auch schon bald an der Grenze seiner Tragfähigkeit angelangt. Immerhin bedeutet das aber, dass der Hund fast die Hälfte seines Eigengewichts ständig mit sich herumtragen könnte, denn der 32 kg-Roboter kann 14 Kilogramm Gewicht maximal im Routinebetrieb tragen.

5. Wärmeerkennung

Weg der WärmeerkennungEnergy DogMensch
Vergleichja, mittels Thermalkameraja, mittels Thermorezeptoren
Der Temperatursensor des Energy Dog misst ein Spektrum von – 40 bis 550 Grad Celsius. Die Thermorezeptoren in der Haut des Menschen nehmen Temperaturänderungen zwischen 5 und 40 Grad sehr genau wahr.

6. Geruchssinn

Wahrgenommene GerücheEnergy DogMensch
Vergleich3 Gerüche1 Billion Gerüche
Ein Mensch kann rund eine Billion verschiedener Gerüche unterscheiden. Der Energy Dog hingegen erschnüffelt nur ein kleineres Spektrum: er „riecht“ drei verschiedene Gasarten (Ammoniak, reduzierende und oxidierende Gase). Sein Vorteil ist aber, dass er genau feststellen kann, welche Menge Gas sich in der Luft befindet.

7. Sehkraft

Augen-AnzahlEnergy DogMensch
Vergleich17 „Augen“       2 Augen
Der Roboterhund hat fünf „Augenpaare“, sprich Stereokameras, die rund um den Hund angebracht sind. Sie dienen zur Navigation und Kollisionsvermeidung. Dazu verfügt er über eine Zoom-Kamera mit 30-fachem Zoom, eine Wärmebildkamera sowie fünf Kameras für einen 360-Grad-Blick.

8. Schnelligkeit

GeschwindigkeitEnergy DogMensch
Vergleichca. 6 km/hrund 15 km/h Laufgeschwindigkeit
Der Energy Dog kann sich nicht so schnell fortbewegen wie ein Mensch.

9. Arbeitszeit

ArbeitszeitEnergy DogMensch
Arbeitsdauer ohne längerer Verschnaufpause1,5 Stunde8 Stunden
Der Energy Dog hat eine Batterielaufzeit von gut einer Stunde, dann muss der Akku neu geladen werden. Das braucht rund zwei Stunden. Beim Menschen dauern Arbeits- und Ruhezeit wesentlich länger: In Österreich liegt die Normalarbeitszeit prinzipiell bei acht Stunden (auch wenn kleine Pausen dabei sein können), dann herrscht 16 Stunden Pause.

10. Arbeits-Temperatur

UmgebungstemperaturEnergy DogMensch
Vergleich-20 bis +45 Grad Betriebstemperaturumgebung 17 bis 25 Grad optimale Wohlfühltemperatur
Kurzfristig halten Menschen aber wesentlich höhere Temperaturen aus, wie etwa in der Sauna. Die Lüftungssysteme des Energy Dogs sorgen dafür, dass auch er längere Zeit zwischen den Heizkesseln verbringen kann, um dort seine Arbeit zu verrichten.

11. Maximale Traglast

Maximale TraglastEnergy Dog Mensch
Last, die getragen werden kann14 Kg40 Kg*
Der Energy Dog ist in der Lage, rund die Hälfte seines Eigengewichts – er wiegt 32,5 Kilo – zu tragen. Diese Relation trifft ungefähr auch auf Menschen zu: ein erwachsener Mann kann im Durchschnitt Lasten von bis zu 40 Kilo tragen.

12. Wissen

Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz hat der Roboterhund das gelernt, was ihm Menschen beigebracht haben. Er kennt sich deshalb perfekt auf seiner Route aus und erkennt Unregelmäßigkeiten. Auf Situationen oder Abweichungen, die ihm nicht beigebracht wurden, kann er selbst nicht reagieren, sondern muss immer sein Herrl oder Frauerl „fragen“.

Menschen hingegen bauen ihr Wissen ständig weiter aus. Sie können autonom komplexe Entscheidungen treffen und situativ auf Unvorhergesehenes reagieren. Wir Menschen besitzen eine periphere Wahrnehmung und können situativ reagieren.“

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