Warmduscher, aufgepasst! Welches Warmwassersystem passt zu dir?
Ausgiebige warme Duschen und schöne Entspannungsbäder, wir alle lieben sie. Aber Warmwasser ist nicht gleich Warmwasser!
Nach dem Heizen verbraucht das Erzeugen von Warmwasser mit am meisten Energie in deinem Haushalt. Deshalb gilt: Umso moderner dein Heizsystem, umso mehr Energie sparst du. Vielleicht ziehst du gerade um oder denkst über die Installation eines neuen Warmwassersystems nach. Dann helfen wir dir dabei herauszufinden, welches System am besten zu deinen Lebensumständen passt.
Platzsparend und kaum Energieverluste: Die Kombitherme
Bei der Wahl deines Warmwassersystems solltest du immer mitbedenken, wie viel Platz du zuhause hast und wie viele Personen in deinem Haushalt leben. Wenn du alleine oder nur mit wenigen Personen in einem Haushalt lebst, sich dein Warmwasserbedarf in Grenzen hält, dann kann die sogenannte Kombitherme die geeignete Wahl für dich sein. Kombitherme heißt sie deshalb, weil sie sowohl Heiz- und Warmwasser aus einem Gerät liefert. Das spart Platz.
Die Kombitherme als dezentrales Heizsystem hat außerdem den Vorteil, dass dein Warmwasser erst bei Bedarf nach dem Durchlauferhitzerprinzip erwärmt wird. Bei der Planung sollte unbedingt auf kurze Leitungswege geachtet werden, damit es nicht zu unnötigen Energieverlusten kommt. Ein weiterer Vorteil: Dein Warmwasser wird immer frisch zubereitet. Deshalb können sich auch keine Legionellen oder andere Keime bilden.
Die Kombitherme hat aber auch ein paar Nachteile: Manchmal kommt es zu Verzögerungen bei der Warmwasserbereitstellung. Da kann es schon mal passieren, dass zuerst kaltes Wasser aus dem Hahn fließt, bevor es schön warm wird. Manche Kombithermen haben deshalb Kleinspeicher für circa fünf Liter Warmwasser integriert.
Die Kombitherme ist außerdem nur für die sogenannte Einzelzapfung geeignet. Das bedeutet, dass du nicht an mehreren Zapfstellen gleichzeitig warmes Wasser bekommst. Duschen und gleichzeitig heißes Badewasser einlassen ist nicht möglich.
Ein Tipp, falls du dich für eine Kombitherme entscheidest: Bring sie dort an, wo am meisten Warmwasser gebraucht wird, also im Bad oder in der Küche. Wenn die Leitungen zu lange sind, hast du einen unnötigen Energieverlust.
Jederzeit bereit: Zentrale Warmwassersysteme
Als Alternative gibt es zentrale Systeme mit Heizgerät und Speicher. Für die brauchst du zwar mehr Platz, sie arbeiten aber sparsamer, komfortabler und vielseitiger. Besonders praktisch sind sie, weil sie auch mehrere Personen im Haushalt immer ausreichend mit Warmwasser versorgen. Und zwar deshalb, weil das Warmwasser bereits erhitzt in einem Speicher darauf wartet, verwendet zu werden. Es muss nicht erst aufgeheizt werden.
Und das funktioniert so: Das Wasser wird im Kessel der Heizungsanlage erwärmt und in einem Warmwasserspeicher gespeichert. Wenn die zentrale Wassererwärmung korrekt eingestellt ist und du keine hohen Verteil- und Speicherverluste hast, ist dieses System im Durchschnitt kostengünstiger. Allerdings ist die Gefahr größer, dass sich Keime wie Legionellen im Speicher bilden. Das Gleiche gilt auch für lange Leitungen. Abgetötet werden diese Keime erst ab 55 Grad.

Warmwasserspeicher findet man oft in Verbindung mit Zirkulationsleitungen. Dabei wird warmes Wasser in der Warmwasserleitung immer im Kreis geschickt, um langes Warten auf warmes Wasser beim Öffnen des Hahns zu verhindern. Diese Zirkulationsleitungen kosten aber zusätzlich Energie. Um auf den Komfort nicht ganz zu verzichten, kannst du die Zirkulation mit einer Zeitschaltung versehen. Damit kannst du die Zirkulation nur in den Hauptnutzungszeiten für warmes Wasser in Betrieb nehmen.
Solltest du grundsätzlich vor der Entscheidung stehen, Speicher oder Durchlauferhitzersystem bzw. Kombitherme, stell dir neben der Frage nach dem vorhandenen Platz auch folgende: Brauche ich viel oder wenig Warmwasser? Im Falle von wenig Warmwasserbedarf liegst du meist beim Durchlauferhitzerprinzip richtig. Ist der Warmwasserbedarf hoch, ist die Entscheidung für einen Speicher oft die bessere Wahl.
Unser Tipp: Du solltest den Wasserspeicher immer ca. auf 60 Grad aufheizen, dann haben Legionellen keine Chance. Bis 60 Grad verkalkt außerdem der Speicher nicht so schnell, und das bedeutet, du verbrauchst weniger Strom. In moderneren Speichern gibt es mittlerweile auch eine Legionellenschaltung. Dabei wird das Warmwasser grundsätzlich unter 60 °C gehalten, aber in regelmäßigen Abständen auf 60 °C erwärmt, um Legionellenbildung zu verhindern.
Umwelt schonen nicht vergessen
Eine optimale Ergänzung außerhalb der Heizperiode zu deinem zentralen Warmwassersystem sind Wärmepumpen oder Solarthermie. Die gewinnen nämlich dein Warmwasser auf nachhaltige Weise und erzeugen wenig CO₂-Emissionen. Außerdem senkst du mit einer modernen Warmwasserversorgung langfristig deine Betriebskosten. Damit du auch beim Warmwasserverbrauch ein bisschen auf die Umwelt achtest, haben wir dir die fünf wichtigsten Energiespartipps zusammengefasst:
- Achte auf eine energieeffiziente Pumpe bei getrennten Systemen.
- Verwende Einhandhebelmischer- und Thermostatarmaturen. Sie verringern durch den Wegfall der Vormischzeit den Energie- und Wasserverbrauch und erhöhen den Komfort.
- Stell bei deiner Armatur den Hebel beim Abdrehen auf „kalt“ zurück. So verbrauchst du nicht bei jedem kurzen Aufdrehen automatisch warmes Wasser.
- Verwende Wasserspareinrichtungen. Ein Spar-Duschkopf ist beispielsweise günstig in der Anschaffung und senkt den Energie- und Wasserverbrauch.
- Mit Köpfchen duschen. Beim Einseifen einfach mal das Wasser abdrehen, so sparst du ganz einfach Energie und Wasser.
Unser Tipp: Mit unseren online Energiesparcheck entdeckst du übrigens deine Stromfresser im Haushalt.


