Wasserstoff als vielfältige Lösung für die Klimawende

Die Klimakrise ist die große Herausforderung der Zeit. Wien, Österreich und die EU haben sich daher ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Damit der Klimaschutz erfolgreich ist, müssen wir insbesondere die Energie- und Wärmeversorgung dekarbonisieren. Wasserstoff ist hierfür ein wesentlicher Hebel.
Aktualisiert am: 25.08.2023
Container Wasserstoff Kraftwerk Donaustadt

Städte und urbane Regionen sind nicht nur in besonderem Maß von den Folgen der Klimakrise betroffen, sie sind gleichzeitig auch wesentliche Treiber und für rund drei Viertel aller CO₂-Emissionen verantwortlich. Deshalb hat Wien Energie mit einer Studie aufgezeigt, wie Wien bis 2040 klimaneutral werden kann und hat auch einen klaren Fahrplan vorgelegt. Mit konkreten Maßnahmen gehen wir in großen Schritten in Richtung Klimaneutralität. Dabei ist es wichtig, in jedem Bereich die passende Lösung zu finden. 

Viele Lösungen für die Dekarbonisierung

Zusätzlich zum Ausbau der Erneuerbaren Energien ist der Wärmesektor ein wesentlicher Hebel für die Klimaneutralität. Neben der Müllverbrennung, wie unter anderem in der Spittelau, soll auch vermehrt auf Abwärme aus der Industrie gesetzt werden.

Großes Potenzial sieht Wien Energie auch in der Nutzung von Geothermie und der Entwicklung neuer Energieträger wie grünem Gas und Wasserstoff. Der Einsatz von H2 eignet sich insbesondere in der Mobilität, aber auch in der Industrie und im Energiesektor.

In Sachen H2 übernimmt Wien Energie eine Pionier-Rolle und führt zahlreiche Forschungen, Tests und Projekte durch. Wir haben die wichtigsten für dich zusammengefasst:

Erste Wiener H2-Tankstelle

Wasserstoffbus Linie 39A
Bus tankt Wasserstoff an einer Wasserstofftankstelle.
Wasserstoff-Ladestation für Busse unter einem großen Vordach.
Wasserstoffbus Tankstelle
Wien Energie Wasserstofftankstelle
Wasserstoffbus Präsentation Leopoldau
Wasserstoffbus Linie 39A
Bus tankt Wasserstoff an einer Wasserstofftankstelle.
Wasserstoff-Ladestation für Busse unter einem großen Vordach.
Wasserstoffbus Tankstelle
Wien Energie Wasserstofftankstelle
Wasserstoffbus Präsentation Leopoldau

Seit 2021 steht in der Leopoldau eine H2-Tankstelle für Busse und LKWs. Die von den Wiener Netzen errichtete Tankstelle steht auf dem Gelände der Betriebsgarage Leopoldau. Somit hat Wien Energie auch gleich einen Abnehmer für den Wasserstoff: die Wiener Linien.

Derzeit testen die Wiener Linien verschiedene Wasserstoffbus-Modelle. 2025 sollen dann auf der Linie 39A zwischen Heiligen Stadt und Sievering zehn Wasserstoff-Busse im Fahrgastbetrieb eingesetzt werden.

Sowohl Tankstelle als auch Bus sind Teil der Wasserstoff-Strategie der Wiener Stadtwerke:  Wien soll bis 2030 zur zentralen Wasserstoff-Drehscheibe im Osten Österreichs werden. Mit Wien Energie, den Wiener Netzen und den Wiener Linien kann die Wiener Stadtwerke-Gruppe die gesamte Wertschöpfungskette abbilden: Von der Produktion über die Verteilung und Speicherung bis zur Nutzung. Eine zweite H2-Tankstelle ist bereits in Planung, diese soll in Simmering errichtet werden.

Wasserstoff-Tanken in Simmering und in der Leopoldau möglich

Die täglich produzierte Wasserstoffmenge von bis zu 1.300 Kilogramm reicht aus, um etwa 60 Busse/LKW zu betanken. Neben der H2-Erzeugungsanlage entsteht in Simmering auch eine weitere Wasserstoff-Tankstelle für Busse und LKWs. Dort können Verkehrs- und Logistikunternehmen künftig mit 350 oder 700 bar grünen Wasserstoff tanken.

Nicht nur Mobilitäts-, sondern auch Industriepartner können dann den Wasserstoff beziehen. Dazu wird ein eigener Bereich für die Abholung mit Trailern eingerichtet. Auch die H2-Tankstelle am Gelände der Wiener Linien-Busgarage in der Leopoldau wird in Zukunft von Simmering aus beliefert.

Premiere: IKEA Österreich führt wasserstoffbetriebene Lieferfahrzeuge ein!

Wasserstofftankstelle mit einem IKEA-LKW mit der Aufschrift „100 % Wasserstoff, 0 % Emissionen“ im Hintergrund.
IKEA Wasserstoff Lieferbus
LKW an einer Ladestation Wien Energie Wasserstofftankstelle unter einem Vordach.
Wasserstofftankstelle mit einem IKEA-LKW mit der Aufschrift „100 % Wasserstoff, 0 % Emissionen“ im Hintergrund.
IKEA Wasserstoff Lieferbus
LKW an einer Ladestation Wien Energie Wasserstofftankstelle unter einem Vordach.
Wasserstofftankstelle mit einem IKEA-LKW mit der Aufschrift „100 % Wasserstoff, 0 % Emissionen“ im Hintergrund.
IKEA Wasserstoff Lieferbus
LKW an einer Ladestation Wien Energie Wasserstofftankstelle unter einem Vordach.
Wasserstofftankstelle mit einem IKEA-LKW mit der Aufschrift „100 % Wasserstoff, 0 % Emissionen“ im Hintergrund.
IKEA Wasserstoff Lieferbus
LKW an einer Ladestation Wien Energie Wasserstofftankstelle unter einem Vordach.

Der Ausstoß von Treibhausgasen entlang der Lieferketten ist ein Problem mit gravierenden Auswirkungen auf das Klima. Deswegen setzt IKEA Österreich weitere Maßnahmen, um bis 2025 alle Zustellungen emissionsfrei durchführen zu können - und wir helfen dabei!

Der Großteil der IKEA Kund*innen im städtischen Bereich wird bereits seit zwei Jahren elektrisch und somit emissionsfrei beliefert. Als weiterer wichtiger Schritt in eine klimaneutrale Zukunft wird ab sofort auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge gesetzt. 
Dabei handelt es sich um eine Premiere: Österreich ist der erste IKEA Markt weltweit, in dem Wasserstoff-Trucks zum Einsatz kommen. Der Vorteil dieser ist ihre Reichweite von knapp 400 Kilometern pro Tankfüllung. Somit können auch Kund*innen in entlegeneren Gebieten von Österreich emissionsfrei beliefert werden. Wien Energie betreibt die erste Wasserstoff-Tankstelle für Schwerlast-Fahrzeuge im Großraum Wien. Dort werden die Wasserstofffahrzeuge von QUANTRON mit grünem Wasserstoff betankt.

Grüne Wasserstoff-Elektrolyse bringt die Energiewende

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Gemeinsam mit den Wiener Netzen haben wir 2022 mit der Errichtung der ersten städtischen Wasserstoff-Erzeugungsanlage in Wien-Simmering begonnen. Mit einer Leistung von 3 Megawatt soll die Elektrolyseanlage ab Sommer 2023 täglich bis zu 1.300 Kilogramm grünen Wasserstoff (H2) aus Ökostrom erzeugen. 

Die Erzeugungsanlage ist die erste ihrer Art und Größenordnung, mit der direkt in Wien grüner Wasserstoff aus Ökostrom erzeugt werden. Die H2-Erzeugungsanlage entsteht am Campus der Wiener Netze, betrieben wird sie künftig von Wien Energie.

Wasserstoff bietet viel Potential für die Industrie, den Energiesektor, den Mobilitätsbereich und den Schwerlastverkehr. Wichtig ist, dass der Wasserstoff dabei aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird. Nur so können uns die Energiewende und die Klimaneutralität bis 2040 gelingen.

Weltpremiere: H2-Betriebsversuch im Kraftwerk Donaustadt

Turbine des Donaustadt Wasserstoff-Betriebsversuches.
Copyright: Wien Energie/Johannes Zinner

Im Kraftwerk Donaustadt läuft derzeit ein Betriebsversuch, bei dem Wasserstoff (H2) dem normalerweise eingesetzten Energieträger Erdgas beigemischt wird. Begonnen wurde der Versuch mit 5 Prozent Beimischung. Ziel ist es, 15 Prozent im Regelbetrieb zu erreicht.

In einem Nachfolgeprojekt soll der Wasserstoff-Anteil auf Rund 30 Prozent gesteigert und somit der Gasanteil reduziert werden. Verwendet wird hierbei grüner Wasserstoff, der unter der Verwendung erneuerbarer Energien erzeugt wird.

An Testtagen wird das Hydrogen in großen Containern zum Kraftwerk geliefert und über eine Hochdruck-Rohrleitung zur Turbine befördert. Bis jetzt ist der Test ein voller Erfolg!

Bereits bei 15 Prozent Beimischung können jedes Jahr rund 33.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das Kraftwerk Donaustadt wurde 2001 in Betrieb genommen. Es produziert Strom für 850.000 und Wärme für mehr als 150.000 Haushalte.

Wien bis 2040 klimaneutral » Wasserstoff als Lösungsansatz