Plastik verbrennen – Was passiert mit unserem Kunststoffmüll? 

Plastikmüll fällt täglich in großen Mengen an – doch was passiert damit nach der Entsorgung? Ein Blick auf die verschiedenen Wege der Verwertung und ihre Auswirkungen.
Aktualisiert am: 24.03.2025
Ein Stapel wiederverwertbarer Gegenstände, darunter Dosen, Plastikflaschen, Papier und Aluminiumfolie in verschiedenen Farben.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Österreich fallen jährlich rund 1 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle an.
  • Der Großteil wird verbrannt, ein kleiner Teil recycelt, nur 1 Prozent deponiert.
  • Plastik gehört in die Gelbe Tonne, nicht in den Restmüll!
  • Verbrennung erzeugt Energie, aber auch CO₂ – Recycling ist umweltfreundlicher.
  • Neue Maßnahmen wie Pfandsysteme und Einwegverbote reduzieren Plastikmüll.

Umgang mit Plastikmüll in Österreich

​In Österreich fallen jährlich rund 1 Million Tonnen Kunststoffabfälle an, wovon ein Teil recycelt und wiederverwendet wird. Der größere Anteil wird verbrannt und in Energie umgewandelt, während etwa 1 Prozent deponiert wird. Bis 2030 soll laut EU-Ziel für Kunststoffverpackungen eine Recyclingquote von 55 % erreicht werden. Ab 2030 müssen alle Kunststoffverpackungen, die auf dem EU-Markt verkauft werden, wiederverwendbar oder kosteneffizient recycelbar sein. Nicht recycelbare Materialien müssen aus Verpackungen entfernbar sein.

Recycling: Die richtige Mülltrennung ist entscheidend

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Recycling beginnt bei der richtigen Mülltrennung – und dabei spielt Kunststoff eine wichtige Rolle. Plastikabfälle gehören nicht in den Restmüll, sondern in die dafür vorgesehene Gelbe Tonne, damit sie recycelt und wiederverwertet werden können.

Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass Müllverbrennungsanlagen Plastik benötigen, um effizient zu arbeiten. Der Mythos dahinter sagt, dass durch das Hinzufügen von Plastik der Heizwert und somit die Hitze bei der Verbrennung gesteigert werden kann. Da Restmüll einen hohen Brennwert hat, ähnlich wie Braunkohle, kann auf Kunststoff im Restmüll verzichtet werden. Moderne Anlagen sind so ausgelegt, dass sie auch ohne Kunststoffabfälle optimal funktionieren.

Statt Plastik zu verbrennen, ist es umweltfreundlicher, es zu recyceln und daraus neue Produkte herzustellen – das spart Rohstoffe und reduziert CO₂-Emissionen. Daher ist es ganz besonders wichtig, Plastikabfälle nicht im Restmüll zu entsorgen und auf eine korrekte Mülltrennung zu achten.

Was passiert, wenn zu viel Plastik im Restmüll landet?

Bei der Verbrennung von Plastikmüll entstehen Ablagerungen, welche die Öfen verschmutzen. Außerdem sind die Rauchgase schwerer zu reinigen und es werden Schadstoffe wie Dioxine und Furane freigesetzt. Wenn sich zu viel Plastik im Restmüll befindet, wird die zu verbrennende Menge reduziert. Das bedeutet, dass in einem bestimmten Zeitraum weniger Müll verbrannt wird.

In manchen Fällen wird Plastik aber auch bewusst verbrannt.  Dies ist vor allem in Ländern der Fall, wo auf Deponien Platzmangel herrscht. Durch die Verbrennung wird das Müllvolumen erheblich reduziert. Der zweite Grund ist die fehlende Recyclinginfrastruktur, weshalb der Müll verbrannt wird.

Verbrennung und Energiegewinnung durch Plastik

Im Müllbunker Spittelau hebt ein Kran den Müll effizient innerhalb der Betonmauern der Industrieanlage und manövriert ihn über hoch aufragende Müllberge.
Müllbunker Spittelau

In einigen Fällen kann Plastik nicht wiederverwertet werden – etwa bei Mischkunststoffen, verunreinigtem Material oder wenn Sammel-, Sortier- und Aufbereitungsanlagen für das Recycling fehlen oder nicht ausreichen. Plastikabfälle, die nicht recycelbar sind, werden in speziellen Kunststoff-Verbrennungsanlagen zur Energiegewinnung genutzt.

Durch die Verbrennung entsteht wertvolle Energie in Form von Strom und Wärme. Da Kunststoffe aus Erdöl bestehen, haben sie einen hohen Heizwert und tragen zur effizienten Energieerzeugung bei. Moderne Filter- und Reinigungssysteme sorgen dabei für eine möglichst umweltfreundliche Verbrennung. Dennoch bleibt das Ziel, die Recyclingquote weiter zu steigern, um Rohstoffe zu sparen und die Umweltbelastung zu reduzieren.

Deponierung von Kunststoffabfällen

Deponierung bedeutet, dass Abfälle dauerhaft auf einer Deponie gelagert werden, ohne weiterverwertet zu werden. In Österreich ist das für unbehandelten Kunststoffmüll seit 2004 weitgehend verboten, da Plastik je nach Art Jahrhunderte bis Jahrtausende braucht, um sich zu zersetzen und dabei schädliche Stoffe in die Umwelt abgeben kann. Daher landet nur ein kleiner Teil – etwa 1 % des Plastikmülls – nach einer speziellen Behandlung auf Deponien. So wird sichergestellt, dass nicht verwertbarer oder schadstoffbelasteter Abfall sicher entsorgt und die Umwelt möglichst wenig belastet wird.

Auswirkungen der Plastikverbrennung auf die Umwelt

Die Verbrennung von Plastik reduziert das Abfallvolumen und erzeugt Energie, hat allerdings auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Daher soll in Zukunft verstärkt auf Recycling gesetzt werden.

CO₂-Emissionen durch Kunststoffverbrennung

Bei der Verbrennung von Kunststoff entsteht eine erhebliche Menge an CO₂, da Kunststoffe überwiegend aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl oder Erdgas bestehen. Im Gegensatz zu organischen Abfällen, die CO₂-neutral verbrennen, trägt die Kunststoffverbrennung direkt zum Treibhauseffekt bei.

Moderne Anlagen wie die Müllverbrennungsanlage Spittelau von Wien Energie sind jedoch mit hochentwickelten Filter- und Energierückgewinnungssystemen ausgestattet, um Emissionen zu reduzieren und die entstehende Energie effizient zu nutzen. Dennoch bleibt die Vermeidung und das Recycling von Plastik die umweltfreundlichste Lösung, um den CO₂-Ausstoß langfristig zu senken.

Strategien zur Reduktion von Kunststoffabfällen

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Österreich wendet verschiedene Strategien an, um Kunststoffabfälle zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Die bessere Sammlung und Trennung von Plastikverpackungen, die seit 2023 in Wien und seit 1. Jänner 2025 in ganz Österreich gilt, war bereits ein wichtiger erster Schritt. Auch das neue Pfandsystem, das ebenfalls Anfang 2025 eingeführt wurde, sorgt dafür, dass mehr Plastik recycelt wird. Außerdem ist der Verkauf von Einweg-Plastik mittlerweile verboten.

Zusätzlich ist geplant, den Verbrauch von Einweg-Kunststoffbechern, Plastikgeschirr und Einwegflaschen einzuschränken. Dadurch wird zukünftig insgesamt weniger Plastikmüll anfallen. Mit diesen Maßnahmen werden aktuell bereits mehrere Millionen Tonnen Kunststoffabfälle vermieden – mit eindeutigem Aufwärtstrend!

Aus Restmüll wird Fernwärme

Die MA 48 sammelt im Schnitt pro Jahr 1,2 Millionen Tonnen Müll in Wien. Davon sind 775.800 Tonnen Restmüll, der Großteil davon stammt aus dem Hausmüll. Dieser wird thermisch verwertet. Insgesamt 350.000 Tonnen anderer Müll werden in den Containern für Altpapier, Altglas, Biomüll und in der gelben Tonne recycelt oder ebenso wie der Restmüll thermisch verwertet.

Was bedeutet thermische Verwertung? 

Der Abfall kommt in eine der drei Müllverbrennungsanlagen in WienSpittelau, Pfaffenau, Flötzersteig – und wird dort zur Energieerzeugung genutzt. Damit wird rund ein Drittel der Wiener Fernwärme produziert. Bis 2040 soll die Fernwärme klimaneutral werden, dies wird durch den Einsatz von Großwärmepumpen, Geothermieanlagen  und Abwärmenutzung möglich sein.

Fazit

Plastik ist ein wertvoller Rohstoff – wenn er richtig entsorgt wird. Recycling spart Ressourcen und schützt das Klima. Die Verbrennung von nicht recycelbarem Plastik liefert zwar Energie, verursacht aber auch CO₂-Emissionen. Deshalb ist es umso wichtiger, Plastikmüll korrekt zu trennen und möglichst zu vermeiden.

Mit neuen Sammelsystemen, Pfandlösungen und dem Ausbau der Recyclinginfrastruktur ist Österreich auf einem guten Weg. Doch jede*r Einzelne*r kann mithelfen – durch bewussten Konsum, richtige Mülltrennung und den Griff zu Mehrweg statt Einweg.

Plastik verbrennen » Was passiert mit dem Plastikmüll?