Die Müllverbrennungsanlage Spittelau – Eine Erfolgsgeschichte der Abfallwirtschaft
Die Spittelau mehr als nur eine Müllverbrennungsanlage. Sie ist Feuer und Flamme für den Klimaschutz. Hier wird nicht nur der Müll der Wiener*innen verbrannt, sondern auch umweltfreundliche Energie gewonnen.
Wien ohne die Spittelau? Undenkbar! Ohne die schönste Müllverbrennungsanlage der Welt hätte die Abfallwirtschaft in Wien ein ordentliches Problem. Seit ihrer Entstehung vor über 50 Jahren trägt die Spittelau als modernes und innovatives Kraftwerk nicht nur zur effizienten Entsorgung von Müll bei, sondern auch zur Energiegewinnung.
Die „Spitt“ ist aber viel mehr als bloß eine herkömmliche Müllverwertungsanlage. Sie ist ein architektonisches Wahrzeichen der Stadt Wien mit einer unglaublich faszinierenden Geschichte und verfügt über eine Fernkältezentrale, eine Photovoltaik-Anlage, eine Power2Heat Anlage, Urban Gardening, nistende Falken-Pärchen und ein neu gestaltetes Kundenzentrum, wo sich der Service Treff der Wiener Stadtwerke und unsere Erlebniswelt befinden.
Meilensteine der Spittelau
1971: Inbetriebnahme
Die ursprünglichen Müllverbrennungsanlage geht in Betrieb
1987: Großbrand
In der Anlage bricht ein Großbrand aus. Danach erfolgte der Wiederaufbau und die Neugestaltung durch Friedensreich Hundertwasser.
1992: Wiederinbetriebnahme
Die Anlage geht im außergewöhnlichen und visionären Hundertwasser-Design wieder in Betrieb.
2009: Fernkältezentrale
Eröffnung der Fernkältezentrale, die unter anderem das AKH mit umweltfreundlicher Kälte versorgt
2015 Generalsanierung
Nach einer Betriebszeit von über 40 Jahren wurde die Spittelau von 2012 bis 2015 generalsaniert. Schaut euch die Sanierung im Schnelldurchlauf an.
2022: Power-to-Heat-Anlage
Eröffnung Power-2-Heat-Anlage, mit der überschüssiger Strom in heißes Wasser umgewandelt werden kann.
Betrieb & Nutzung

In der Spittelau wird nicht nur Hausmüll verbrannt, sondern auch umweltfreundliche Energie erzeugt. Der Betrieb erfolgt nach höchsten Standards und unterliegt strengen Umweltauflagen, um die Emissionen zu minimieren. Die gesetzlichen Grenzwerte der Emissionsvermeidung unterschreiten wir jedes Jahr um circa 90 Prozent.
Die Spittelau verfügt zum Beispiel über eine der weltweit modernsten Rauchgasreinigungen. Die entstehenden heißen Rauchgase werden über einen Wärmetauscher geleitet. Dieser erzeugt Dampf. Daraus werden in einem weiteren Schritt Fernwärme und Strom gewonnen.
In der Spitt werden jährlich 250.000 Tonnen Hausmüll verbrannt. Mit der erzeugten Energie werden 30.000 Haushalte mit Strom versorgt. Außerdem werden jedes Jahr 470.000 MWh Fernwärme produziert, mit der 60.000 Haushalte mit Fernwärme und Warmwasser versorgt werden. Die Spittelau ist somit nicht nur eine wichtige Station in der Abfallwirtschaft, sondern auch ein Eckpfeiler der nachhaltigen Energieversorgung der Stadt.
Auf Nachhaltigkeit setzen wir aber nicht nur bei der Energieversorgung: Am Dach der Power2Heat-Anlage gibt es einen Urban Gardening Bereich für Mitarbeiter*innen, wo sie Gemüse und Kräuter anpflanzen können. Und ein Bienenstock findet sich dort auch! Für den zukünftigen Spittelau-Honig, natürlich.
Zukunft der Anlage

Die Müllverbrennungsanlage Spittelau steht auch in Zukunft ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Mit dem Climate Lab ist in der Spittelau ein Innovationshub für Klima-Akteur*innen aus ganz Europa entstanden. Auf über 1.000m² Arbeits- und Veranstaltungsfläche werden Start-ups, Unternehmen, Wissenschaft, öffentliche Akteur*innen und NGOs gemeinsam neue Ideen entwickeln und Klimaschutzprojekte vorantreiben.
Fazit
Die Müllverbrennungsanlage Spittelau hat in den letzten 50 Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass sie weit mehr ist als nur eine einfache Entsorgungseinrichtung. Sie ist ein Symbol für nachhaltige Abfallwirtschaft und innovative Energiegewinnung – und ein Wahrzeichen der Stadt! Mit Blick auf die Zukunft bleibt die Spittelau-Anlage ein Vorreiter für umweltfreundliche Technologien und ein Vorbild für andere Städte weltweit.


