Stärkste Großwärmepumpe Mitteleuropas pumpt in Wien Simmering
Die stärkste Großwärmepumpe Mitteleuropas pumpt in Wien und versorgt 25.000 Haushalte mit CO₂-freier Fernwärme.
Das Wichtigste in Kürze
- Seit 2019 in Betrieb: stärkste Großwärmepumpe Mitteleuropas in Wien-Simmering
- Versorgt 25.000 Haushalte mit CO₂-freier Fernwärme
- Nutzt Abwärme aus Kraftwerken und dem Donaukanal
- Temperaturhub von 6 °C auf 95 °C
- Spart jährlich 40.000 Tonnen CO₂
- Neue Anlage bei der Kläranlage Simmering ab 2027: Versorgung von bis zu 112.000 Haushalten
Neue Herzschlagader für die Wiener Fernwärme
Die stärkste Großwärmepumpe Mitteleuropas pumpt seit dem März 2019 in Wien: Beim Kraftwerk Wien Simmering wird die Abwärme von Kraftwerksanlagen genutzt, um 25.000 Haushalte mit CO₂-freier Fernwärme versorgen zu können – und so 40.000 Tonnen CO₂ einsparen zu können. Das ist ein weiterer wichtiger, riesiger Schritt Richtung Dekarbonisierung.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Man kann sich das Prinzip so vorstellen wie einen Kühlschrank – nur umgekehrt. Beim Kühlschrank entsteht Abwärme durch den Kühlprozess, bei der Wärmepumpe ist diese Abwärme das gewünschte Endprodukt. Als Wärmequelle wird bei der Großwärmepumpe in Simmering das Kühlwasser der Kraftwerksanlagen genutzt, in die die nicht mehr nutzbare Wärme aus den Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen abgeleitet wird. Zusätzlich kann auch die Umgebungswärme des in unmittelbarer Nähe liegenden Donaukanals als Wärmequelle verwendet werden.
Die Großwärmepumpe besteht aus zwei baugleichen Wärmepumpen mit jeweils einem in sich geschlossenen Kältemittelkreislauf. Dieses Kältemittel nimmt die Abwärme über einen Wärmetauscher auf und wird durch einen mit Strom betriebenen Kompressor verdichtet und erwärmt. Schließlich wird das Kältemittel wieder verflüssigt und die dabei entstehende Abwärme an das Fernwärmewasser abgegeben.
Die Besonderheit dieser Großwärmepumpe ist, dass sie schon aus geringen Temperaturen Wärme gewinnen kann: Schon 6 °C reichen aus, um Wärme von 95 °C zu erzeugen! Weil auch das für die Wiener Fernwärme-Hauptleitungen (durchschnittlich 100 bis 150 °C) noch eine eher geringe Temperatur ist, sorgt ein intelligentes Verteilsystem dafür, dass das Wasser optimal im Fernwärmenetz genutzt werden kann und dort eingesetzt wird, wo die erforderlichen Temperaturen niedriger sind.
Fakten zur Großwärmepumpe in Simmering
Baubeginn November 2017
Umweltfreundliche Fernwärme für 25.000 Haushalte
15 Millionen Euro Investitionssumme
27,2 bis ca. 40 Megawatt thermische Leistung
Temperaturhub von 6 Grad Celsius auf 95 Grad Celsius
40.000 Tonnen CO₂ Einsparung jährlich
Neue Großwärmepumpe bei Kläranlage in Simmering
Im Februar 2022 hat Wien Energie mit dem Bau einer weiteren Großwärmepumpe in Simmering begonnen. Die hochmoderne Anlage wird am Gelände der ebswien Kläranlage in Simmering errichtet. Dort entzieht die Pumpe dem (bereits gereinigten) Klärwasser 6° C, bevor dieses in den Donaukanal fließt. Sie ist ein wesentlicher Schritt in Richtung unseres Ziels, Fernwärme für Wien in Zukunft ausschließlich klimaneutral zu erzeugen. 2027 werden bis zu 112.000 Wiener Haushalte mit der Wärme des Klärwassers versorgt.
Fazit
Die Großwärmepumpe in Simmering ist ein Paradebeispiel dafür, wie innovative Technik und nachhaltige Energieversorgung Hand in Hand gehen können. Mit der Nutzung von Abwärme aus bestehenden Prozessen wird nicht nur Energie effizient recycelt, sondern auch ein bedeutender Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen geleistet.
Mit dem Ausbau weiterer Anlagen – wie jener bei der Kläranlage – zeigt Wien Energie, dass die Zukunft der Fernwärme nicht nur klimafreundlich, sondern auch technologisch hochmodern ist. Wärme aus Wien, für Wien – nachhaltig gedacht und umgesetzt. Unsere Wärmeprojekte im Überblick.






