Tipps für ein angenehmes Raumklima bei sommerlichen Temperaturen

Die Sonne scheint, die Temperaturen sind hoch – beklagen wollen wir uns hier auf gar keinen Fall! Wie man aber trotz Hitze ein angenehmes Raumklima schafft, verraten wir hier.
Aktualisiert am: 22.08.2022
Person in einem weißen Hemd, die aus einem offenen Fenster auf grüne Bäume und geparkte Autos draußen blickt.

Wie kühlst du deine Räume?

Sommer, Sonne, Sonnenschein! Das freut uns alle.
Trotzdem ist es alles andere als angenehm, wenn die Temperaturen in den eigenen vier Wänden unaufhaltsam steigen und man vor lauter Hitze nachts kaum noch schlafen kann. Mit ein paar kleinen Tricks ist es aber möglich, Schlaf-, Wohn- und Arbeitszimmer auch während der Hitzewelle angenehm kühl zu halten. Wir haben 8 Tipps zusammengestellt, wie ein angenehmes Raumklima auch ohne Klimaanlage möglich ist.

8 Tipps für ein angenehmes Raumklima

offenes Fenster mit Blick auf Bäume

Tipp 1: Fenster abdunkeln und Sonneneinstrahlung vermeiden

Was im Winter erwünscht ist, sollte im Sommer vermieden werden: Die Sonnenenergie ins Haus zu lassen. Deshalb ist es am besten, die Fenster tagsüber abzuschatten. Am effektivsten geht das mit außenliegenden Jalousien oder Rollläden. Damit lässt sich der Energieeinfall um 75 Prozent reduzieren - bei Innenjalousien sind es nur noch 25 Prozent. Auch Vorhänge und Gardinen sollten zugezogen werden, damit die einfallenden Sonnenstrahlen die Wohnung weniger aufheizen. Als Alternative zu Rollos oder zugezogenen Vorhängen können im Sommer auch Fensterfolien oder Sonnenschutzfolien direkt auf die Fenster geklebt werden. Diese halten die Sonnenstrahlen ab, ohne den Raum komplett zu verdunkeln.

Tipp 2: Fenster nicht kippen

Wie im Winter sollten die Fenster auch im Sommer tagsüber nicht gekippt werden, sondern geschlossen bleiben! Sind die Fenster ständig einen Spalt geöffnet, strömt den ganzen Tag lang warme Luft in die Zimmer - mit Wohnung abkühlen wird es dann ganz schwierig. 

Tipp 3: Zum richtigen Zeitpunkt lüften

Wenn es in der Wohnung so richtig heiß ist, würden viele am liebsten sofort alle Fenster aufreißen und frische Luft reinlassen. Aber Achtung: Sobald die warme Außenluft in der Wohnung ist, wird es schwer, die Räume wieder abzukühlen. Ist es draußen besonders warm, zum Beispiel zur Mittagszeit oder am Nachmittag, sorgt das Stoßlüften also nicht für die erwünschte Abkühlung, sondern bewirkt eher das Gegenteil. Tagsüber sollte daher nicht gelüftet werden. Stattdessen ist es viel besser, früh morgens oder in der Nacht, wenn die Temperaturen wieder etwas gesunken sind, durchzulüften und so die Wohnung zu kühlen.

Unsere Lüftungstipps im Überblick.

Tipp 4: Elektrogeräte ausschalten

Wohnungen heizen sich aber nicht nur aufgrund der warmen Außentemperaturen auf, sondern auch durch die Wärme, die Elektrogeräte und Küchengeräte abgeben. Fernseher, Laptop und Co. strahlen nämlich auch im Standby-Modus enorme Wärme aus. Elektrische Geräte, Küchenmaschinen und Lampen am besten vollständig ausschalten, wenn sie nicht gebraucht werden. Das hilft dabei, die Wohnräume kühl zu halten und spart auch noch Strom.

Bei den sommerlichen Temperaturen trocknet die Wäsche sowieso schnell. Der Wäschetrockner kann also in die Sommerpause geschickt werden - das spart nicht nur Strom, sondern kühlt auch die Räume.

Tipp 5: Wohnung mit feuchten Tüchern kühlen

Die Raumtemperatur kann runtergekühlt werden, indem feuchte Handtücher oder Baumwoll-Bettlaken direkt vor ein Fenster oder über einen Wäscheständer mitten im Raum gehängt werden. Beim Trocknen der feuchten Wäsche wird der Luft Wärme entzogen und die Feuchtigkeit im Stoff wird an die Umgebungsluft abgegeben, wodurch die Luft kühler wird. Dieser Effekt kann noch verstärkt werden, indem ein Ventilator in die Nähe des feuchten Stoffes aufgestellt wird. Dann verteilt sich die Kälte besser im Zimmer.

Zusätzlich muss die Wohnung morgens und abends gut gelüftet werden, damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu sehr ansteigt. Ist die Luftfeuchtigkeit schon sehr hoch, zum Beispiel an sehr schwülen Sommertagen, funktioniert der Trick mit den feuchten Tüchern aber nicht mehr.

Tipp 6: Ventilator richtig nutzen

Ein Ventilator ist eine kostengünstigere und nachhaltigere Alternative zur Klimaanlage. In Kombination mit den in Tipp 6 erwähnten feuchten Handtüchern kann er helfen, Räume abzukühlen. Das funktioniert übrigens auch, wenn man eine Schale mit Eiswürfeln oder gefrorenes Wasser in Flaschen vor den Ventilator stellt! Dadurch wird die ausströmende Luft und somit auch der Raum gekühlt. Ventilatoren kühlen Räume aber nicht dauerhaft ab, sondern sorgen für einen erfrischenden Luftzug.

Darf der Ventilator auch nachts laufen? Ja, aber es kann schnell passieren, dass man in einen Luftzug gerät und sich verkühlt. Wenn der Ventilator längere Zeit auf den Körper gerichtet ist, kann es zu Verspannungen kommen. Um für Luftaustausch zu sorgen, sollte der Ventilator am besten am Fenster stehen und dann eingeschaltet werden, wenn die Luft draußen kühler ist als drinnen, also morgens und abends.

Tipp 7: Teppiche entfernen

Im Winter sorgen sie für eine gemütliche Stimmung, aber im Sommer sind sie eher ungeeignet: Teppiche und andere Textilien wie Decken oder Sofakissen sind Hitzespeicher, durch die es in unseren Wohnungen noch heißer wird. Diese Textilien nehmen Wärme auf, speichern sie und geben sie anschließend langsam wieder an den Raum ab. Um das zu vermeiden, sollten lose Teppiche, Decken und Vorleger im Sommer in die Abstellkammer verfrachtet werden.

Tipp 8: Bei Neubauten

Vorsicht ist besser als Nachsicht - das gilt auch für die Vermeidung von zu viel Hitze in den Wohnräumen. Wer ein Haus baut, sollte die Gefahr übermäßiger sommerlicher Erwärmung bereits während der Planung berücksichtigen (und berechnen!). Das Gebäude sollte möglichst kompakt gebaut und gut gedämmt werden. Ausschlaggebend sind dabei:

  • Ausrichtung des Gebäudes
  • Anzahl und Größe der Fenster
  • ausreichende Speichermasse in Form von massiven Bauteilen (diese wirkt als „Puffer“ und mindert Temperaturschwankungen)
  • Dachvorsprünge
  • Begrünung! Die positive Wirkung von Laubbäumen vor Fassaden geriet in Zeiten „pflegeleichter“ Gärten etwas in den Hintergrund, verdient es aber aus mehreren Gründen, wieder öfter in Erwägung gezogen zu werden
  • Einbau einer Komfortlüftungsanlage – diese gewährleistet die nötige Frischluftzufuhr, während die Wärme draußen bleibt

Übrigens, bei Neubauten und umfassenden Sanierungen ist laut Bauordnung der Nachweis über die Vermeidung der sommerlichen Überwärmung erforderlich.

Ist es trotz aller Tipps und Tricks immer noch unglaublich heiß in den eigenen vier Wänden, dann helfen Orte, an denen es im Sommer kühl ist. Wenn aber trotz aller Vorkehrungen und Maßnahmen kein behagliches Wohnen oder Schlafen mehr möglich ist, werden einige doch über die Anschaffung einer Klimaanlage nachdenken. Dabei gibt es eine Reihe von Kriterien zu beachten, um den damit verbundenen Energieverbrauch (und die höheren Betriebskosten!) möglichst gering zu halten. Wichtig ist z. B. die richtige Dimensionierung, die mit einer Kühllastberechnung ermittelt werden kann. Wer sich für eine Klimaanlage entscheidet, sollte sich vorab über die etwaige Lärmentwicklung der Anlage erkundigen.

Wohnung kühlen im Sommer » Tipps für ein angenehmes Raumklima